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BVB-Stürmer Haaland:Ein Serientäter schockt die Liga

Borussia Dortmund - 1. FC Köln

Diesmal zwei Treffer: Erling Haaland bei Sieg gegen Köln

(Foto: David Inderlied/dpa)

Als der Fußballer Paco Alcácer Freitagnacht das Dortmunder Stadion verließ, tippte er eifrig auf seinem Smartphone herum und musste dabei grinsen. Vielleicht hat er noch einmal nachgeschaut, wie lange das damals im Herbst 2018 bei ihm selbst gedauert hatte mit den ersten Treffern, und wenn er es richtig nachgeschaut hat, dann hat er gesehen, dass er sich in seinen ersten drei Bundesliga-Einsätzen für Borussia Dortmund von einem auf zwei und dann drei Treffer gesteigert hat und dass er für seine ersten sechs Bundesliga-Treffer nur drei Mal kurz für addierte 81 Minuten hat spielen müssen.

Für den jungen Erling Haaland, der Alcácer aus der BVB-Mannschaft verdrängt hat, bedeutet das nach drei Treffern im ersten Spiel binnen 34 Minuten und zwei weiteren am Freitagabend beim 5:1 gegen den 1. FC Köln binnen 25 Minuten, dass er am kommenden Samstag gegen Union Berlin binnen 22 Minuten zwei weitere Tore schießen müsste, um besser zu sein als Alcácer. Dieser Gedanke dürfte dem abservierten Spanier gefallen haben - diese Rechnung und ein ironisches Statement vom Torwart Roman Bürki beim Streaming-Dienst DAZN. Dort sagte der Schweizer über Haaland: "Ja, schade, dass er schon nachlässt; erst drei, jetzt zwei, ich hoffe mal nicht, dass es im nächsten Spiel nur noch ein Tor ist."

Als Antwort einen angedeuteten Kinnhaken

Am meisten gelacht haben dürfte über diesen Gag Haaland selbst, die perfekte Mischung aus der Ungezwungenheit eines Michel aus Lönneberga und der Professionalität norwegischer Wikinger. In Interviews hat der lässige Sonnyboy stets lustige Sprüche auf Lager, aber die Reise zu seinem ersten Heimspiel für den BVB haben ein halbes Dutzend norwegischer Journalisten trotzdem halbwegs umsonst gemacht, weil sie nach Haalands Doppelpack zum 5:1-Sieg gegen den 1. FC Köln kein einziges Statement von ihm bekommen haben.

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In der Fußballbranche ist das nämlich so: Sie lassen einen 19-Jährigen tausend Kilometer fern der Heimat wohnen, sie zahlen ihm ein Millionengehalt, sie lassen ihn vor 80 000 Zuschauern im Stadion und Millionen vor den Fernsehern Fußball spielen, aber wenn er nach einem gelungenen Einstand mit fünf Treffern und zwei Siegen in ein paar Kameras sagen soll: 'Das hat Spaß gemacht!', dann machen sie sich gleich Sorgen. Also bekamen die norwegischen Journalisten vom BVB-Mediendirektor mit leicht vorwurfsvollem Ton zu hören: "Der Junge ist erst 19!" - und sie reisten ohne Haaland-Statements wieder heim.

Auch der frühere Fußballprofi und heutige Fernsehjournalist Jan Åge Fjørtoft war gekommen, um Haaland zu interviewen. Die beiden kennen sich ziemlich gut. Als Haaland nach dem Spiel die Treppe zum Kabinengang heraufkam, wartete Fjørtoft schon auf ihn, begrüßte ihn mit einem breiten Grinsen und bekam als Antwort einen ziemlich liebevollen, angedeuteten Kinnhaken von Haaland. Ein Interview durfte ihm der 19-Jährige aber trotzdem nicht geben, und weil Fjørtoft deshalb Zeit hatte, berichtete er deutschen Journalisten aus Haalands Leben.

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