Bundesliga Havertz' herrlicher Heber - Schalke schlägt Stuttgart

Kai Havertz im Spiel gegen Berlin.

(Foto: Martin Meissner/AP)
  • Der FC Schalke 04 gewinnt gegen den VfB Stuttgart. Das 3:1 erzielt Ahmed Kutucu, ein 18-Jähriger aus Gelsenkirchen.
  • Werder Bremen kommt nach einem 0:2-Rückstand gegen RB Leipzig wieder zurück - und verliert doch.
  • Bayer Leverkusen schlägt Hertha BSC mit 3:1. Doch der Abschied von Trainer Heiko Herrlich soll beschlossene Sache sein.

VfB Stuttgart - FC Schalke 04

Im Duell der Enttäuschten hat Schalke 04 seine miserable Vorrunde in der Bundesliga mit dem fünften Saisonsieg abgeschlossen. Dank des 3:1 (1:0) beim VfB Stuttgart geht Königsblau nun wenigstens mit einem kleinen Polster auf die Abstiegsränge in die Winterpause.

Durch die Treffer von Steven Skrzybski (10.) und des eingewechselten Ahmed Kutucu (78.) sowie ein Eigentor von Mario Gomez (70.) verbringen auch Trainer Domenico Tedesco und Manager Christian Heidel einigermaßen ruhige Feiertage. Stuttgart dagegen überwintert im Tabellenkeller.

Die Schwaben, die immerhin drei der vorangegangenen sechs Spiele gewonnen hatten, sahen in ihren Retrotrikots von 1925 schick aus, griffen bei strömendem Regen auch unverdrossen an - blieben beim Abschluss aber glücklos. Die beste Chance vergab Nicolas Gonzalez, der, vom bisweilen unachtsamen Schalker Torhüter Ralf Fährmann unfreiwillig angespielt, aus 17 Metern irgendwie nicht ins leere Tor, sondern nur den rechten Pfosten traf (48.). Dem jungen Argentinier gelang immerhin der zwischenzeitliche Anschlusstreffer (76.).

RB Leipzig - Werder Bremen

RB Leipzig hat die kräftezehrende erste Saisonhälfte mit einem Erfolgserlebnis beendet und überwintert in der Bundesliga als Vierter auf einem Champions-League-Rang. Drei Tage nach dem Rückschlag gegen Bayern München (0:1) besiegte das Team von Trainer Ralf Rangnick am Samstag Werder Bremen mit 3:2 (2:0) - für Leipzig war es aufgrund der mühseligen Europa-League-Qualifikation bereits das 31. Pflichtspiel der laufenden Spielzeit.

Bruma (87.) sicherte den Dreier für die Sachsen, die zwischenzeitlich einen 2:0-Vorsprung herschenkten. Die weitaus weniger stark belasteten Bremer verpassten trotz einer leidenschaftlichen Leistung die Chance, den Rückstand auf die internationalen Ränge zu verkürzen und nach der Drohnen-Affäre von Hoffenheim für einen sportlichen Achtungserfolg zu sorgen. Lukas Klostermann (22.) und Nationalspieler Timo Werner (44.) erzielten die zur Pause zu hohe Führung für die effektiven Leipziger. Max Kruse (67.) und der eingewechselte Joshua Sargent (77.) glichen zwischenzeitlich aus.

Bayer Leverkusen - Hertha BSC

Bayer Leverkusen hat vor der Winterpause doch noch den Anschluss an die Europacup-Plätze geschafft, die Tage von Heiko Herrlich als Trainer der Werkself scheinen trotz eines überzeugenden 3:1 (2:1)-Erfolges gegen Hertha BSC aber gezählt. Nach der unbefriedigenden Hinrunde könnte der 47-Jährige noch in diesem Jahr durch den ehemaligen BVB-Coach Peter Bosz ersetzt werden, der am 3. Januar seinen neuen Job bei den Rheinländern antreten könnte und Leverkusen noch ins internationale Geschäft führen soll.

Angeblich hat sich Sportvorstand Rudi Völler, der Bosz schon 2017 verpflichten wollte, bereits vor dem Match gegen die Berliner mit dem 55-jährigen Niederländer auf eine Zusammenarbeit verständigt. Herrlich, dessen Vertrag im Sommer nach zwei Spielzeiten ohnehin ausgelaufen wäre, soll bereits vor dem Match über die Entscheidung der Bayer-Führungsetage informiert worden sein. Eine offizielle Bestätigung gab es allerdings noch nicht. Zuvor hatte die "Bild"-Zeitung berichtet, dass Herrlich bereits vor dem Spies gegen Berlin vor dem Aus stehe.

Ungeachtet dieser wichtigen Personalie bot Bayer drei Tage nach dem 2:1 auf Schalke eine couragierte Vorstellung. Der überragende Kai Havertz mit seinen Saisontreffern fünf und sechs (23./49.) und Kevin Volland (5.) machten am Ende den verdienten Erfolg der Leverkusener perfekt. Jordan Torunarigha (26.) traf für die Gäste von der Spree. Seinen zweiten Treffer erzielte Havertz per Heber.

Bayer Leverkusens Sportdirektor Simon Rolfes wollte vor dem Spiel zu einer möglichen Trennung von Trainer Heiko Herrlich "keinen Kommentar" abgeben. "Dass Spekulationen normal sind, ist auch klar. Jetzt zählen aber nur die Punkte", sagte Rolfes dem TV-Sender Sky. "Wir sind nicht zufrieden mit der Tabellensituation und teilweise auch den spielerischen Leistungen. Wir werden uns - wie nach anderen Spielen auch - in Ruhe zusammensetzen. Unser Anspruch ist ein anderer als Platz zehn. Viele Spieler haben deutlich mehr Potenzial als sie abgerufen haben", ergänzte Rolfes.

Hannover 96 - Fortuna Düsseldorf

Bei Hannover 96 fällt der Weihnachtsurlaub aus: Das Team von Trainer Andre Breitenreiter verlor gegen Fortuna Düsseldorf zum Hinrunden-Abschluss der Fußball-Bundesliga nach einem Tor von Oliver Fink in der Nachspielzeit (90.+2) verdient mit 0:1 (0:0) und überwintert auf einem direkten Abstiegskampf. Damit verfehlten Kapitän Waldemar Anton und Co. die Vorgabe ihres Trainers für einige frei Tage. Hannover hat sieben Punkte Rückstand auf den direkten Konkurrenten Fortuna und muss in der spielfreien Zeit elementare Verbesserungen herbeiführen.

Das Team von Trainer Friedhelm Funkel surft dagegen kurz vor den Festtagen auf einer Erfolgswelle. Die Rheinländer schafften eine perfekte englische Woche mit neun Punkten aus drei Partien und gehen mit ordentlichen 18 Punkten in die Pause.

1. FC Nürnberg - SC Freiburg

Aufsteiger 1. FC Nürnberg beendet die Bundesliga-Hinrunde als Tabellenschlusslicht und geht mit getrübter Stimmung in die Weihnachtsfeiertage. Gegen den SC Freiburg verpasste die Mannschaft von Trainer Michael Köllner beim etwas unglücklichen 0:1 (0:1) erneut den ersten Erfolg seit Ende September, elf Spiele dauert nun schon die Sieglosserie an. Die Freiburger dagegen stehen mit 21 Punkten auf einem Mittelfeldplatz glänzend da.

Ein Freistoß von SC-Außenverteidiger Christian Günter (19.) aus etwa 40 Metern, den Manuel Gulde noch leicht touchierte, führte zum 1:0 für die äußerst durchschnittlichen Breisgauer. Dem Club, der nun auch das elfte Duell mit Freiburg in Folge nicht gewann, fehlte wieder einmal die offensive Durchschlagskraft. Auch aus einem überdeutlichen Eckenplus schlug Köllners Elf kein Kapital, einem Treffer von Adam Zrelak (53.) wurde die Anerkennung wegen Abseits zu Recht verwehrt.

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