FC Bayern in der Einzelkritik:Thiago spannt den Portugiesen die Mädchen aus

Bayerns Spanier spielt wie ein zwinkernder Cha-Cha-Cha-Tänzer, Philipp Lahm überrascht als Rechtsaußen und Pep Guardiola vermisst wegen einer gerissenen Hose Dr. Müller-Wohlfahrt. Die Bayern beim 6:1 gegen Porto in der Einzelkritik.

Aus dem Stadion von Thomas Hummel

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Quelle: AFP

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Manuel Neuer

Würde er wieder ein paar kribblige Momente meistern müssen? Würde Manuel Neuer seine Bayern retten müssen? Würde er als Manu, der Libero alles alleine regeln müssen? Nichts von alledem. Manuel Neuer stand hinten und schaute seinen Kollegen beim Fußballspielen zu. Waren ihm die Portugiesen im Hinspiel noch ungewohnt nahegekommen, war diesmal weit und breit niemand zu sehen. Wie gegen Frankfurt, gegen Freiburg oder Braunschweig. Hatte beim 1:5 keine Abwehrchance. Durfte am Ende noch ein-, zweimal Manu, den Libero geben.

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Rafinha

Gegen die Giftzwerge aus Porto ist Rafinha natürlich das richtige Gegenmittel. Giftete auch ein paar Mal erfolgreich in der Anfangsphase und repräsentierte damit die Bayern-Facette, nach der Porto diesmal auch mit Härte nicht weit kommen würde. Sein Trainer Pep Guardiola sagte einmal, dieser Rafinha wolle "immer helfen". Half auch diesmal nach Kräften, den FC Porto an die Wand zu giften.

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Jerome Boateng

Hüpfte diesmal nicht unter einem 60-Meter-Pass hindurch, um hinter sich ein Gegentor beobachten. Die Gefahr bestand auch gar nicht, weil von nirgendwo kein 60-Meter-Pass auf ihn zugeflogen kam. Hatte den Auftrag, diesmal selbst 60-Meter-Pässe zu spielen, um das Pressing der Portugiesen auszuhebeln und die ersatzgeschwächten Außen des FC Porto zu beschäftigen. Machte das vorbildlich wie auch sonst alles. Gab Porto mit seinem 2:0 per Kopf nach einer Ecke bereits nach 22 Minuten den Todesstoß.

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Holger Badstuber

Wie erwartet für den unglücklichen Dante in der Startelf. Während auf den Tribünen der Tumult recht groß war, machte Badstuber auf dem Platz wie immer den Eindruck, als ginge es gegen den FC Memmingen. Alleine für ihn lohnte es sich, dass jemand das Wort "Bierruhe" erfunden hat. Weil hinten absolut nichts los war, legte er das 2:0 auf und durfte Ecken und Freistöße schießen. Senste dann überflüssigerweise Ricardo Quaresma böse nieder als müsste er mit einem Schlegel einen Zapfhahn in ein Fass hauen. Sah Gelb dafür. Verteidigte am Ende bierruhig das 6:1.

Bayern München - FC Porto

Quelle: dpa

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Juan Bernat

War das wirklich Juan Bernat? Der Spieler, der da wild gestikulierend und fäusteschwingend das 1:0 mit den Zuschauern feierte? Mit einem Gesichtsausdruck, als könnte er sogleich einem Bacalhau den Kopf abbeißen? Symbolisierte die ganze Entschlossenheit, mit der FC Bayern an dieses Werk gegangen war. Die Entschlossenheit, sich zu rächen für die Schmach in Porto. Denn wann hatte man den Dauerrenner auf links schon mal so hilflos gesehen wie vor einer Woche? Diesmal waren seine Gegenspieler hilflos gegen seine Dynamik, seine Aggressivität. Und sein Können. Rieb sowohl Quaresma wie auch Rechtverteidiger Reyes auf.

Yacine Brahimi, Alonso

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Xabi Alonso

Diesmal kein Ballverlust nach 60 Sekunden. Auch nicht nach 160 oder 1060 Sekunden. Rächte sich für den Fauxpas von Porto damit, dass er diesmal dem Gegner 1060 Ballverluste beibrachte. Sobald ein Portugiese den Ball hatte, tauchte hinter ihm der Schatten des Alonso auf. Woraufhin sie einen solchen Schreck bekamen, dass sie den Ball fast freiwillig abgaben. Bei der Wahl zum Türsteher des Monats ganz weit vorne. Chippte dann auch noch das 6:1 über die Mauer.

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Thiago

Wenn Alonso der Türsteher war, dann spielte Thiago den Cha-Cha-Cha-Tänzer, der den Portugiesen auf der Tanzfläche die Mädchen ausspannt. Und zwar alle Mädchen. Umkurvte die Gegner und zwinkerte ihnen dabei noch zu. War in der ersten Halbzeit überall, alle Angriffe liefen über den kleinen Spanier. Köpfte (!) dann auch noch das 1:0 und mimte sogleich Bernats Ich-beiß-dir-den-Kopf-ab-Gesicht nach. Ließ nach der Pause nach, doch da hatten sich die Mädchen auf der Tanzfläche längst entschieden.

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Philipp Lahm

Wer dachte, Philipp Lahm hätte schon alle Positionen gespielt, die er spielen kann, der wurde an diesem Dienstag eines Besseren belehrt. Guardiola stellte seinen "intelligentesten Spieler" frech auf die Rechtsaußen-Position. Lahm ein Rechtsaußen? Im Robben-Land? Nach 44 Minuten kurvte Philipp Robben erstmals in die Mitte und schoss mit links Richtung Tor. Wer es vor dem Spiel noch nicht wusste: Dieser Philipp Lahm kann alles. Spielte anfangs der zweiten Hälfte im zentralen Mittelfeld, zwischendurch Rechtsverteidiger, dann im offensiven Mittelfeld. Der vierfache Lahm. Klar, dass Porto da untergeht.

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Mario Götze

Blickte bei der Champions-League-Hymne wie immer in den Himmel, als würde er von dort etwas erwarten. Vielleicht suchte er auch Franck Ribéry. Denn während links Lahm den Robben spielte, spielte rechts Götze den Ribéry. Eine Aufgabe, die ihn zunächst sichtlich erfreute. Mit der Unterstützung des unermüdlichen Bernat war er wesentlich wirkungsvoller als zuletzt. Durfte nach der Pause wieder Götze sein und sich auch mal rechts aufhalten. Erhielt zum ersten Mal seit sehr langer Zeit Ovationen bei seiner Auswechslung.

Bayern München - FC Porto

Quelle: dpa

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Thomas Müller

"Wir dürfen nicht Kamikaze nach vorne rennen", hatte er gesagt. Nun, Kamikaze war es wohl nicht, was Thomas Müller da spielte. Aber zumindest eine Angriffsform, die die Portugiesen noch nie gesehen hatten. Was auch kein Wunder war, denn Thomas Müller spielte diesmal so wie er spricht. Und da weiß man ja auch nie, was dabei herauskommt, meistens aber irgendwas Geniales. Erinnerte an den WM-Müller, der immer irgendwas Irrwitziges, aber auch extrem Effizientes macht. Bereitete das 3:0 und 5:0 direkt vor. Schaffte es beim 4:0, dem Torwart den Ball aus 25 Metern durch die Beine zu schießen, indem er zuerst den großen Zeh eines Gegenspielers anvisierte (war bestimmt Absicht!)

FC Bayern Muenchen v FC Porto - UEFA Champions League Quarter Final: Second Leg

Quelle: Bongarts/Getty Images

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Robert Lewandowski

Die Portugiesen wussten wohl nicht, dass seine Frau Karate-Weltmeisterin ist und ihm offenbar schon einiges beigebracht hat. So einfach mit ein bisschen Härte ist der Pole nicht kleinzukriegen. Lewandowski kriegte, wie es so heißt, einiges auf die Socken, vor allem in der Anfangsphase. Er beschwerte sich zwar, doch dann ging auch er in den Rachemodus über. Traf zuerst den Pfosten, dann aber zweimal rein ins Tor.

Borussia Dortmund - Bayern München

Quelle: dpa

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Sebastian Rode

Glaubt ja immer, dass ihn Guardiola viel zu wenig spielen lässt. Kam auch diesmal erst nach 72 Minuten, als vermeintlich schon alles gelaufen war. Kurz darauf fiel das 1:5 und Rode musste doch noch ein bisschen mithelfen. Das tat er wie immer sehr anständig.

FC Bayern Muenchen v FC Porto - UEFA Champions League Quarter Final: Second Leg

Quelle: Bongarts/Getty Images

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Mitchell Weiser

Ins Halbfinale mit Mitchell Weiser. Das sagt viel über den derzeitigen FC Bayern aus, auch wenn er erst nach 86 Minuten kam.

Bayern München - FC Porto

Quelle: Marc Müller/dpa

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Pep Guardiola

Wird mit seiner Ich-mach-den-Lahm-zum-Robben-Taktik seinen internationalen Ruf festigen. Doch der Abend wird auch mit einem Malheur in Erinnerung bleiben: Peps Hose riss! An der linken Seite lugte sein nacktes Bein durch. Verlor damit das einzige Duell für den FC Bayern: Modisch war ihm Kollege Lopetegui eindeutig überlegen. Und das Schlimmste: Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt konnte sie weder flicken noch tapen.

© SZ.de/jbe/dd
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