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Urlaub in der Stadt:Summer in the City!

Paris hat einen kilometerlangen Sandstrand, in London steigt die größte Straßenparty des Jahres und in Berlin beginnt eine Oper im Aquarium: Was sich die Metropolen der Welt für die Daheimgebliebenen einfallen lassen.

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Quelle: AFP

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Paris hat einen kilometerlangen Sandstrand, in London steigt die größte Straßenparty des Jahres und in Berlin beginnt eine Oper im Aquarium: Was sich die Metropolen der Welt für die Daheimgebliebenen einfallen lassen.

Wenn man jüngst nach London blickte, konnte man den Eindruck gewinnen, das neueste urbane Sommervergnügen heiße: Plündern! Nach den Brandschatzungen wurde spekuliert, ob wohl Langeweile die randalierenden Jugendlichen getrieben haben könnte. Dass derartige Erklärungen wohl etwas kurz greifen, belegt allein ein Blick auf die vielen kostenlosen Programme, die während der Sommerferien für Daheimgebliebene und Touristen auf die Beine gestellt werden. Einer der attraktivsten Anlaufpunkte ist sicher "The Scoop". Das 800-sitzige Amphitheater vor der City Hall bietet neben einem wunderbaren Blick auf die Tower Bridge eine Reihe erstaunlich hochkarätiger Theaterproduktionen, Live-Konzerte und Open-Air-Filmvorführungen. Starke Konkurrenz mit einem ähnlich vielfältigen Programm, ebenfalls direkt an der Themse: das "Watch This Space Festival" vor dem National Theatre. Kommenden Sonntag und Montag steigt dann die größte Straßenparty des Jahres: Der seit 1964 jährlich stattfindende Notting Hill Carnival ist eine Feier der afrokaribischen Gemeinde Londons. Der Umzug wird wie immer laut, bunt - und hoffentlich friedlich.

Text: Alexander Menden

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Quelle: AFP

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Der Sommer in New York ist heiß und lang, und weil die meisten kaum drei Wochen Jahresurlaub haben, ist der kollektive Exodus à la Paris oder Rom hier undenkbar. Auch jenseits der eisigen Kinos, die nie so voll sind wie im Juli und August, gibt es reichlich Gelegenheit, sich durch die Dog Days zu hangeln. Eines der beliebtesten New Yorker Sommerrituale, das kostenlose Open-Air-Konzert der Philharmoniker, fiel dieses Jahr zwar aus. Doch es gibt weiterhin die "Summerstage", wo jede Woche Konzerte stattfinden. Und natürlich den anderen Freiluft-Klassiker, "Shakespeare in the Park". Eine der neueren Attraktionen, der Highline-Park in Chelsea, ist mit der Eröffnung des zweiten Abschnitts vor drei Monaten um zehn Blocks länger geworden. Zu entdecken ist auch noch Governors Island, die zwischen Manhattan und Brooklyn liegende Insel samt viktorianischer Geisterstadt, die seit drei Jahren im Sommer allen offensteht. Schließlich sperrt Bloombergs Stadtverwaltung an drei Augustsamstagen die Lafayette Street und die Park Avenue zwischen Brooklyn Bridge und 72. Straße für Autos - "Summer Street" nennt sich dieses Fahrradvolksfest.

Text: Jörg Häntzschel

Sandstrand an der Seine in Paris

Quelle: picture-alliance/ dpa

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Der größte und spektakulärste Sommer-Event von Paris ist schon wieder auf eine Kolonne von Lastwagen verladen und abtransportiert worden: Die "Paris Plages", ein kilometerlanger Sandstreifen entlang der Seine, endeten am Sonntag. Zurück bleibt eine hitzeflirrende und immer noch überwiegend von Touristen besiedelte Metropole, deren spärliche Stammbelegschaft für ihren Beharrungswillen mit einem eher mauen Veranstaltungskalender bestraft wird. Un moment, ein paar Angebote gibt es doch. Noch bis Mitte September laufen die "Pestacles du Parc Floral", ein Festival im Bois de Vincennes im Osten der Stadt. Gespielt wird Rock, Pop, Jazz und Variété, die Besucher lümmeln mitsamt Kindern auf der Wiese rum, ein eher seltenes Vergnügen in Paris. Am kommenden Sonntag feiert die Hindu-Gemeinde im Viertel La Chapelle ihr farbenfrohes Ganesh-Festival, und im Konzertsaal Les Trois Baudets gibt es bis zum 10. September jeden Abend ein Gratiskonzert. Und dann kommen die Sommerfrischler ja auch langsam wieder vom echten Strand zurück.

Text: Tanja Rest

Badegäste auf dem Badeschiff

Quelle: picture-alliance/ dpa

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Wenn die rote Sonne am Abend in der Spree versinkt, dann liegen sie wieder alle in den Strandbars im Regierungsviertel von Berlin, Aperol Sprizz in der Hand und Sand zwischen den Zehen. Was aber von den Anzugträgern noch nicht jeder entdeckt hat, sind das Badeschiff und der Club der Visionäre in Treptow. Dort liegt ein Pool mitten im Fluss, zu erreichen nur über einen Steg. Nebenan, am Flutgraben, schwimmen Holzplanken im Wasser. Tagsüber entspannen die Leute hier, nachts wird getanzt, zu Elektro und Minimal. Wer die Oper bevorzugt, der muss weiter raus aus der Stadt: An der Seebühne Wannsee steht im August eine 17 Meter hohe Pyramide, als Kulisse für die Freiluftversion von Mozarts "Zauberflöte". Auf der Waldbühne, bei "Dido & Aeneas", schwimmen die Tänzer in einer Art Aquarium. Wer sich lieber selbst im Wasser bewegt, dem bietet Berlin jetzt eine Tradition aus Hawaii: das Stand-up-Paddeln. Früher ruderten die Polynesier stehend auf ihren Kanus. Heute stellen sich die Berliner reihenweise auf Bretter, die aussehen wie Surfboards, schwingen ihr Stechpaddel - und gleiten durch den Müggelsee.

Text. Florian Fuchs

Rom Italien Hauptstadt Touristen Ara Pacis Brunnen

Quelle: AFP

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Die Klimaanlagen in Rom summen so laut wie lange nicht mehr. Und es ist, als hätten die Organisatoren des römischen Sommerprogramms geahnt, wie heiß dieser August werden würde. Vom caldo africano, der afrikanischen Hitze, ist in den Nachrichten die Rede. Zwischen zehn und 17 Uhr verbietet sich jede Aktivität, die nicht in gekühlten Räumen stattfindet, was viele Daheimgebliebene entweder ans Meer oder in die bestens klimatisierten Einkaufszentren der Vorstadt treibt. Roms Sommerprogramm ist deshalb auf die Abende konzentriert und orientiert sich an den Leitmotiven Kühle und Nässe. Um die am Tiberufer aufgestellten Fress- und Nippesbuden schwirren ebenso viele Flanierer und Touristen wie Mücken, gelegentlich wird Tango getanzt. An Samstagabenden sind die Museen Roms bis ein Uhr nachts geöffnet. Das "Estate-Romana"-Programm sieht außerdem geführte Nachtspaziergänge vor. "Im Schatten des Kolosseums" nennt sich ein Comedyfestival, dessen Vorstellungen allerdings erst gegen 22 Uhr beginnen. Trotz aller Bemühungen der Stadt wurden die längsten Schlangen auch in diesem Sommer vor den sogenannten Grattaceccha-Buden gesichtet. Dort gibt es Kühle und Nässe in kleinen Bechern, süßer Fruchtsirup auf geraspelten Eiswürfeln.

Text: Julius Müller-Meiningen

© SZ vom 25.08.2011/afis

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