DesignSo entsteht ein Reisepass

Pässe müssen fälschungssicher sein - doch nicht langweilig. Das liegt allerdings an den Ländern selbst, wie der Reisepass von Lettland zeigt.

Von Katja Schnitzler

Wie sieht eigentlich ein Reisepass von innen aus? Wer an den deutschen Pass denkt, wird antworten: ziemlich unspektakulär, jedenfalls bis spannende Stempel aus aller Welt aus dem Einheitsdokument ein offizielles Erinnerungsstück machen. Doch wie ist das mit Pässen anderer Länder? Und wer entscheidet eigentlich über das Design eines neuen Passes?

"Das Thema geben die Behörden der Auftragsländer selbst vor", erklärt Andreas Kuba. Er ist bei der Münchner Veridos GmbH unter anderem für internationale Identifikationsdokumente zuständig. Veridos ist ein Joint Venture von Giesecke+Devrient, einem Konzern für Sicherheitstechnologie, der auch Banknoten herstellt, sowie der Bundesdruckerei, bei der deutsche Reisepässe gefertigt werden. Schreibt ein anderes Land den Auftrag für einen neuen Pass aus, bewirbt sich Veridos - und erhielt etwa von Lettland den Zuschlag. 2015 wurde dort das neue Dokument erstmals ausgegeben. Wer beim Durchblättern genau hinsieht, erkennt: Keine Seite sieht genau wie die andere aus.

Doch frei sind die Passdesigner in der Gestaltung nicht. "Die hängt sehr von den Vorgaben des Kunden und von internationalen Normen ab", erklärt Kuba. Schließlich muss ein Pass nicht nur für Menschen, sondern vor allem auch für Maschinen lesbar sein, egal ob diese in Alaska oder in Tobago stehen. Und fälschungssicher sollte das Reisedokument natürlich auch sein. Trotzdem muss sicher nicht langweilig heißen, wie die Entwicklung von Lettlands Pass zeigt.

Bild: Veridos Identity Solutions 28. März 2019, 07:502019-03-28 07:50:01 © SZ.de/edi/dd