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Südamerika: Chile:"Je größer, desto besser!"

Bald schon wird der nächste Rekord diesen ersten vergessen lassen: Ein künstlicher See im ägyptischen Badeort Scharm el-Scheich mit zwölf Hektar Wasserfläche ist gerade im Bau und wird im Mai befüllt werden; auf der Insel Bintan in Indonesien ist bereits ein Pool mit 50 Hektar in Planung, und Konow spricht von einem weiteren ägyptischen Projekt mit 65 Hektar: "Je größer, desto besser - das macht mehr Spaß!"

Beschwerden von Hotelgästen

"Schwanger nach Bad im Pool!"

Je größer, desto mehr Umsatz - so könnte man es auch formulieren. Schließlich geht es bei dieser Art von Landschafts- und Immobilienprojekten, die an die futuristischen Welten der künstlichen Inseln von "The Palm Dubai" denken lassen, um nicht geringe Investitionssummen. Doch kann man großflächig neue Landschaften formen, riesige künstliche Seen bauen, ohne die Natur zu belasten?

Die Mitarbeiter von Crystal Lagoons sind davon überzeugt, und die vielen Investoren in aller Welt glauben ihnen gerne. Wie im ägyptischen Badeort Scharm el-Scheich: "Das Grundstück dort war ein Stück Wüste ohne jeden Wert", sagt Konow, denn es liegt nicht in der ersten Reihe am Roten Meer, wo bereits alles bebaut ist, sondern dahinter.

Wasser soll dem auf mehr als fünf Milliarden Dollar veranschlagten Immobilienprojekt "City of Stars Lagoons" einen höheren Wert verleihen: 30.000 Wohneinheiten, sechs Fünf-Sterne-Hotels, ein Museum, Golfplätze und ein Shoppingcenter werden sich um zehn Riesenseen gruppieren, von denen der größte zwölf Hektar hat. "Man kann dann Wassersport in einer sicheren Umgebung treiben", schwärmt Konow, "sauber und ohne Haie - das hat großes Potential."

Planschen in gesäubertem Brackwasser

Und angeblich keine negativen Auswirkungen auf das Ökosystem. Das Wasser für die Seen kommt laut Konow nicht aus dem Roten Meer, sondern aus Brunnen, die Brackwasser zutage fördern, das man sonst nicht gebrauchen kann. Wenn der See einmal gefüllt sei, was in Ägypten wohl zwei Wochen dauern wird, müsse nur das verdunstete Wasser ersetzt werden. Man biete eine Alternative zum Baden im Roten Meer, sagt Konow, "billig und mit geringem Wasser- und Energieverbrauch". Der Bau einer Anlage koste 350.000 Dollar pro Hektar, die Wartung im Monat 3500 Dollar. Die Firma wirbt damit, dass dies nur ein Sechstel der Kosten eines Golfplatzes sei.