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Brasiliens Niederlage gegen Holland:Sturer Felipão

Brazil's coach Luiz Felipe Scolari reacts during their 2014 World Cup third-place playoff against the Netherlands at the Brasilia national stadium in Brasilia

Luiz Felipe Scolari ist mit der Leistung seiner Mannschaft zufrieden.

(Foto: REUTERS)

Wenigstens mit ein bisschen Würde wollte die brasilianische Elf die heimische Bühne verlassen - doch sie verliert 0:3 gegen die Niederlande. Trainer Luiz Felipe Scolari lobt die Seleção trotzig und tritt nicht ab. Seine Karriere wird nun wohl in einem Besprechungsraum enden.

Jeder Brasilianer kennt nun die schlimmste Niederlage in der WM-Geschichte seiner Nationalmannschaft: das 1:7 gegen Deutschland, zuhause im Halbfinale. Die goleada, wie die Brasilianer eine Klatsche nennen, lief seitdem in Endlosschliefe auf sämtlichen Bildschirmen. Mit masochistischem Eifer ließen die TV-Sender die Dolchstöße ins Herz der stolzen Fußballnation immer wieder Revue passieren. Selbst einen trinken gehen, half nicht zu vergessen - schließlich hängt in jeder Bar in Rio mindestens ein Fernseher.

Auch wenn die Schmach unauslöschlich ist: Am Samstag im Spiel um Platz drei gegen Holland hatte die Seleção immerhin die Chance, diesen Schreckensbildern kosmetisch etwas entgegenzusetzen. In der Hauptstadt Brasília wollte man zumindest ein bisschen Balsam auf die offenen Wunden des Volkes schmieren. Die, die einst Weltmeister werden wollten, sollten die heimische Bühne wenigstens mit ein bisschen Würde verlassen. Daraus aber wurde nichts. 3:0 (2:0) gewann die Niederlande.

Drei Dolchstöße mehr also, mit denen die Fans, die noch einmal tapfer mit der Mannschaft ihre Nationalhymne im Estádio Mané Garrincha geschmettert hatten, nun malträtiert werden. Und ein weiterer Tiefpunkt: Zwei Niederlagen bei einer WM gab es seit mehr als 40 Jahren nicht mehr für die Seleção. Die brasilianische Defensive offenbarte erneut ähnliche Auflösungserscheinungen wie vergangenen Dienstag in Belo Horizonte gegen die DFB-Elf.

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Da hatte Trainer Luíz Felipe Scolari das Desaster hartnäckig auf einen sechsminütigen kollektiven Blackout geschoben. Die Ausrede gab es nach der Niederlage gegen Holland nicht mehr. Und doch sahen die zusammengekniffenen blauen Augen des Teamchefs bei der anschließenden Pressekonferenz nur die "guten Seiten" des Spiels. "Meiner Meinung nach haben wir heute nicht schlecht gespielt", befand Felipão - und lobte den Einsatz seiner Mannschaft, die trotz des frühen Gegentors "gekämpft und Chancen kreiert" habe.

Scolari, der vorher mit Unparteiischen stets hart ins Gericht gegangen war, hielt sich diesmal mit Kritik am Schiedsrichter zurück. Obwohl der Algerier Djamel Haimoudi den Holländern einen Strafstoß schenkte und vor dem zweiten Treffer eine Abseitsstellung übersah. Allerdings erwähnte der Teamchef auch nicht die desolate Vorstellung seiner Innenverteidiger: David Luíz hatte das zweite Gegentor mit einem unnötigen Kopfball in die Strafraummitte vorbereitet; das erste Tor fiel, weil der zurückgekehrte Abwehrchef Thiago Silva Arjen Robbens Durchmarsch in der zweiten Minute nur mit einem Foul an der Strafraumgrenze stoppen konnte.