1. FC Nürnberg:Pech ohne Ende

1. FC Nürnberg: "Und dann guckst du auf die Anzeigetafel...": Cristian Fiel, Trainer des 1. FC Nürnberg, konnte kaum fassen, dass sein Team trotz einer starken Leistung in Kaiserslautern verlor.

"Und dann guckst du auf die Anzeigetafel...": Cristian Fiel, Trainer des 1. FC Nürnberg, konnte kaum fassen, dass sein Team trotz einer starken Leistung in Kaiserslautern verlor.

(Foto: Deines/Frey-Pressebild/Imago)

Der Club überzeugt am Betzenberg - und verliert das Spiel dennoch 1:3 und Torwart Mathenia durch einen Platzverweis. Trainer Fiel hofft, dass sein Team vor dem Frankenderby schnell wieder in Tritt kommt.

Von Stefan Galler

So richtig begreifen konnte keiner der Nürnberger, was ihnen da am Samstagabend im Fritz-Walter-Stadion widerfahren war. Sie hatten ein ganz starkes Zweitligaspiel hingelegt, gleich zum Auftakt zwei große Gelegenheiten vergeben, dreimal ins Tor und einmal den Pfosten getroffen - am Ende stand dennoch eine 1:3 (1:3)-Auswärtsniederlage beim 1. FC Kaiserslautern zu Buche. Dementsprechend fand es FCN-Trainer Christian Fiel "schwer, Worte zu finden", schließlich hätte seine Mannschaft "ein gutes Spiel gemacht". Prompt verbesserte ihn FCK-Coach Dirk Schuster: "Nürnberg hat keinen guten, sondern einen sehr guten Auftritt hingelegt."

Benjamin Goller hätte dem Abend eine völlig andere Wendung geben können, doch er scheiterte einmal an Lauterns Torwart Julian Krahl (13.) und zielte zwei Minuten später aus der Drehung knapp vorbei (15.). Die Roten Teufel gingen kurz danach durch einen perfekten Fernschuss von Richmond Tachie (19.) in Führung, erhöhten durch Tymoteusz Puchacz, ebenfalls aus der Distanz, auf 2:0 (26.) und setzten vier Minuten später sogar noch den dritten Treffer, per Kopfball des früheren Fürthers Ragnar Ache, dem bereits sein viertes Saisontor gelang. Und der freute sich diebisch über seinen Treffer gegen den fränkischen Rivalen des Kleeblatts: "Ich hatte eine gute Zeit in Fürth, schön, wenn ich mit diesem Tor etwas für die Fans dort machen konnte."

Der Schock saß tief: "Wir sind gut reingekommen, haben umgesetzt, was wir wollten", sagte Nürnbergs Coach Fiel später. "Und dann guckst du auf die Anzeigetafel und es steht 0:3." Seine Spieler hätten sich "kurz schütteln müssen, um wieder klar zu kommen" (Fiel). Das gelang, Lukas Schleimer verkürzte nach Goller-Ablage mit einem Schuss in den Winkel auf 3:1 (36.), dann traf Kanji Okunuki aus kürzester Distanz nur den Pfosten (41.).

"In der Pause habe ich den Jungs gesagt, dass noch etwas passieren kann, wenn wir noch eins schießen", verriet Fiel. Und seine Spieler taten wie ihnen geheißen: Okunuki traf nach Vorarbeit des eingewechselten Christoph Daferner, stand jedoch um ein paar Zentimeter im Abseits (70.). Und in der 82. Minute war es Daferner selbst, dem das vermeintliche Anschlusstor gelang - doch auch er befand sich dabei in der verbotenen Zone. "Wir haben bis zum Schluss versucht, das Ergebnis positiv zu gestalten. Das ist leider nicht gelungen", sagte der Nürnberger Coach.

Nach der Länderspielpause steht das Heimderby gegen Fürth auf dem Programm

Als letztes Puzzleteil dieses maximal unglücklichen Abends musste dann auch noch ein Feldspieler ins Tor. Christian Mathenia, der erfahrene Schlussmann, riss den Kaiserslauterer Stürmer Terrence Boyd außerhalb des Strafraums zu Boden, sah folgerichtig die rote Karte. Und weil Fiel schon fünfmal gewechselt hatte, schlüpfte Tim Handwerker für die verbleibenden Minuten in den Torwartpulli. Kuriosität am Rande: Schon vor vier Jahren musste bei einem Spiel der Nürnberger am Betzenberg - im DFB-Pokal - ein Feldspieler für den Club ins Tor, damals Enrico Valentini.

Sieben Punkte nach fünf Spielen sind angesichts der gezeigten Leistungen eine mäßige Ausbeute für den Club, deshalb gelte es jetzt schnell, "die Köpfe wieder hochzunehmen", so Fiel. Nach der Länderspielpause steht nämlich gleich ein ganz besonderes Spiel auf dem Programm, das Heimderby gegen Fürth, ein Flutlichtspiel am Freitagabend. "Wir haben ein geiles Spiel vor der Brust", sagte Aushilfskeeper Handwerker bei Sky und klang fast ein bisschen trotzig . Als wären die Clubberer wild entschlossen, das Pech vom Samstag in viel positive Energie umzumünzen.

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