Bundesliga Hoffenheim verschärft Herthas Krise

Die TSG Hoffenheim vergibt gegen Hertha mehrfach die Chance, das 2:0 zu erzielen. Schließlich macht es Einwechselspieler Reiss Nelson.

(Foto: Bongarts/Getty Images)
  • Die TSG Hoffenheim gewinnt gegen Hertha BSC Berlin mit 2:0 und springt damit auf einen Europa-League-Platz.
  • Das Team von Julian Nagelsmann ist von Anfang an überlegen, vergibt aber zu viele Chancen.
  • Hertha BSC hingegen rutscht durch die fünfte Niederlage in Folge immer tiefer in die Krise.

Die TSG Hoffenheim hat die Krise bei Hertha BSC drastisch verschärft und Trainer Pal Dardai endgültig in Bedrängnis gebracht. Die Berliner unterlagen am Samstag 0:2 (0:1) bei den Kraichgauern und kassierten damit die fünfte Pleite in Folge. Die TSG hat dagegen durch den dritten Sieg hintereinander den Sprung auf einen Europacup-Platz geschafft.

Nadiem Amiri (29.) und der eingewechselte Reiss Nelson (76.) trafen für die Hoffenheimer im drittletzten Heimspiel unter der Regie des scheidenden Trainers Julian Nagelsmann. Der 31-Jährige hat als erster TSG-Coach seinen 50. Sieg eingefahren. Die Niederlage der Berliner hingegen dürfte die Spekulationen über die Zukunft Dardais befeuern. In Berlin halten sich Gerüchte über einen Abschied des Trainers nach Saisonende.

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Die 28 010 Zuschauer in der Sinsheimer Arena sahen zu Beginn deutlich überlegene Gastgeber. Die stark ersatzgeschwächten Berliner, die ohne die gesperrten Ibisevic und Duda sowie Grujic, Maier, Lustenberger, Luckassen, Torunarigha und Darida auskommen mussten, wurden früh in die Defensive gedrängt.

Schon in der 4. Minute hatte Adam Szalai die TSG-Führung auf dem Fuß. Der Ungar traf aber nur die Latte. Drei Minuten später vergaben Amiri, Andrej Kramaric und erneut Szalai innerhalb weniger Sekunden drei große Möglichkeiten. Die Gäste, deren Abwehrchef Niklas Stark aufgrund einer Erkältung nur auf der Ersatzbank saß, stürzten von einer Verlegenheit in die nächste. Die Hoffenheimer, bei den Joelinton, Dennis Geiger, Lukas Rupp und Robin Hack fehlten, dominierten auch im Anschluss das Spiel. Fast jeder Angriff war gefährlich. Das torlose Remis nach einer Viertelstunde war für die Berliner äußerst schmeichelhaft.

Die Führung war schließlich hochverdient

Nach weiteren Chancen und einigen strittigen Szenen war es Amiri, der aus der Distanz die hochverdiente Führung für die Gastgeber erzielte. Berlin war bis dahin völlig abgemeldet. In der 35. Minute verzeichneten die Gäste durch einen Freistoß von Marvin Plattenhardt ihre erste Chance. Danach wurden die Berliner etwas besser - aber nicht gut genug.

Zwar konnte die Hertha in den ersten Minuten nach dem Seitenwechsel halbwegs mithalten, die erste große Möglichkeit im zweiten Durchgang vergab aber der Hoffenheimer Kerem Demirbay (54.). Nach einer Stunde hatte die Partie vor den Augen von Boris Becker nicht mehr viel zu bieten. Hoffenheim verwaltete die Führung, Berlin blieb in der Offensive ungefährlich - abgesehen von einem Distanzschuss von Maximilian Mittelstädt (69.). Auf der Gegenseite scheiterte Pavel Kaderabek nach einer Ecke per Kopf an Hertha-Torwart Rune Jarstein (72.). Nelson erzielte das 2:0 dann nach einer Flanke per Kopf. Die Gastgeber mussten mit dem Jubeln allerdings einige Minuten warten, da der Treffer erst nach Videobeweis gegeben wurde.

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