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Bundesliga:Tourés feiner Schuss schmerzt Leipzig

Eintracht Frankfurt - RB Leipzig

Frankfurts Torschütze zum 1:0: Almamy Touré (r.).

(Foto: dpa)
  • Tabellenführer RB Leipzig verliert in der Bundesliga bei Eintracht Frankfurt mit 0:2 - in der Bundesliga liegen damit die ersten vier Teams nur vier Punkte auseinander.
  • Borussia Mönchengladbach gewinnt nach Rückstand gegen Mainz - wie auch Hertha BSC in Wolfsburg.
  • Hier geht es zur Tabelle der Bundesliga.

Eintracht Frankfurt - RB Leipzig 2:0 (0:0), Tore: 1:0 Touré (48.), Kostic (90.+3)

In der Bundesliga geht es nach diesem Samstag noch enger zu: Denn Tabellenführer RB Leipzig verlor bei Eintracht Frankfurt mit 0:2. Und nun liegen vier Teams - Leipzig, Bayern, Gladbach und Dortmund - nur vier Punkte auseinander.

Bei RB stand der gerade verpflichtete Dani Olmo noch nicht im Kader, Nationalspieler Lukas Klostermann fehlte mit Kniebeschwerden und konnte sich nicht dem zuschauenden Bundestrainer Joachim Löw empfehlen. In der ersten Hälfte hatte Leipzig mehrere gute Chancen: Mal tauchte jemand vor Eintracht-Torwart Kevin Trapp auf, mal versuchte sich wer aus der Distanz. Ein Tor sprang aber nicht raus.

Stattdessen traf kurz nach der Pause die in der ersten Hälfte harmlose Eintracht - und das ziemlich hübsch: Von Martin Hinteregger, der nahe der Grundlinie einen Einwurf empfangen hatte, kam der Ball zurück auf Rechtsverteidiger Almamy Touré. Der schickte den Ball direkt, hart und ziemlich platziert ins Tor. Und kurz vor Schluss gelang gar das 2:0: Goncalo Paciencia hatte für Filip Kostic quergelegt. Für die Eintracht war es der zweite Sieg im zweiten Rückrunden-Spiel.

FC Bayern - Schalke 04 5:0: (2:0), Tore: 1:0 Lewandowski (6.), 2:0 Müller (45.+2), 3:0 Goretzka (50.), 4:0 Thiago (58.), 5:0 Gnabry (89.)

Der FC Bayern nutzte gleich die Gelegenheit und rückte bis auf einen Punkt an die Leipziger heran. In einem einseiteigen Spiel traf Robert Lewandowski früh - zuvor hatte Schalke-Torwart Markus Schubert eine Flanke von Thomas Müller nicht richtig abwehren können. Müller erhöhte seinerseits kurz vor der Pause, und Goretzka traf nach derselben per Seitfallzieher. Schließlich erhöhten Thiago und Gnabry. Winter-Zugang Alvaro Odriozola stand im Kader, kam aber noch nicht zu seinem ersten Spiel für die Bayern.

Borussia Mönchengladbach - 1. FSV Mainz 05 3:1 (1:1), Tore: 0:1 Quaison (11.), 1:1 Pléa (24.), 2:1 Pléa (76.), 3:1 Neuhaus (87.)

Während Leipzig patzte, meldete sich die Borussia zurück - und liegt nach dem 3:1 gegen Mainz nur noch zwei Punkte hinter RB. Dabei hatte es zunächst nicht gut ausgesehen für die Gladbacher: Ein simpler Spielzug brachte die Mainzer Führung: Moussa Niakhaté spielte einen hohen Ball aus der eigenen Hälfte Richtung Robin Quaison, der diesen mitnahm und dann volley ins Tor schoss - Gegenspieler Johnson hatte etwas zu weit weg gestanden.

Die Borussia antwortete aber bald per Freistoß: Oscar Wendt flankte, und Alassane Pléa hatte so viel Platz, dass er den Ball im Grunde aus der Luft einschieben konnte. Das 2:1 verpasste die Borussia zunächst, als Marcus Thuram nach einer Flanke von Pléa die Latte traf. Ein zweiter Freistoß brachte dann aber die Führung: Diesmal führte Wendt kurz aus, Patrick Herrmann flankte, und wieder traf Pléa - wobei nicht ganz klar war, ob er den Ball wirklich mit seinem linken Standbein oder doch mit rechts hatte treffen wollen. So oder so: Es stand 2:1. Und dabei blieb es nicht, weil eine Kopfball-Abwehr von Zentner bei Florian Neuhaus landete, der den Ball über den zurückeilenden Torwart hob.

Vor Spielbeginn hatte es eine Schweigeminute für Hans-Jörg Criens gegeben. Der frühere Borussia-Stürmer und dritterfolgreichste Torschütze in der Klub-Historie war am zweiten Weihnachtstag im Alter von 59 Jahren gestorben. Am Freitag fand seine Beisetzung statt.

VfL Wolfsburg - Hertha BSC 1:2 (0:0), Tore: 1:0 Mehmedi (68.), 1:1 Torunarigha (74.), 1:2 Lukebakio (90.)

Schon einmal war Trainer Jürgen Klinsmann in Wolfsburg angetreten. Der Klub, den Klinsmann damals coachte, war der FC Bayern - und der blamierte sich mit einer 1:5-Klatsche. Elf Jahre später präsentierte sich der 55-Jährige mit der Hertha in besserer Verfassung. Statt Davie Selke ließ Klinsmann diesmal Dodi Lukebakio für die Hertha stürmen, Torgefahr entwickelte die Elf lange Zeit trotzdem kaum. Die einzige Chance in der ersten Hälfte hatte Marius Wolf zu Beginn, er verbummelte diese aber. Aber auch von Wolfsburg war lange nichts zu sehen, bis Admir Mehmedi in der 68. Minute vor dem Strafraum heftig gegen den Ball trat: Wout Weghorst duckte sich rechtzeitig weg - und der Ball segelte ins rechte Toreck. Das Klinsmann-Team gab allerdings nicht auf. Nach einer Ecke sprang Jordan Torunarigha deutlich höher als Kevin Mbabu und köpfelte sehenswert ins Tor. Kurz vor Schluss traf die Hertha noch einmal mit dem Kopf: Diesmal bugsierte Lukebakio den Ball zum 2:1-Sieg ins Netz. Für Klinsmann also ein deutlich erfreulicheres Ergebnis als beim letzten Besuch in Wolfsburg.

SC Freiburg - SC Paderborn 0:2 (0:0), Tore: 0:1 Antwi-Adjej (48.), 0:2 Sabiri (84.)

Die Sonne strahlte beim Anpfiff ins Freiburger Schwarzwald-Stadion, während sich über den anderen Stadien des Landes der Himmel von seiner hässlichen, grauen Seite zeigte. Vom Wetter abgesehen verpasste Bundestrainer Joachim Löw, der sich ausnahmsweise nicht im Breisgau, sondern in Frankfurt aufhielt, allerdings zunächst kaum etwas. Die erste Halbzeit zwischen Freiburg und Paderborn verlief zäh. Die zweite verlief dann etwas aufregender: Paderborns Christopher Antwi-Adjei traf in der 48. Minute erstmals in der Bundesliga und führte ein Freudentänzchen auf. Zehn Minuten später musste Paderborn-Verteidiger Jamilu Collins nach einer gelb-roten Karte vom Platz. Freiburg wurde etwas forscher, aber die zehn Gäste hielten dagegen. In der 84. Minute bekamen die Paderborner einen Elfmeter zugesprochen - auch wenn die Entscheidung fragwürdig war. Lucas Höler berührte Kai Pröger nur leicht im Gesicht. Paderborns Mittelfeldspieler Abdelhamid Sabiri kümmerte dies nicht: Er verwandelte den Strafstoß und tütete den vierten Sieg für Paderborn in dieser Saison ein. Die Ostwestfalen kletterten auf den vorletzten Tabellenrang.

1. FC Union Berlin - FC Augsburg 2:0 (0:0), Tore: 1:0 Subotic (47.), 2:0 Ingvartsen (61.)

FC Bayern Muenchen v FC Schalke 04 - Bundesliga

Die Choreographie der Bayern-Fans.

(Foto: Bongarts/Getty Images)

Union Berlin hat derweil den FC Augsburg überholt. Neven Subotic, der eine starke Partie zeigte, brachte das Team aus der Hauptstadt in Führung. Augsburgs André Hahn hatte eine Ecke verlängert, und der Defensivspieler der Union schob ein. Später erhöhte Ingvartsen aus dem Strafraum: Sein Schuss ging vom Innenpfosten ins Tor.

Erinnern: Die Fans des FC Bayern erinnerten in einer Choreographie vor dem Anpfiff des Spiels gegen Schalke 04 an Hugo Railing aus München, der 1942 im Vernichtungslager Sobibor ermordet wurde. "Gegen das Vergessen" stand neben einem Porträt von Railing. Auf dem Platz versammelten sich die Spieler beider Mannschaften und das Schiedsrichter-Team um ein Plakat mit der Aufschrift "#WeRemember". Der 27. Januar ist der Internationale Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust. Der deutsche Profifußball gedenkt der Opfer des Nationalsozialismus in dieser Saison am 19. und 20. Spieltag.

Foul des Tages: Timo Werner und Robert Lewandowski führen die Torjägerliste in dieser Saison an, Jadon Sancho und Thomas Müller liegen bei den Torvorlagen vorne - und auch Paderborns Klaus Gjasula steht bei einer Statistik ganz vorne. Und das unangefochten. Als der defensive Mittelfeldspieler am Samstag seinen Freiburger Gegner Chang-Hoon Kwon bei einem Konter ausbremste, zeigte ihm der Schiedsrichter die gelbe Karte. Es war bereits seine zehnte in dieser Saison - und das am 19. Spieltag. Eine derartige Bilanz war seit Helmut Rahner aus Uerdingen vor 27 Jahren keinem Bundesligaprofi mehr gelungen. Immerhin: Bei der nächsten Partie gegen Wolfsburg wird keine weitere Karte hinzukommen, denn da muss Gjasula zuschauen.

Transfer des Spieltages: Der 21-jährige Dani Olmo schob den Ball mit einem herrlichen Chip ins Tor - und entschied mit dieser Aktion im Juni das U21-EM-Finale gegen die DFB-Junioren, das Spanien mit 2:1 gewann. Nun ist das Ballgefühl von Olmo bald auch in der Bundesliga zu bewundern. Der Offensivspieler wechselt von Dinamo Zagreb zu RB Leipzig, wie am Samstag offiziell bekannt wurde. Am Montag stößt er zur Mannschaft. Es ist ein aufsehenerregender Wechsel, der nicht ganz billig ist. 20 Millionen Euro soll der Bundesliga-Tabellenführer gezahlt haben, durch Bonuszahlungen könnten nochmal 10 Millionen Euro hinzukommen.

© SZ.de/chge
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