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Bayern-Basketballer unterliegen Bamberg:Nicht gut genug für Freak-City

Zur großen Rivalität fehlt noch ein wenig: Obwohl die Bayern-Basketballer gegen Tabellenführer Bamberg eines ihrer besseren Auswärtsspiele zeigen, verlieren sie am Ende 77:89. Der deutsche Meister agiert über weite Strecken abgezockter als der Aufsteiger - und beweist, dass die Bayern derzeit kein Titelkandidat sind.

Wenn es nicht gerade um Basketball geht, ist die Stadt Bamberg ein beschauliches Plätzchen. Wer durch die engen Gassen der pittoresken Altstadt schlendert, kann sich wohl kaum vorstellen, dass dieser sportverrückte Ort an Spieltagen der heimischen Brose Baskets zur "Freak City" mutiert. Bambergs Basketballfans zählen zum Lautesten, was Nordbayern neben diversen Autobahnen zu bieten hat - das durfte an diesem Abend auch der FC Bayern feststellen.

Brose Baskets Bamberg - FC Bayern Muenchen

Der Kapitän der Münchner, Steffen Hamann, diskutiert mit dem Schiedsrichter. Gegen die Niederlage hat das nicht geholfen.

(Foto: dapd)

Zum ersten Mal gastierte das von Uli Hoeneß geförderte Projekt in einem BBL-Spiel in der Heimat jener Basketball-Freaks, die ihre stimmungsvolle Arena nicht umsonst "Frankenhölle" getauft haben. Dass das fachkundige Publikum dem Aufsteiger mit dem vielen Geld nicht unbedingt gewogen sein würde, war also vorhersehbar. Und so grölten, trommelten und peitschten die Bamberger ihr Team in einer aufreibenden Begegnung zu einem verdienten 89:77 (47:33)-Sieg, während die Gäste auswärts erneut nicht gewinnen konnten.

Das Duell des deutschen Meisters gegen den Emporkömmling aus dem Süden versprach schon vor dem ersten Korbwurf reichlich Brisanz: Im besten Fall soll aus dieser Paarung in den kommenden Jahren eine Rivalität erwachsen, die den Basketball in Deutschland auf ein neues Level hievt. Doch dazu schienen die Münchner aufgrund ihrer Auswärtsschwäche (nur ein Sieg in der Hinrunde) bisher noch nicht bereit.

"Es ist sicher ungewohnt für die Basketballer des FC Bayern, dass dieser Klub so polarisiert. Jeder gibt 120 Prozent gegen sie. Das erleben wir auch, aber wir sind daran gewöhnt", hatte Bambergs Geschäftsführer Wolfgang Heyder unter der Woche gesagt - und damit vielleicht den entscheidenden Unterschied zwischen beiden Mannschaften angesprochen. So groß der FCB im Fußball auch sein mag, im Basketball stecken die Bayern gemessen an den Bambergern noch in der Babystube.

Immerhin erwischten die Münchner dieses Mal einen trefflichen Start: Zwei schnelle Dreier von Flügelspieler Demond Green und die umsichtige Spielorganisation von Kapitän Steffen Hamann führten zu einem 14:6-Vorsprung. Bamberg schien zunächst beunruhigt, was sich vor allem in Form einer katastrophalen Trefferquote (eins von neun zu Beginn) offenbarte. Erst als der Meister mehr Präzision in seine Aktionen brachte, schrumpfte die Führung der Gäste - doch ein Dreier zum Viertelschluss von Jonathan Wallace besiegelte das zwischenzeitliche 25:19 für den FCB. Nicht wenige der Bamberger Freaks in der Halle verstummten ob des forschen Auftritts des Aufsteigers.

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