Bundesliga Mallis überraschende Rochade

Yunus Malli verabschiedet sich von Mainz 05 und heuert beim VfL Wolfsburg an.

(Foto: dpa)

Der Mittelfeldspieler hätte wohl für einen Champions-League-Klub spielen können, landet aber im kriselnden Wolfsburg. Dem neuen VfL-Geschäftsführer gelingt ein Coup.

Von Tobias Schächter, Mainz

Es ging alles sehr schnell: Yunus Malli konnte sich nur noch per SMS von seinen Kollegen beim FSV Mainz 05 aus dem Trainingslager in Marbella verabschieden. Am Donnerstagabend schon absolvierte er im rund 500 Kilometer entfernten La Manga den Medizincheck im Trainingslager des VfL Wolfsburg, am Freitag wurde er dort offiziell als Zugang vorgestellt. Für 12, 5 Millionen Euro Ablösesumme plus Erfolgsboni tauscht Malli die Nummer "10" des FSV gegen die "10" des VfL ein. Der 24-Jährige unterschrieb einen Kontrakt bis 2021.

Die spanische Rochade Mallis von Mainz nach Wolfsburg darf als der bislang spektakulärste Bundesligatransfer in dieser Winterwechselperiode gelten. Olaf Rebbe, 38, seit der Demission von Geschäftsführer Klaus Allofs als Sportchef beim VfL tätig, darf sich die Verpflichtung des torgefährlichen Regisseurs als Coup anrechnen. Malli rangiert in dieser Saison mit sechs Treffern und sieben Vorlagen in der Scorerliste der Liga auf Platz sechs. Zudem ist Malli türkischer Nationalspieler und EM-Teilnehmer 2016.

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Erwartet worden war eher eine Wechsel zu einem Champions-League-Klub in Deutschland oder England. Dass nun Wolfsburg den Zuschlag bekam, wirkt sportlich nicht unbedingt wie ein Fortschritt für den ehrgeizigen Spieler. Ob es keine anderen Angebote gab? Nach einer verkorksten Vorrunde steht der VfL derzeit nur auf Platz 13 - Mainz ist Zehnter. Eine Europapokal-Teilnahme des VfL nach dieser Saison erscheint utopisch. Für den Profi geht der Wechsel zur VW-Tochter aber wohl mit einer Gehaltsverdopplung einher. "Mit Malli haben wir im Offensivbereich noch einmal an Flexibilität hinzugewonnen", feiert VfL-Trainer Valerien Ismael den Transfer.

Wechsel ist Gegenentwurf zu Draxler-Transfer

Malli ist ein stiller Typ, auch die Trennung von Mainz ging im Einvernehmen über die Bühne. Der Transfer steht im Kontrast zum Wechsel von Julian Draxler vom VfL zu Paris St. Germain. Für den seit Sommer wechselwilligen Nationalspieler kassierte der VfL zuletzt circa 40 Millionen Euro. Nach Mittelfeldspieler Riechedly Bazoer (für zwölf Millionen von Ajax Amsterdam) und Stürmer Victor Osimhen (für 3, 5 Millionen von den Ultimate Strikers/Nigeria), ist Malli der dritte Zugang des Winters. Rund 27 der 40 Draxler-Millionen hat der Klub damit bereits in den Umbau des Kaders investiert. Mallis Verpflichtung zeigt auch, dass die VfL-Offiziellen dem eigentlich hoch geschätzten Daniel Didavi (erst sechs Einsätze seit seinem Wechsel aus Stuttgart) wegen anhaltender Knieprobleme keine dauerhaft tragende Rolle zutrauen. Didavi spielt die gleiche Position wie Malli.

Für Mainz ist Mallis Abschied ein großer Verlust, die Position ist im Kader nicht mehr besetzt. Seit seinem Wechsel 2011 aus Gladbach reifte Malli von einem mitunter lethargischen Talent zur aggressiven Kraft. Er ist der einzige FSV-Profi, für den das Prädikat "unersetzlich" gilt; es wird spannend zu beobachten, wie Trainer Martin Schmidt den Weggang seines kreativsten Spielers kompensiert. Per Systemumstellung? Durch einen neuen Spielmacher? Aus finanziellen Erwägungen gab es keine Alternative. Im Sommer hätten die Mainzer für Malli (Vertrag bis 2018) nur noch eine festgeschriebene Ablösesumme von neun Millionen Euro kassiert.

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