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Starenplage in Rom:In-Viertel der Stare

Die Trupps, deren Mitglieder rein optisch auch aus einem Katastrophenfilm stammen könnten, verbreiten den schrillen Schrei per Megafon. Vier Jahre lang haben Experten daran gearbeitet, aus dem einen originalen Star-Alarmruf jene Passagen zu extrahieren, auf welche die Vögel auch wirklich reagieren.

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Bitten verzweifelter Bürger, eine Kopie des Schreis zu bekommen, um im Do-it-yourself-Verfahren die Plagegeister etwa über die Stereo-Anlage zu vertreiben, lehnt die Stadt grundsätzlich ab. Alessandra Buscemi und Bruno Cignini vom Umweltdezernat Roms erklären außerdem, dass der Warnruf der Stare nur in bestimmten Rhythmen eingesetzt wird: nie länger als drei Tage hintereinander an derselben Stelle, nie länger als 40 Minuten mit exakten Pausen, und erst wenn die Schwärme eine bestimmte Größe erreicht haben.

Sonst, so haben die Experten im Lauf der Jahre herausgefunden, kapieren die schlauen Vögel nämlich, dass man sie reinlegen möchte. Dann reagieren sie auf gar nichts mehr. Als völlig sinnlos, erzählt Cignini, hätten sich Versuche erwiesen, den Ruf der Stare von festinstallierten Lautsprechern auf Dächern auszusenden. Cignini versichert, seine Methode sei für Stare völlig unschädlich, aber effektiv: Im Zentrum von Rom seien die Schwärme an einigen Stellen dank Alarmschrei deutlich reduziert worden.

Das Phänomen der Starschwärme ist für die italienische Hauptstadt nicht neu. Bereits seit Mitte der zwanziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts haben sie Rom für sich entdeckt und seitdem dort immer wieder neue Quartiere ausprobiert. Ende der dreißiger Jahre gefiel es ihnen zum Beispiel an der Piazza Venezia. Sie ließen sich in den Libanon-Zedern des Palazzo Venezia nieder, in dem damals Diktator Benito Mussolini herrschte.

Anfang der achtziger Jahre dann entdeckten sie die Bäume des Tiber-Ufers, die ihnen bis heute gut gefallen. Dass es sich dort gut leben lässt als Star, diese Information hat sich unter den Artgenossen auch ohne Internet schnell verbreitet. Aber dort, wo sie keine öffentliche Gefahr darstellen, versichert Umweltassessor Mario Visconti, der auch für den Tierschutz zuständig ist, dürfen die Wintergäste weiterhin akustisch unbehelligt in Roms Bäumen übernachten. Und so viel fallen lassen, wie sie müssen.