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BVB in der Champions League:Heilsame Flucht nach vorne

Man kann diese Ankündigung als typischen Vertragspoker abtun. Schon viele Vereinsbosse haben vor Transfers ähnlich gesprochen. Lewandowski und - wie man hört - auch seine Berater Cesary Kucharski und Maik Barthel sollen die Ankündigung aber sehr ernst nehmen. Intern soll das Szenario bereits fest abgesprochen sein, dass der Stürmer in Dortmund bleibt.

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"Jupp, wenn du das hörst: Sorry!"

Dortmunds Trainer Jürgen Klopp entschuldigt sich bei den Bayern für seine Kopier-Vorwürfe, Schalkes Julian Draxler macht in Wolfsburg ein Riesenspiel und setzt sich hohe Ziele und Manuel Neuer lernt in Hoffenheim ein völlig neues Gefühl kennen. Armin Veh hat ganz andere Probleme: Er fühlt sich zu alt.

Der BVB würde trotzdem im Sommer einen zweiten Mittelstürmer verpflichten, als Back-up für den 24-jährigen Lewandowski. Für diesen hätte ein Auslaufen des Vertrags 2014 kaum Schrecken. Zwar würde er noch ein weiteres Jahr für ein vergleichsweise bescheidenes Gehalt von geschätzten 1,5 Millionen Euro beim BVB spielen - aber dafür wäre er dann ablösefrei und könnte ein um so üppigeres Handgeld vom neuen Verein erwarten.

Schlecht wäre die Konstellation nur für Kucharski und Barthel, die bei einem Lewandowski-Transfer Millionen an Provision verdienen würden. Lewandowskis Ablösewert wird auf an die 30 Millionen Euro taxiert. Die Dortmunder rechnen insgeheim damit, dass Lewandowskis Wechselwille erlahmen dürfte, je länger er an der Erfolgsgeschichte der Mannschaft teilnimmt, je länger der BVB also beispielsweise in der Champions League spielt. Die Aussage von Karl-Heinz Rummenigge, dem Vorstandschef des FC Bayern ("Wir planen nicht, mit Dortmund in Verhandlungen über einen Transfer einzutreten"), soll bei Lewandowski wie ein Warnsignal angekommen sein. Im Subtext heißt das: München ist nicht bereit, für Lewandowski Ablöse zu zahlen.

In der bisweilen besonderen Psychologie des Fußballers kommt so eine Botschaft schlecht an. Schließlich hält sich Lewandowski für einen Top-Stürmer, für den man bereit sein sollte, tief in die Tasche zu greifen. Und so stellt sich in Dortmund nicht nur Lewandowski die Frage, ob die Bayern ihn wirklich wollen. Rummenigge wird, falls es opportun wird, seine Äußerung vermutlich schnell wieder zurücknehmen, wie man es umgekehrt seinem Pendant Watzke zutrauen muss, Lewandowski doch schon 2013 ziehen zu lassen.

Trotz allem geht Watzke davon aus, dass die Flucht nach vorn in die Champions League die einzige Antwort auf beides ist: den nationalen Alleingang des FC Bayern und den Abwanderungswillen des Torjägers. Gegen die mit neun Brasilianern besetzte Auswahl aus Donezk würde nach dem 2:2 im Hinspiel ein 1:1 reichen, um unter die letzten Acht zu kommen. Es ist in Dortmund kein Geheimnis mehr, dass sich die selbstbewusste Mannschaft inzwischen sogar den ganz großen Coup in der Champions-League zutraut. Allerdings nur mit Mats Hummels und Robert Lewandowski.

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