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Champions League: Bayern - Inter:Nichts gelernt

Zwischen Wut und Fassungslosigkeit: Der FC Bayern verliert gegen Inter Mailand ein sicher geglaubtes Spiel und scheidet aus. Danach gibt es erstmals harsche Vorwürfe gegen die Defensive.

Der Schmerz war zu groß. Mario Gomez kauerte elendig auf dem Rasen, vergrub das Gesicht in seinen Händen, Thomas Müllers Arbeitstag endete mit einem Schreikrampf: vor Fassungslosigkeit, vor Schmerz, vor Wut über sich selbst. Um 22:38 Uhr mussten sich die Bayern Inter Mailand geschlagen geben - nach einem Spiel, das sie niemals hätten verlieren dürfen.

FC Bayern Muenchen v Inter Milan - UEFA Champions League

Münchner Arena, 88. Minute: Goran Pandev schießt das 3:2 für Inter Mailand.

(Foto: Bongarts/Getty Images)

"Das haben wir uns selbst zuzuschreiben. Der Stachel sitzt sehr tief, weil wir 60 grandiose Minuten gespielt haben", sollte Mario Gomez später klagen. "Inter Mailand war kaputt, die konnten nicht mehr laufen", sagte sein Kollege Bastian Schweinsteiger. Und schob hinterher: "Das ist unfassbar, dass wir gegen die ausscheiden."

Nach der Meisterschaft und dem DFB-Pokal sind die Bayern nach der 2:3-Rückspielniederlage (Hinspiel 1:0) gegen den Titelverteidiger auch in der Champions League gescheitert. Höchst unglücklich, jedoch auch irgendwie symptomatisch. Jene Saison, die in vielerlei Hinsicht eigentlich ein Selbstläufer werden sollte, ist damit endgültig eine verlorene.

Alles hatte so stürmisch begonnen. Gerade drei Minuten waren gespielt, als Mailands Goran Pandev seinen Sturmpartner Samuel Eto'o in die Gasse schickte. Die Situation war abseitsverdächtig, doch Eto'o durfte weiterlaufen, er tunnelte Thomas Kraft zum 0:1.

Die Bayern waren augenblicklich wach: In der 21. Minute streichelte Robben den Ball in den Strafraum, Inter-Keeper Júlio César ließ ihn prallen, Gomez hob den Ball mit dem Rücken zum Tor artistisch über César hinweg zum 1:1. Kurz darauf erreichte der Ball Thomas Müller, der César mit einem überlegten Schuss keine Chance ließ (31.). Es folgten die Minuten, in denen die Dominanz der Bayern sogar noch zunahm, an die sie sich später schmerzvoll erinnern würden.

Wie Franck Ribéry frei auf César zulief, den Ball jedoch über das Tor setzte (35.). Wie ein weiterer Ball von Gomez kurz vor der Linie verweilte, Müller heranrauschte, Inters Andrea Ranocchia dennoch irgendwie über Müllers Schienbein und den Pfosten klären konnte (40.). Auch ganz am Ende, als Gomez zusammen mit Ribéry und Müller aufs Tor stürmte, sich jedoch verdribbelte, statt die Nebenleute einzusetzen (83.).

"Wir hätten fünf, sechs Tore schießen müssen", befand Gomez anschließend, als er noch nach Worten rang, die Stimme leise, etwas schwerer als sonst. "Wir müssen in der ersten Halbzeit 4:1 führen", stellte auch Robben fest. Bereits ein 3:1 zur Pause hätte wohl zum Weiterkommen gereicht. Schwer vorstellbar, dass dieses mittelmäßig organisierte Inter noch einmal herangekommen wäre.

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