Bayern-Sieg gegen den VfB Zwei Abseitstore

Es sind seltsame Spiele, die man bisweilen in München sieht. Denn obwohl die Stuttgarter 0:4 zur Pause hinten lagen, war ihr bester der Torwart. Przemysłan Tyton hielt noch einige Schüsse, zum Beispiel einen Volleyknaller von Lewandowski oder einen Versuch von Robben. Die Münchner waren deutlich überlegen. Dennoch hinterließ die Führung ein "Gschmäckle", wie der Schwabe sagt.

Badstubers Rückkehr löst lauten Jubel aus

Vor dem 2:0 und dem 3:0 standen diverse Bayern-Spieler knapp oder deutlich im Abseits, ohne dass Schiedsrichter Bastian Dankert pfiff. Dafür unterband er kurz nach der Pause einen Treffer des Stuttgarters Timo Werner, obwohl der regelgerecht erzielt war.

Bundesliga Der Trainer als Standortvorteil
Kommentar
Pep Guardiola

Der Trainer als Standortvorteil

Der FC Bayern ist bereit, Pep Guardiola viele Wünsche zu erfüllen. Der Klub ahnt, dass er umworbene Spieler dann mit einem Argument locken könnte, das noch stärker ist als Geld.   Ein Kommentar von Claudio Catuogno

Dass diese Fehlentscheidungen keine großen Turbulenzen auslösen dürften, lag einerseits an der Dominanz der Münchner. Andererseits daran, dass die Stuttgarter ihre schönen Ansätze in der Offensive ihrerseits nicht nutzten. Denn bisweilen kamen die Gäste zu schönen Angriffen. Doch Filip Kostic traf nur die Latte (nach einem Fehler von Alaba! 33.), Timo Werner schoss drüber (36.), und Philip Heise zielte genau auf Manuel Neuer (64.).

Nach einer Stunde stand es also 4:0 - und das Spiel verlor seinen Wettkampfcharakter. Es wirkte wie ein Schaulaufen bei Olympia: schon Sport, aber wenn was schief geht, ist es halb so schlimm. Robben lupfte freistehend vorbei, Robben schlenzte freistehend vorbei, Coman scheiterte freistehend an Tyton, Lewandowski auch. Guardiola wechselte seine Innenverteidigung aus. Zuerst kam der lange verletzte Medhi Benatia. Dann der noch viel länger verletzte Holger Badstuber. Was den größten Jubelsturm des Nachmittags auslöste.

Für Badstuber war es der richtige Moment, um sich wieder an das Bundesliga-Niveau heranzutasten. Es war ein fröhlicher Tag in München. Die Zuschauer waren zufrieden, die Fans sangen. Sie hätten auch ein Loblied an den VfB und seinen Trainer anstimmen können, der so wunderbar mitspielte und das Spektakel erst ermöglichte.