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Bundesliga:Bye bye, Montagsspiel

TSG Hoffenheim v Bayer 04 Leverkusen - Bundesliga

Hatte auch wenig Freude am Montagabend: Leverkusens Lucas Alario.

(Foto: Alex Grimm/Getty)

Hoffenheim und Leverkusen liefern sich ein freudloses letztes Montagsspiel. Dass am ungeliebten Termin künftig keine Partien mehr angesetzt werden, ist ein klarer Erfolg für die Fans.

Von Carsten Scheele

Los war eigentlich immer was. In Frankfurt flogen Tennisbälle und Klopapier auf den Rasen; in Wolfsburg regnete es zum Anpfiff kleine Osterei-Attrappen, die das Stadionpersonal krabbelnd wegräumen musste. Damals hatten die Spielplanmacher die Partie auf den Ostermontag gelegt, eine besondere Gemeinheit. Also warfen die Fans kleine rote, gelbe, grüne, blaue Eier auf den Rasen.

Beim letzten Bundesliga-Montagsspiel nun, an diesem Montagabend zwischen 1899 Hoffenheim und Bayer Leverkusen, flog gar nichts. Die Tribünen der Sinsheimer Arena waren leer geblieben - wie immer im zweiten Jahr der Pandemie. Richtig gut war das Spiel auch nicht, eher ein ziemlich freudloses Gekicke, das in Ermangelung von Torgelegenheiten folgerichtig 0:0 endete. Der perfekte Rahmen also zur Absetzung eines Termins, den kein Fan je wollte und den auch niemand vermissen wird.

Ursprünglich wurden die bis zu fünf Montagsspiele pro Saison eingerichtet, um den Europa-League-Teilnehmern vom Donnerstag einen spielfreien Tag mehr zu gönnen, aber auch, um den letzten spitzenfußballfreien Abend der Woche zu füllen. Eine gute Idee, um noch etwas Geld zu generieren, dachten die Vermarkter. Eine Zumutung, brüllten die Fans. Sie protestierten gegen lange Auswärtsfahrten am ärgerlichen Wurmfortsatz des Wochenendes. Mal verzichteten sie montags eine Halbzeit lang auf Anfeuerungen und Gesänge, in Dortmund ließen Tausende, die sonst auf der Südtribüne stehen, ihre Tickets verfallen.

Dass die Spielplanmacher eingelenkt haben und künftig nicht mehr montags kicken lassen, dürfen die Fanszenen als klaren Erfolg werten. Und als Mutmacher für den nächsten Kampf, den es wohl zu kämpfen gilt: gegen die anstehende Champions-League-Reform.

Ab der kommenden Saison gibt es eine neue Anstoßzeit am Sonntag

Am ungeliebten Montagstermin hatte sich dennoch manch kurzweiliges Spiel ereignet: Leverkusens 4:1 in Leipzig, im April 2018. Oder kürzlich, das wilde 3:3 im Schneetreiben zwischen den Bayern und Arminia Bielefeld. Da konnte sich die Partie zwischen Hoffenheim und Leverkusen zum Abschluss des 28. Spieltags absolut nicht einreihen. Eine Halbzeit lang passierte kaum etwas, bis auf eine halbe Dribbelchance von Leverkusens Florian Wirtz (19.). In der zweiten Halbzeit konzentrierten sich beide Teams darauf, die Partie bloß nicht zu verlieren - Hoffenheim schoss nicht einmal mehr aufs Tor. "Das ist für unsere Ziele zu wenig. Wir wollten in die Champions League, das wird jetzt schwierig", sagte Leverkusens Nadiem Amiri im Sender DAZN. Bayer bleibt als Sechster immerhin auf Europa-League-Kurs. Hoffenheim hat noch fünf Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz 16.

Ab der kommenden Bundesliga-Saison wird es dann eine neue Anstoßzeit geben: Sonntag, 19.30 Uhr. Auch nicht wirklich prickelnd für auswärtsfahrende Fans, die am späten Sonntagabend von, sagen wir Bremen, nach, sagen wir Freiburg, zurückkehren müssen. Aber immerhin ist es theoretisch möglich, am Montagmorgen zur Arbeit oder zur Schule zu erscheinen.

© SZ/bkl
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