FC Bayern Alles eisern im Griff

Thomas Müller (v.l.), David Alaba und Kingsley Coman feiern das Münchner 1:0.

(Foto: AP)
  • Der FC Bayern gewinnt in der Bundesliga mit 4:1 gegen Fortuna Düsseldorf und verteidigt damit die Tabellenführung.
  • Zwei Mal Coman, Gnabry und Goretzka treffen für die Münchner, Lukebakio per Elfmeter für Düsseldorf.
  • Bayern-Torwart Manuel Neuer wird verletzt ausgewechselt.
Von Philipp Selldorf, Düsseldorf

Am Samstagabend wurde kräftig angestoßen in Fortuna Düsseldorfs Teamhotel in Krefeld. Zum Essen ließen sich die Spieler, wie Friedhelm Funkel anderntags vor der Begegnung mit dem FC Bayern verriet, "ein Bierchen" servieren, wobei der Trainer klarstellen musste, dass die Feierstunde nicht der am Samstag bekanntgewordenen Abberufung des Vorstandsvorsitzenden Robert Schäfer galt. Schäfer, 43, seit drei Jahren im Amt, hat trotz anerkannter Verdienste um den sportlichen und wirtschaftlichen Aufschwung in Düsseldorf den Rückhalt des Aufsichtsrates verloren. Man strebe auf dem Weg der zügigen Trennung eine Veränderung in der Vereinsführung an, gab der Aufsichtsratsvorsitzende Reinhold Ernst mit kühlen Worten bekannt.

Im Wintertrainingslager im Januar hatte Schäfer Minuspunkte gesammelt, als er erklärte, die Zusammenarbeit mit Trainer Funkel beenden zu wollen, ein landesweiter Proteststurm bewegte ihn dazu, diesen Plan umgehend zurückzunehmen. Funkel zeigte sich aber nicht nachtragend, weshalb er jetzt seinen Spielern nicht aus Schadenfreude das Biertrinken gestattete, sondern weil die Fortuna durch Stuttgarts Niederlage gegen Leverkusen definitiv den Klassenerhalt geschafft hatte. Diese Nachricht war zwar nur eine Formalität, doch im Licht der Saison-Erwartungen an den bescheiden situierten Aufsteiger muss sie immer noch als mittlere Sensation gelten.

FC Bayern in der Einzelkritik

Wirklich ganz ausgezeichnet

Entsprechend frohgemut radelten und fuhren die Leute am Sonntag in der Frühlingssonne der Arena am Rheinufer entgegen, ausverkauftes Haus seit Wochen, noch kurz vor dem Anpfiff lag der Schwarzmarktpreis für ein Tribünenticket beim doppelten Tarif. Sollten Fortuna-Freunde darauf hereingefallen sein, werden sie es bitter bereut haben, denn die Hoffnung, dass die Düsseldorfer den Bayern ein großes Spiel liefern könnten, erwies sich als unbegründet. Das lag zwar auch an den Fortunen, denen es nicht gelang, ihr zuletzt erfolgreiches Konterspiel zu entwickeln, vor allem aber an den Münchnern, die keine Zeit dabei verloren, die Qualitätsunterschiede zwischen den beiden Teams unter Beweis zu stellen. Folgerichtig übernahmen sie mit einem ungefährdeten 4:1 wieder die Tabellenführung.

Beim 1:0 verirrt sich ein Pass von Coman ins lange Eck des Fortuna-Tores

"Den ersten Platz wollen wir jetzt nicht mehr hergeben", sagte Niko Kovac. Von Anfang an hatten die Bayern mit eisernem Griff die Partie in Besitz genommen, dem zeitigen 1:0 (15. Minute) ließen sie pünktlich vor der Pause das 2:0 (41.) und pünktlich nach der Pause (55.) das 3:0 folgen. Spätestens zu diesem Zeitpunkt dürften viele Dortmunder Borussen auf ein anderes Programm umgeschaltet haben, mit Schützenhilfe im Titelkampf mussten sie nicht mehr rechnen, und die Souveränität der Bayern war ebenfalls geeignet, die gute Laune zu verderben. Ein bisschen Abwechslung in der gepflegten Langeweile kam erst wieder auf, als der aus dem Hinspiel berüchtigte Dodi Lukebakio mit einem Handelfmeter das 1:3 erzielte (89.). Bevor die Fortunen aber noch mal frech werden konnten, traf Leon Goretzka in der Nachspielzeit zum 4:1.

Falls der Bundestrainer ebenfalls vor dem Fernseher gesessen haben sollte, dürfte ihn besonders der Bayern-Spieler mit der Nummer 25 auf dem Rücken beeindruckt haben. Dieser Spieler mit deutschem Pass tat sich unter anderem dadurch hervor, dass er in dem einen Moment mit einer formidablen Grätsche gegen Marcel Sobottka einen aussichtsreichen Fortuna-Konter unterband, im nächsten Moment einen 50-Meter-Präzisionspass auf Kingsley Coman schlug, und bald darauf dem Mittelstürmer Robert Lewandowski eine schöne Torvorlage servierte. Thomas Müller, Nummer 25, präsentierte sich in frühlingshafter Frische, aber das wird ihm im Hinblick auf die Nationalelf bekanntlich auch dann nichts nutzen, sollte Jogi Löw tatsächlich zugeschaut haben.

Für die Tore waren allerdings weder Müller noch der Torjäger Lewandowski zuständig. Hervorgetan hat sich stattdessen diesmal der Linksaußen Coman, dem der erste und der zweite Treffer glückten. Beim 1:0 war ein wenig Glück dabei, als sich sein Pass auf Müller ins lange Eck verirrte, beim 2:0 vollendete er eine brillante Co-Produktion der Vorarbeiter Serge Gnabry und Joshua Kimmich. Noch am Donnerstag hatte sich der Franzose mit Lewandowski im Training gerangelt. "Es ist alles okay. Ich freue mich, dass er zwei Tore geschossen hat", sagte Lewandowski. "Die beiden wissen auch, dass sie sich im Training nicht aufs Maul hauen sollten", sagte Niklas Süle. Gnabry verantwortete den dritten Treffer. Die größte Beunruhigung für die Bayern verursachte an diesem Tag allerdings Torwart Manuel Neuer. Anfangs der zweiten Halbzeit signalisierte der Nationalkeeper den Betreuern ein Problem, nach kurzer Behandlung auf dem Rasen stand fest, dass er den Platz nach 53 Minuten verlassen musste. "Es ist dieselbe Wade, die ihm vor zwei Wochen schon Probleme bereitet hat", sagte Kovac. "Wir müssen die MRT-Untersuchung am Montag abwarten. Wenn er sich verletzt hat, würde uns das schon treffen."

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