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Bundesliga:Ingolstadt erlegt Darmstadt in 93 Sekunden

FC Ingolstadt v SV Darmstadt 98 - Bundesliga

Alfredo Morales freut sich über den Sieg gegen Darmstadt 98.

(Foto: Bongarts/Getty Images)

Mit einem Doppelschlag innerhalb von zwei Minuten hat ein leidenschaftlicher FC Ingolstadt das Aufsteigerduell in der Fußball-Bundesliga noch für sich entschieden. Robert Bauer (58. Minute) und Moritz Hartmann (60./Foulelfmeter) wendeten am Sonntag gegen Darmstadt 98 nach dem Seitenwechsel ein intensives, aber kaum filigranes Kräftemessen zweier Überraschungsteams, ehe Hartmann mit seinem zweiten Treffer (88.) zum 3:1 (0:1) alles klar machte.

Gäste-Kapitän Aytac Sulu (9. Minute) hatte die Darmstädter Standardspezialisten mit dem 100. Bundesliga-Tor ihrer Club-Historie in Führung gebracht. Vor 14 551 Zuschauern war das gegen nie aufsteckende Ingolstädter aber zu wenig. In der Tabelle verbesserten sich die Oberbayern auf den achten Platz. Der Mitaufsteiger hat als Tabellen-13. nunmehr fünf Punkte Rückstand.

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Die Gastgeber brauchten zwar rund eine halbe Stunde, um ins Spiel zu kommen, zeigten sich danach aber umso überlegener. Dank einer deutlichen Leistungssteigerung im ersten Bundesligaduell der beiden Clubs verdienten sich die Oberbayern ihren zweiten Heimsieg und die Saisonpunkte 17, 18 und 19. So gab's im fünften Pflichtspiel erstmals einen Sieger: Die ersten vier Duelle hatten alle 2:2 geendet.

Darmstadt beweist Standardstärke

Erst mit zehnminütiger Verspätung ging es los in Ingolstadt - wegen der intensiven Sicherheitskontrollen schoben die Organisatoren den Anpfiff kurzfristig leicht nach hinten. Vor allem die Darmstädter ließen sich von der Verzögerung allerdings nicht beeindrucken und drückten sofort aufs Tempo. Die erste Chance durch Dominik Stroh-Engel blieb noch ungenutzt (7.), 120 Sekunden später durften die Gäste jubeln. Nach einem Eckball von Konstantin Rausch schraubte sich Kapitän Sulu im Strafraum hoch und nickte aus fünf Metern unhaltbar zum 1:0 ein. Die Darmstädter unterstrichen somit einmal mehr ihren Ruf als Standardspezialisten.

Ingolstadt, früh geschwächt durch die verletzungsbedingte Auswechslung von Linksverteidiger Markus Suttner, blieb zunächst harmlos. Erst nach mehr als einer halben Stunde kam das Team von Trainer Ralph Hasenhüttl erstmals gefährlich vors Tor. Keeper Christian Mathenia ließ den Ball nach einem Freistoß von Pascal Groß nur abklatschen, im Nachsetzen verfehlte Hartmann aus spitzem Winkel (33.). Kurz vor der Pause ergab sich für Lukas Hinterseer die nächste Ausgleichschance, Mathenia war nach dem Kopfball des Österreichers aber auf dem Posten (43.).

Ihre gute Phase vor der Pause setzten sich die Oberbayern auch danach fort. Wenige Sekunden nach Wiederanpfiff verpasste Romain Bregerie mit einem strammen Rechtsschuss den Ausgleich, die vierte Chance der immer stärker werdenden Gastgeber dann aber saß: Mit einem brachialen 16-Meter-Kracher hämmerte Bauer den Ball zum 1:1 ins Netz. Der Jubel der Heim-Zuschauer war gerade erst verhallt, als die Ingolstädter Fans schon wieder die Arme in die Höhe reißen konnten. Mit einem unnötigen Foul an Groß im eigenen Strafraum verschuldete Junior Diaz einen Elfmeter, den Hartmann souverän verwandelte. Danach konzentrierten sich die Ingolstädter aufs Verteidigen - und ließen durch Hartmann nach einem Konter noch den dritten Treffer folgen.

Berlin siegt im dichten Schneetreiben

1899 Hoffenheim kann unter Trainer Huub Stevens weiter nicht gewinnen und ist im Schneetreiben von Berlin ans Tabellenende gestürzt. Bei Hertha BSC verloren die offensivschwachen Gäste aus dem Kraichgau 0:1 (0:1) und warten nun seit sechs Spielen auf einen Sieg. Ein Treffer von Eugen Polanski ins eigene Tor besiegelte nach zwei torlosen Unentschieden die erste Niederlage von Stevens als TSG-Coach. Unter dem Niederländer gelang dem Team noch kein Treffer. Erst zum zweiten Mal überhaupt stehen die Hoffenheimer in der Bundesliga auf dem letzten Tabellenplatz. Zwar traf Polanski (30.) ins Tor - allerdings ins eigene.

Die Berliner etablieren sich dagegen immer weiter in der Spitzengruppe der Liga und stehen als Vierter auf dem Champions-League-Qualifikationsplatz. Vor knapp einem Jahr hatte die Hertha gegen Hoffenheim noch 0:5 vor eigenem Publikum verloren. Vor knapp 37 045 Zuschauern im Olympiastadion hatte Stevens nach drei Spielen ohne Tor in der Offensive gewechselt. Für Eduardo Vargas und den ehemaligen Nationalspieler Kevin Kuranyi spielten Mark-Alexander Uth und Nadiem Amiri. Polanski ersetzte den gelbgesperrten und verletzten Kapitän Pirmin Schwegler. Pal Dardai musste dagegen nur den verletzten Mitchell Weiser ersetzen. Für ihn spielte Tolga Cigerci.

Kalou vergibt die beste Möglichkeit

Die Wechsel in der Hoffenheimer Offensive zeigten aber zunächst keine Wirkung. Im dichten Schneetreiben hatten allerdings beide Mannschaften Probleme, konstruktive Spielzüge zustande zu bringen. Und wenn, dann waren es die Berliner. Salomon Kalou vergab in der 17. Minute die bis dahin beste Möglichkeit: Der ivorische Nationalspieler rutschte im Strafraum weg und schoss über das Tor. Die Gastgeber investierten mehr und gingen verdient in Führung - wenn auch durch Mithilfe der Hoffenheimer. Nach einem Freistoß von Marvin Plattenhardt traf Polanski per Kopf ins eigene Tor.

Vor allem über die Außenpositionen blieben die Herthaner weiter gefährlich, kurz vor der Pause verpasste Cigerci eine Flanke von Plattenhardt knapp (41.) Nach dem Seitenwechsel versuchten die Gäste zwar, häufiger vor das Tor der Herthaner zu kommen, waren aber in der Offensive viel zu harmlos. Statt echter Torchancen prägten Fehlpässe die Angriffsbemühungen. Die Berliner zogen sich allerdings auch weit in die eigene Hälfte zurück und überließen den Hoffenheimer weitestgehend das Spielgeschehen. Dem ohnehin nur mäßigem Niveau der Begegnung tat dies keinesfalls gut.