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Basketball-Trainer Svetislav Pešić:Zu viel gezetert

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Immer am Rande des Übergriffes: Svetislav Pešić diskutiert gerne mit den Schiedsrichtern.

(Foto: Christof Stache/AFP)

Svetislav Pešić, Coach des FC Bayern, fordert regelmäßig Respekt ein - den er selbst bei vielen Gelegenheiten vermissen lässt. Mit seiner Anklage gegen die Schiedsrichter des BBL-Finals benimmt er sich wie ein schlechter Verlierer.

Einige Zitate von Svetislav Pešić, dem Trainer der FC-Bayern-Basketballer, aus den gerade beendeten Meisterschafts-Playoffs:

"Ich möchte nicht über die Schiedsrichter sprechen, sondern nur mit ihnen, um ihnen bei ihrem sicherlich nicht einfachen Job zu helfen" (1. Juni, während der Halbfinalserie gegen Alba Berlin).

"Ich möchte den Schiedsrichtern ein großes Kompliment machen: Wir haben in allen drei Spielen gegen Bamberg bisher eine sehr hohe Qualität erlebt. Ich hoffe, dass das bis zum Ende so bleibt" (16. Juni, vor der vierten Finalpartie).

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"Ich erwarte mehr Respekt, speziell von Lottermoser. Ich wünsche mir, dass er mich nicht weiter pfeift" (21. Juni, nach dem verlorenen Finale, über den Unparteiischen Robert Lottermoser).

Obwohl Svetislav Pešić erst gar nicht über die Schiedsrichter sprechen wollte und ihnen dann sehr gute Leistungen bescheinigte, hat er sie nach dem entgangenen Titel harsch kritisiert, namentlich denjenigen, der gemeinhin als bester deutscher Referee gilt. Auch wenn Pešić betonte, er sei kein schlechter Verlierer: Er hat sich benommen wie einer.

Kann man ihm mildernde Umstände gewähren? So ein entscheidendes Spiel wie am Sonntag ist eine hoch emotionale Sache; beim FC Bayern kam hinzu, dass das Team in der vorigen Woche durch Trauerfälle in den Familien zweier Profis erschüttert wurde. Das alles zehrt an den Nerven. Aber die Spieler haben ihre ja auch im Griff gehabt, so schwer das gewesen sein mag unter diesen Umständen. Selbstkritisch suchten sie die Fehler bei sich, nannten speziell das zweite Finalspiel, das sie in eigener Halle nach 18-Punkte-Führung noch hergegeben hatten. An seinen Profis könnte sich Pešić ein Vorbild nehmen, wie man solche Niederlagen mit Anstand erträgt.

Der Anspruch auf Sonderrechte ist für viele ein Ärgernis

Die Mannschaft des FC Bayern München hat den Titel verloren, aber sie hat viel Respekt gewonnen. Wie sie die ganze Saison lang Verletzungsprobleme weggesteckt, sich im hochklassigen und dramatischen Halbfinale gegen Alba Berlin behauptet und auch im Endspiel in Bamberg nicht aufgegeben hat, sondern nach schier aussichtslosem Rückstand noch mal zurückgekommen ist - das hat auch gegnerische Fans beeindruckt, die sich sonst schwer tun, ein gutes Wort über den FC Bayern zu sagen.

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Nur ihr Trainer verspielt mit seinem Verhalten mehr und mehr Kredit, sogar bei Bayern-Fans. Andernorts ist es schon länger ein Ärgernis, dass Pešić wegen seiner vielen Erfolge auf allen Ebenen, seiner unbestreitbaren Verdienste um den deutschen Basketball, eine Sonderbehandlung beansprucht. Dass er in seiner Hybris regelmäßig Grenzen überschreitet, wie die seiner Coaching Zone am Spielfeldrand; dass er dabei direkt Einfluss aufs Geschehen nimmt, indem er Laufwege für Gegner versperrt. Dass er subtil versucht, Schiedsrichter zu manipulieren und sich beschwert, wenn ihn einer in die Schranken weist, so wie Lottermoser. Wer ständig Respekt einfordert, muss selbst die Regeln respektieren, die für alle anderen gelten. So viel Größe kann man von Svetislav Pešić erwarten.