Aufregung beim 1860 München Kommt Ismaiks Bruder?

Spekuliert wird darüber, ob Ismaik einen seiner Brüder einsetzt, die als Banker und Investoren in Europa leben. Am Freitag waren ein Bruder und ein Cousin von ihm bei der Partie gegen Köln in der Arena. Kandidaten für eine Nachfolge Irakis, der sich derzeit in Abu Dhabi befindet und dort Ismaik getroffen haben soll, dürften rar sein - schließlich sollten sie nicht nur in München residieren und Deutsch sprechen, sondern auch das uneingeschränkte Vertrauen Ismaiks genießen. Zudem dürfte der Investor deutlich wichtigere Baustellen zu bearbeiten haben.

TSV 1860 München

Gefangen zwischen Tradition und Chaos

Seinen neuen Job etwa: Wie Iraki, der bei der Schweizer Großbank UBS anheuert und seinen Rückzug aus den Ämtern mit neuen beruflichen Herausforderungen begründete, hat auch Ismaik einen neuen Posten angetreten. Er ist seit zwei Monaten Managing Director bei dem riesigen arabischen Baukonzern Arabtec, der am Bau des Dubai Tower beteiligt war und den Zuschlag erhielt für den Gazprom Tower in St. Petersburg, der Europas höchstes Gebäude werden soll.

Im Löwenstüberl, Europas niedrigster Vereinsgaststätte, sorgte ein großer Name für Diskussionen, der für den TSV 1860 auf den ersten Blick ähnlich surreal überdimensioniert zu sein scheint: Aber der Trainer Sven-Göran Eriksson war beim Spiel der Löwen gegen Köln auf Einladung Irakis tatsächlich anwesend. Der frühere englische Nationalcoach soll ein Faible für München haben und als neuer 1860-Trainer angeboten worden sein. Ismaik soll sich beim Investor von Manchester City, mit dem er befreundet ist, nach Eriksson erkundigt haben und danach Feuer und Flamme für diese Lösung gewesen sein.

1860-Präsident Dieter Schneider reagierte bereits am Montag, am Tag vor Irakis Rückzug und beim ersten Training des weniger prominenten neuen Übungsleiters Alexander Schmidt, eigentümlich genervt auf die Frage nach Erikssons Anwesenheit - obwohl Schneider Fragen gewöhnlich gerne und ausführlich beantwortet. Und in der Agentur des Beraters Athole Still, der Eriksson betreut, wurde die freundliche Mitarbeiterin am Telefon beim Thema TSV 1860 Munich plötzlich sehr unfreundlich und verweigerte weiteres Durchstellen: "Kein Kommentar, es gibt nichts dazu zu sagen."

Als Schäfer sich schon warmbeschwichtigt hatte, bestritt er noch jeden Zusammenhang zwischen Irakis Rückzug und der Trainerfrage: "Wir haben die Trainerlösung am Samstag alle zusammen getroffen, da war Hamada Iraki auch dabei." Es war Irakis letzter Termin an der Grünwalder Straße vor seinem Rückzug.