Spielanalyse Bodycheck gegen Kramers Kopf

Und die deutsche Auswahl? Passte sich die Bälle zu, ruhig, manchmal zu ruhig. Sie erspielte sich kaum Möglichkeiten, immer wieder drängten die robusten argentinischen Defensivspieler sie vom Tor weg. Dann konterten die Argentinier. In der 30. Minute jubelte Higuaín, allerdings nicht lange, er stand im Abseits. Eine Minute später änderte Löw seinen Plan. Und stellte um. Ausgerechnet Kramer musste nach einem Bodycheck gegen den Kopf ausgewechselt werden, Verdacht auf eine Gehirnerschütterung. Kramer war benommen, der Blick weit weg vom Rasen in Rio.

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Ihn ersetzte André Schürrle. Eine Auswechslung, die für etwas mehr Gefahr sorgte. Thomas Müller dribbelte auf der linken Seite, passte den Ball in die Mitte, Schürrle schoss - Sergio Romero parierte (37.). Es folgten bis zur Pause kurzweilige Minuten, beide Teams hatten nun gute Gelegenheiten. Drei Minuten später dribbelte Lionel Messi über die rechte Seite nach vorne, er wurde im Fünfmeterraum gerade so gestoppt von Jérôme Boateng.

Drei Minuten später eroberte Miroslav Klose den Ball, Özil passte zu Kroos, der schoss aus der Distanz, zu schwach. Dann, es lief bereits die Nachspielzeit, gab es eine letzte Ecke für die deutsche Elf. Kroos trat sie, am Fünfmeterraum schraubte sich Höwedes in die Luft, wuchtete den Ball mit dem Kopf - gegen den Pfosten.

Die zweite Halbzeit. Es blieb intensiv, ruppig, körperlich. Weiter passten sich Löws Spieler den Ball ruhig zu, manchmal zu ruhig, sie hatten weiter kaum Chancen. Und die Argentinier konterten weiter gefährlich, in der 47. Minute schlich Messi Boateng davon, sah im Tor vor sich Neuer. Messi schoss knapp am Pfosten vorbei. Die Argentinier dagegen stellten weiter die Räume zu, engmaschig, konsequent, ruppig.

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Doch Löws Spieler passten sich weiter den Ball ruhig zu, sie ließen sich nicht verunsichern.

Einmal kombinierten sie schnell durch dieses Defensivnetz, Müller passte zu ungenau zu Schürrle (71.). In den letzten zehn Minuten der regulären Spielzeit wurde das deutsche Passspiel flinker, überraschender. Nach einem feinen Zuspiel von Özil stand Kroos frei an der Strafraumgrenze, er schoss, zu schwach, zu ungenau, am Pfosten vorbei (82.). Es ging in die Verlängerung. Die Spielerbeine wurden müde, die Spielerköpfe langsamer. In der 97. Minute verschätzte sich Hummels, plötzlich stand Rodrigo Palacio frei vor dem Tor, lupfte den Ball über Neuer. Und am Tor vorbei.

Dann lief die 113. Minute. Schürrles Dribbling. Schürrles linker Fuß. Götzes Brust. Götzes linker Fuß. Götzes Schuss in den Winkel. Ein spätes, ein schönes, ein historisches Tor.

Quelle: Opta

Diese Statistiken finden Sie auch schon während des Spiels im WM 2014 Live-Ticker.