2. Bundesliga:Club im Pech

2. Bundesliga: Nur Zentimeter fehlen: Nürnbergs Daichi Hayashi beim Torschuss.

Nur Zentimeter fehlen: Nürnbergs Daichi Hayashi beim Torschuss.

(Foto: Daniel Marr/Sportfoto Zink/Imago)

Der 1. FC Nürnberg ist gegen den Hamburger SV mindestens gleichwertig, verliert aber 0:2 und damit den Anschluss an die Spitze. Dem umstrittenen HSV-Trainer Tim Walter könnte das den Job gerettet haben.

Von Thomas Hürner

Was diese paar Zentimeter alles hätten in Gang setzen können? Weil im Fußball bekanntlich keine Konjunktive existieren, wird man das nie erfahren, aber interessant wäre dieses alternative Szenario schon gewesen: In der 57. Minute war der Angreifer Daichi Hayashi allein aufs gegnerische Tor zu gesaust, sein Außenristlupfer über den gegnerischen Torwart sah wirklich schick aus - nur fehlten halt diese paar Zentimeter, die die Nürnberger Führung gegen den Hamburger SV verhinderten. Stattdessen touchierte der Ball die Latte und wurde dann - wieder fehlten nur Zentimeter - vom HSV-Abwehrmann William Mikelbrencis an den Pfosten und nur knapp nicht ins eigene Tor geklärt. So verlor der Club am Samstag 0:2 und brachte sich um eine geruhsame Weihnachtspause, weil der Anschluss an die Aufstiegsplätze fürs Erste verloren ging und die Abstiegsplätze in zumindest ernst zu nehmender Reichweite bleiben. Nürnberg könnte seinem Zweitliga-Konkurrenten aus dem Norden überdies eine Art Weiter-so-Argumentation ermöglicht haben, weshalb der in Hamburg stark in der Kritik stehende Coach Tim Walter durch diesen Sieg womöglich seinen Job behalten darf. Die Folgeeffekte hätten auch ganz anders aussehen können.

Trainer Fiél beschränkt seinen aktiven Ansatz diesmal auf das Wesentliche

Man habe die ein oder andere Chance gehabt, sagte der Nürnberger Trainer Christian Fiél, die "dann einfach mal rein muss gegen den HSV". Der Ball, fügte er an, wollte nun mal "nicht über die Linie", obwohl das aus seiner Sicht gerechtfertigt gewesen wäre. In der Tat machten es die Franken gut gegen die individuell wohl beste Mannschaft der zweiten Liga, sie blieben mutig, ohne übermütig zu werden. Das war auch das Verdienst des Trainers Fiél, der seinen aktiven Ansatz aufs Wesentliche einkochte: Die Hamburger hatten deutlich häufiger den Ball, aber in allen weiteren Belangen konnten die Nürnberger mithalten. Das machte die Niederlage so "bitter", erklärte Fiél, aber womöglich steht die bittersüße Revanche dafür ja noch aus. Es kann sein, dass der Club Tim Walter so seinen Job in Hamburg gerettet hat. Die zahlreichen Kritiker des Trainers dürften es so sehen: Durch diese Niederlage könnte der Club dem HSV vielleicht den Aufstieg gekostet haben.

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