DFB-Team der Frauen:Das Zittern geht weiter

DFB-Team der Frauen: Zu wenig Mut in Lyon: Sjoeke Nüsken und Klara Bühl trauern vergebenen Chancen nach.

Zu wenig Mut in Lyon: Sjoeke Nüsken und Klara Bühl trauern vergebenen Chancen nach.

(Foto: Daniel Cole/AP)

Die Fußball-Nationalmannschaft der Frauen verliert 1:2 gegen Frankreich im Halbfinale der Nations League - und vergibt so die erste Olympia-Chance. Eine letzte Möglichkeit zur Qualifikation bleibt am Mittwoch gegen die Niederlande.

Paris muss noch warten: Nach einem brutalen Einbruch kurz vor der Pause haben die deutschen Fußballerinnen ihren ersten Olympia-Matchball vergeben. Die Auswahl von Interimsbundestrainer Horst Hrubesch verlor das Nations-League-Halbfinale in Frankreich 1:2 (0:2) und braucht nun für den Traum von den Sommerspielen am kommenden Mittwoch einen Sieg im Spiel um Platz drei gegen die Niederländerinnen.

Kadidiatou Diani (40.) und Sakina Karchaoui per Foulelfmeter (45.+4) trafen in Lyon für die Französinnen. Die EM-Zweiten hingegen müssen knapp sieben Monate nach dem WM-Debakel um ihre Chance zur Wiedergutmachung zittern. Daran änderte auch das Tor von Giulia Gwinn per Handelfmeter (82.) nichts. "Wir waren in der ersten Halbzeit nicht mutig genug. Da müssen wir anders auftreten", sagte Gwinn in der ARD: "Das ist sehr bitter."

Starkes Zweikampfverhalten reicht nicht

An der Unterstützung durch die Chefetage des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) mangelte es nicht. Präsident Bernd Neuendorf und Geschäftsführer Andreas Rettig saßen auf der Tribüne. Die neue Sportdirektorin Nia Künzer blickte bereits vor der Partie auf die Zeit nach Hrubesch: "Ich bin optimistisch, dass wir jemanden finden, der nicht Horst 2.0 ist - aber trotzdem eine tolle Entwicklung mit der Mannschaft nehmen wird."

Nach einer Schweigeminute für Franz Beckenbauer und Andreas Brehme ging es vor rund 30 267 Zuschauern sofort intensiv zur Sache. Echte Torchancen gab es aber zunächst wenige. Das änderte sich in der 15. Minute. Kapitänin Alexandra Popp sorgte per Kopf nach einer Ecke für Gefahr vor dem französischen Tor. Drei Minuten später war es Klara Bühl, die die französische Torhüterin Pauline Peyraud-Magnin mit einem Schuss aus halblinker Position prüfte.

Das DFB-Team überzeugte mit starkem Zweikampfverhalten in der Defensive und geradlinigem Spiel nach vorn. In der 30. Minute war es erneut Bühl, die die Führung auf dem Fuß hatte. Ein Treffer für die Gäste lag in dieser Phase in der Luft, Hrubesch ging an der Seitenlinie voll mit. Die letzten Minuten des ersten Durchgangs gehörten allerdings den Französinnen. Nach einem Freistoß brachten die Deutschen den Ball nicht aus der Gefahrenzone, Diani traf mit einem starken Abschluss von der Strafraumgrenze. Selma Bacha hätte kurz darauf sogar erhöhen können (45.). Das gelang Karchaoui noch vor der Pause vom Elfmeterpunkt. Lena Oberdorf hatte zuvor Grace Geyoro klar gefoult.

Zu Beginn des zweiten Durchgangs brachte Hrubesch in Sydney Lohmann, Jule Brand und Lokalmatadorin Sara Däbritz von Olympique Lyon gleich drei neue Spielerinnen. Vom Platz musste unter anderem die angeschlagene Abwehrchefin Marina Hegering. Die Wechsel zeigten erst einmal kaum Wirkung. Mehr als eine Feldüberlegenheit sprang für die Deutschen nicht heraus, nur bei Ecken wurde es für die Gastgeberinnen brenzlig. Die Französinnen konzentrierten sich auf die Defensive und lauerten auf Konter. Nach 70 Minuten deutete nichts auf ein Comeback der DFB-Auswahl hin. Popp hätte die Hoffnung noch einmal wecken können, die Torjägerin traf aber nur die Latte. Gwinn schaffte das zwar zehn Minuten später vom Punkt, doch es reichte nicht.

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