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Deutsche U21:Stefan Kuntz - einer wie Hrubesch?

Stefan Kuntz

Plötzlich neuer U21-Coach: Stefan Kuntz.

(Foto: dpa)

Dass Kuntz die Nachfolge von Horst Hrubesch bei der U21 antreten darf, ist eine Überraschung. Schließlich ist er als Trainer nicht sonderlich aufgefallen.

Von Sebastian Fischer

In seiner berühmtesten Szene für den deutschen Fußball hat sich Stefan Kuntz zurückgehalten. Er riss die Arme hoch und berührte den Ball nicht mehr, der vom Fuß von Oliver Bierhoff an den Innenpfosten von Wembley prallte und von dort ins Tor - Golden Goal, Deutschland war Europameister 1996. Nun, 20 Jahre später, wird es wieder Szenen von Kuntz beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) geben, und wieder wird er eher im Hintergrund bleiben; er wird wieder versuchen, andere glänzen zu lassen. Kuntz, 53, wird neuer Trainer der U21-Nationalmannschaft.

Es war eine durchaus überraschende Entscheidung, die der DFB am Dienstag verkündete. Denn Kuntz arbeitete zuletzt 2004 bei LR Ahlen als Trainer in der zweiten Bundesliga - das ist so lange her, dass der Verein inzwischen ganz anders heißt. Davor hatte Kuntz weitgehend unbemerkt Borussia Neunkirchen, den Karlsruher SC und Waldhof Mannheim trainiert. Von 2005 an war er Manager, 2008 übernahm er den Vorstandsvorsitz beim 1. FC Kaiserslautern, 2016 trat er zurück - er sei nicht mehr "der richtige Mann zur richtigen Zeit am richtigen Ort". Er habe sich, ließ sich Kuntz nun in einer DFB-Mitteilung zitieren, "seit längerer Zeit mit einer Rückkehr auf die Trainerbank beschäftigt".

Beim DFB folgt er auf Horst Hrubesch, dessen Abschied nach den Olympischen Spielen lange feststand, und der nach dem Gewinn der Silbermedaille am vergangenen Wochenende von Beobachtern und Spielern hoch gelobt worden war. Hrubesch galt durch seinen großen Erfahrungsschatz als Trainer mit gutem Gespür in der Ansprache an junge Spieler.

Flick lobt Kuntz

Kuntz soll, seiner langen Trainerpause zum Trotz, eine ähnliche Rolle übernehmen. "Ich wollte einen Trainer, der aus dem Profifußball kommt, von dessen Fachwissen und Erfahrung junge Spieler lernen und profitieren können", begründete DFB-Sportdirektor Hansi Flick die Personalie.

Dass Marcus Sorg, zwischenzeitig als ein möglicher Hrubesch-Nachfolger im Gespräch, Assistent von Bundestrainer Joachim Löw bleibt, war dagegen schon länger erwartet worden. Auch das gab der DFB am Dienstag offiziell bekannt. Außerdem wird sich Frank Wormuth, bislang Trainer der U20, künftig nur noch um die Trainerausbildung kümmern.

Seinen Job bei der U20 übernimmt Guido Streichsbier, der die U19 abgibt. Die übernimmt der frühere Bundesliga-Trainer Frank Kramer, der zuletzt, in der vergangenen Saison, als Zweitliga-Coach von Fortuna Düsseldorf arbeitete.

© SZ vom 24.08.2016/ebc
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