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Reiseziel für 2020: Virgental, Österreich:Großvenediger im Blick

Im Nationalpark Hohe Tauern fließt die Isel in Kaskaden den Berg hinab.

Im Nationalpark Hohe Tauern fließt die Isel in Kaskaden den Berg hinab.

(Foto: imago images / Danita Delimont)

Tipp für einen Urlaub ohne Flug: Das österreichische Virgental bietet hochalpines Flair für Familien.

Durch Osttirol fährt man nicht so eben mal hindurch. Die Autobahnen durch die Alpen führen großräumig an der Region vorbei. Weshalb sie trotz eines überwältigenden Landschaftsbildes nach wie vor nicht überlaufen ist. Von Deutschland aus muss man, vom Verlauf der Landstraße zur Gemächlichkeit gezwungen, durch den Wilden Kaiser, über den Pass Thurn und schließlich den Felber Tauern. Kommt man dort aus dem Mauttunnel heraus, liegt eine erstaunliche Alpenszenerie vor einem. Einige der höchsten und bekanntesten Berge Österreichs erheben sich hier, voran Großglockner und Großvenediger. Der Weg ins Hochgebirge ist also nicht mehr weit. Jäh steigen die Bergflanken an. Die Täler zwischen den Bergketten, etwa das Virgental, sind schmal - und doch sanft. Das ist ein reizvoller Gegensatz.

Und eine Verlockung für Menschen, die gerne wandern und durchaus gebirgstauglich sind, ohne gleich strapaziöse Touren unternehmen zu wollen. In den Randzonen des Nationalparks Hohe Tauern etwa gibt es eine Reihe schöner Wanderungen, die man auch gut mit Kindern im Grundschul- oder gar Kindergartenalter unternehmen kann. Im Gschlößtal geht man nach einem kurzen Anstieg weitgehend eben durch das Hochtal dahin, ab dem Almdorf Außergschlöß hat man den Großvenediger im Blick, läuft direkt auf das Schlatenkees im Talschluss zu, den größten Gletscher im Tiroler Teil der Venedigergruppe.

Auch das Virgental endet an einem Talschluss, aus dem nur Hochgebirgstouren herausführen. Bis zu den Umbalfällen gelangt man jedoch mühelos; das Wasser des Umbalbachs, der flussabwärts zur Isel wird, rauscht über Katarakte von Gumpe zu Gumpe. Ein Wanderweg mit Aussichtspunkten führt bis an die obere Kante der Fälle (und von dort tiefer hinein in den Nationalpark), man kann genau studieren, wie das mitgeführte Geröll die Schlucht und einige Gletschermühlen ausgeschmirgelt hat. Auch im Glocknergebiet kann man leichtere Wanderungen unternehmen, den Gipfel des höchsten österreichischen Berges stets im Blick.

Zum Übernachten bieten sich Bauernhöfe an. Das Heu im Kuhstall verteilen, Schweine und Kälber füttern, Hühnereier einsammeln macht Kindern Spaß und entspannt - solange es nicht tägliche Pflicht ist - auch Erwachsene. Und man bekommt auf den Höfen oftmals Lebensmittel aus der eigenen Herstellung: Brot und Butter, Eier, Speck und Schinken, Käse, Joghurt, Honig und Marmeladen. Das alles zu aus der Perspektive von Großstädtern sehr günstigen Preisen.

Brauchtum spielt noch eine tragende Rolle, bei den kirchlichen Prozessionen ist das ganze jeweilige Dorf auf den Beinen, als Gast wird man sanft genötigt, dem selbst beizuwohnen. Aber deshalb ist man schließlich hier, es geht um den Reiz des Fremdgewordenen, des vermeintlich Einfachen. Man muss nicht gläubig sein, um die Herz-Jesu-Feuer erhebend zu finden, die zur Sonnwende auf dem Lasörlingkamm zwischen Virgen- und Defereggental entzündet werden. (virgental.at)

© SZ vom 16.01.2020/ihe
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