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FC Bayern:5:2 Argumente für Transfers

1. FC Nürnberg - FC Bayern München

Nürnbergs Nikola Dovedan (re.) kämpft mit dem Münchener Joshua Kimmich um den Ball

(Foto: dpa)
  • Der FC Bayern verliert ein Testspiel gegen Nürnberg mit 2:5. Die Partie lässt Rückschlüsse zu, wie angebracht die jüngsten Diskussionen im Klub waren.
  • "Fakt ist", sagt Joshua Kimmich danach, "dass wir momentan schon dünn besetzt sind, was die Breite angeht."
  • Für die Bayern könnte die Rückrunde aufgrund der Personalprobleme zu einem schweren Gang werden.

"Das Wichtigste", sagte Hansi Flick, "ist es, dass sich keiner verletzt hat", und was sonst eine Phrase ist, zu der Trainer nach einer Testspielniederlage gerne greifen, war am Samstag nichts als eine bittere mathematische Wahrheit. Die Rechnung geht so: Der gegenwärtige Kader des FC Bayern minus die am Samstag eingesetzte Startelf - was bleibt übrig? Beobachten konnte Flick das in der zweiten Halbzeit des Testspiels in Nürnberg: Gut, im Tor stand Sven Ulreich, der auch schon in einem Champions-League-Halbfinale gespielt hat, und ja, im Mittelfeld spielte Mickael Cuisance, den manche im Klub für eine Zukunftshoffnung halten. Nicht zu vergessen: Im Sturm, da stürmte Joshua Zirkzee, der kurz vor Weihnachten zwei Last-Minute-Tore in der Bundesliga erzielt hatte. Aber ansonsten? Ansonsten spielten da Mai, Richards, Dajaku, Arrey Mbi, Batista Meier, Singh, Arp, Tillman.

Der Kader minus eine erste, den Ansprüchen des FC Bayern München genügende Elf, das ergibt also: eine Mannschaft, die eine Mischung aus U23 und U19 gleicht. Übrig bleibt nach dieser Rechnung also eine Mannschaft, die selbst gegen einen Zweitligisten im Abstiegskampf "einen Ticken überfordert" war, so sah das Flick selbst.

Den ersten und letzten Test des FC Bayern in der Vorbereitung auf die Rückrunde verlor das Team am Samstag 2:5 (1:1) beim 1. FC Nürnberg. Das Ergebnis interessierte schon wenige Minuten nach dem Abpfiff niemanden mehr im Münchner Reisetross. Es hatte sich keiner verletzt, das war ihnen wirklich das Wichtigste. Abgesehen davon hatte diese Partie dargelegt, wie angebracht die jüngsten Diskussionen im Klub waren. "Fakt ist", sagte Joshua Kimmich, "dass wir momentan schon dünn besetzt sind, was die Breite angeht."

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Das 2:5 in Nürnberg bedeutet nicht das Ende der Münchner Titelhoffnungen, der Rückstand in der Liga auf Tabellenführer Leipzig beträgt weiterhin vier Punkte, aber dieses 2:5 in Nürnberg zeigte, was für ein weiter, zäher, verdammt schwieriger Gang diese Rückrunde für den FC Bayern werden könnte. Die aktuelle erste Elf, die zunächst in Nürnberg spielen durfte, war erkennbar müde und unkonzentriert nach dem Trainingslager in Doha sowie dem Rückflug am Freitag, "es war kein perfekter Auftritt von uns", gestand Kimmich. Die Münchner standen weit weg, nicht nur beim ersten Gegentor durch Michael Frey (22.), sondern überhaupt bei so manchem Konterversuch des Gastgebers. "Wir hatten zu viele einfache Fehler dabei, gerade im Spielaufbau", sagte Kimmich. Aber das war, zu einem nicht unwesentlichen Teil, eine Momentaufnahme der Müdigkeit und wohl auch der fehlenden Bereitschaft zu weiteren Minuten der körperlichen Qual. Was dagegen bleiben wird, sind die Diskussionen über den Kader.

Zum Rückrundenauftakt am nächsten Sonntag bei Hertha BSC kehrt zwar Thiago zurück, der in Nürnberg wegen der Geburt seines zweiten Kindes pausierte - er füllt aber nur die nächste Lücke, da Kimmich gelbgesperrt fehlen wird. Bei Robert Lewandowski, der kurz vor Weihnachten an der Leiste operiert worden war und in der vergangenen Woche in München trainiert hatte, "sieht es gut aus", sagte Flick. Sollte der Angreifer zurückkehren, hätte der Trainer immerhin eine etwas bewährtere Wechseloption auf der Bank sitzen. Und dann noch einige U19- und U23-Spieler sowie den treuen Ersatztorwart Ulreich. Das war es dann aber auch schon.

"Am Ende muss der Klub die Entscheidung treffen"

Nach der Rückkehr nach München, sagte Flick, werde er sich mit Sportdirektor Hasan Salihamidzic zusammensetzen und "analysieren, was machbar ist und was nicht", aber für Flick gibt es eigentlich nicht viel zu besprechen. Er hat ja in den vergangenen Tagen immer wieder in unterschiedlicher Klarheit darauf hingewiesen, dass irgendetwas gemacht werden müsse, und dieses 2:5 in Nürnberg dürfte ihn in dieser Analyse eher bestätigt haben. Bis weitere verletzte Spieler sich einsatzbereit melden, werden wohl Wochen vergehen; schon für Außenstürmer Serge Gnabry könnte das Spiel in Berlin nach seinen Problemen an der Achillessehne zu früh kommen.

In der Frage nach Zugängen klingt der Trainer daher unverändert wie einer, der hartnäckig zu seinen Forderungen stehen wird. "Es muss ein Fußballer sein, der uns weiterbringt und der zu unserer Philosophie passt", sagte er. Er fügte an: "Es gibt keinen Grund, in Hektik zu verfallen"; die meisten Verletzten seien ja keine Langzeitverletzten. Das war aber schon das einzige Zugeständnis, zu dem er bereit war.

Am Freitag, bei der Rückreise, hatte Flick noch gesagt, dass die Spieler ebenfalls diesen Transferbedarf sehen würden, es war ein listiger Satz, um den Druck auf Salihamidzic weiter zu erhöhen. Und offenbar hat der Trainer dabei nicht zu hoch gepokert. Am Samstag sagte Kimmich, angesprochen auf die noch ferne Rückkehr der Verletzten: "Der Klub weiß, dass das noch dauert, und am Ende muss der Klub die Entscheidung treffen."

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