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Ausverkauf bei Absteiger Köln:Bislang wenig Interesse am Tafelsilber

Es gebe keine Alternative zur angewandten Praxis, sagt Kaderplaner Jakobs: "Wir beschäftigen uns bis zum 31. August" - dem Schlusstag der Transferperiode - "nur mit dieser Strategie. Andere Szenarien spielen keine Rolle." Das andere Szenario wäre: Rensing, Novakovic und Geromel empfangen auch am 1. September noch die Gehälter vom 1. FC Köln. Für den Schatzmeister eine grausame Vision.

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Bisher reagiert die Kundschaft auf den Tafelsilberverkauf äußerst reserviert. Ob das auf der Marktlage beruht oder auf taktischen Erwägungen, ist nicht klar. Sascha Riether, den die Kölner vor einem Jahr für 2,5 Millionen Euro in Wolfsburg erwarben, verließ den Klub quasi gratis als Leihspieler, er ist jetzt beim FC Fulham. Es gab keine Vorwürfe gegen Riether, aber sein Unterhalt wäre zu teuer gewesen.

Beim sanftmütigen Verteidiger Geromel ist es ähnlich, zumindest bei ihm hofft man aber noch auf eine Ablöseeinnahme. Rensing ist das Opfer des gesättigten Torwartmarktes. Novakovic, inzwischen 33, den die einstige FC-Führung mit einem Vertrag bis 2014 großzügig bescherte, wird als äußerst schwieriger Fall eingeschätzt, allerdings nur von den Optimisten. Die Pessimisten meinen, es sei schlimmer. In China hätte er unterkommen können, aber das wollte er nicht. Jakobs gibt die Hoffnung nicht auf: "Er will Fußball spielen und sich nicht auf die Tribüne setzen und Geld einsammeln."

Für Geromel gibt es laut Gerüchten aus aller Welt genügend mögliche Abnehmer. Im Katalog der Firma Gestifute, seiner Beratungsagentur, befindet er sich in exzellenter Gesellschaft. Berühmtheiten wie Cristiano Ronaldo, Pepe, Coentrão, Alves, Falcão oder Nani tauchen dort auf. Sogenannte Quellen berichten von Interessenten wie Frankfurt, Bremen, Fenerbahce Istanbul, Celta Vigo, Stade Rennes, AS St. Etienne, sogar von Inter Mailand.

Die einzig gesicherte Angabe stammt jedoch aus São Paulo. Dort brachte Geromels Ehefrau eine Tochter zur Welt, weshalb er das Training vorübergehend einstellte und nach Brasilien reiste. Inzwischen ist er wieder da, und Jakobs findet, dass er sein seltsames Fußballerschicksal vorbildlich erträgt. "Er hält sich top und trainiert einwandfrei", sagt er. Bessere Neuigkeiten kann der Manager allerdings nicht verkünden.