Hotel "Die Eng" in Österreich:Mit Weitblick

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Hotel "Die Eng" in Österreich: Melanie Schwarzenberger (links) und Carina Pfurtscheller-Kofler haben das Hotel "Die Eng" entschlossen modernisiert.

Melanie Schwarzenberger (links) und Carina Pfurtscheller-Kofler haben das Hotel "Die Eng" entschlossen modernisiert.

(Foto: Veronika Anna)

Das Hotel "Die Eng" im Naturpark Karwendel hat eine lange Tradition. Jetzt ist den Gastgeberinnen eine zeitgemäße Erneuerung gelungen. Ein Besuch.

Von Stefan Fischer, Vomp

Auch die Witterung spielt den beiden Schwestern in die Karten. Zwar waren die ersten Maitage in der Eng noch regnerisch. Doch inzwischen ist es frühlingshaft warm in dem Tiroler Tal, das außer für Wanderer nur von Bayern aus zugänglich ist. Der Talboden auf 1200 Meter Höhe ist längst schneefrei, die charakteristischen Ahornbäume beginnen auszutreiben. Heuer lässt die Pandemie außerdem einen pünktlichen Saisonstart zu. Und mit dem Umbau ihres Hotels sind Carina Pfurtscheller-Kofler und Melanie Schwarzenberger ebenfalls rechtzeitig fertig geworden.

Seit 1905 bereits gibt es den Alpengasthof, gelegen kurz vor dem Talschluss, am Ende der Mautstraße. Pfurtscheller-Kofler und Schwarzenberger sind die vierte Generation der Koflers, die das Haus führen. "Aber die Bezeichnung Alpengasthof", sagt ihre Mutter Margit Kofler, die zum Gespräch in der Wirtsstube dazustößt, "das ist einfach nicht mehr zeitgemäß." Die Zimmer waren es zuletzt auch nicht mehr unbedingt.

Hotel "Die Eng" in Österreich: Die alten Ahornbäume vor den Felswänden des Karwendels sind das Markenzeichen der Eng.

Die alten Ahornbäume vor den Felswänden des Karwendels sind das Markenzeichen der Eng.

(Foto: Wolfgang Zwanzger/imago)

Seit 2018 heißt das Haus "Die Eng". "Alpengasthof und Naturhotel" steht nur noch im Untertitel. Bestimmte Artikel in Hotelnamen verbreiten sich aktuell im Alpenraum wie sonst nur Chaletdörfer. Das "i" besteht in diesem Fall aus zwei roten Strichen, was aber nicht für die beiden Schwestern stehe, so Carina Pfurtscheller-Kofler, sondern mit dem weißen Zwischenraum für die österreichische Flagge. Der I-Punkt ist ein Ahornblatt. Der Große Ahornboden mit zweieinhalbtausend überwiegend sehr alten Ahornbäumen macht die Eng über die Grenzen Tirols und Bayerns hinaus bekannt.

Den Eigentümerinnen ist es gelungen, die Tradition ihres Hauses den Gästewünschen der Gegenwart anzupassen. Dazu gehört der neue Name, der nicht nur einer Mode gehorchend ein Image transportiert, sondern das Kunststück fertigbringt, das Hotel mit dem gesamten Tal gleichzusetzen. Für viele Menschen, die in die Eng fahren, gehört das ohnehin seit Jahrzehnten zusammen: eine Einkehr bei den Koflers nach einer Wanderung durch den Naturpark Karwendel oder zumindest ein Bummel durch den zugehörigen Laden, in dem Speck, Käse, Honig, Andenken und Trachtenartikel verkauft werden.

Der dominante alpine Stil findet sich auch hier: viel Holz und Glas, klare Konturen

Doch Tagesausflügler sind nicht die Hauptkundschaft, vor allem die Zahl der Busreisen in die Eng habe über die Jahre spürbar nachgelassen, so Carina Pfurtscheller-Kofler: Der Fokus liege klar auf den Übernachtungsgästen, von denen die meisten gegen den Trend "eine Woche oder sogar länger im Haus bleiben".

Hotel "Die Eng" in Österreich: Rustikal: Die Gaststube mit Kachelofen.

Rustikal: Die Gaststube mit Kachelofen.

(Foto: Lukas Rubisoier)

Auf zwei Winter verteilt haben sie und Melanie Schwarzenberger die Zimmer erneuert, 2018 waren die ersten fertig, nun sind es die übrigen: viel Holz und Glas, klare Konturen. Weg also von der überkommenen Geranienbalkon-Heimeligkeit zu einer bewusst designten Gemütlichkeit, die sich auch im neu gestalteten Vitalbereich mit Sauna und Dampfbad wiederfindet - der aktuell vorherrschende Stil also im Alpenraum.

Hotel "Die Eng" in Österreich: Gemütlich: eines der neuen Zimmer im Hotel.

Gemütlich: eines der neuen Zimmer im Hotel.

(Foto: Lukas Rubisoier)

Das mag man austauschbar finden, geschmackvoll ist es gleichwohl. Und unverwechselbar ist im "Die Eng" ohnehin etwas anderes: die familiäre Atmosphäre nämlich. Pfurtscheller-Kofler und Schwarzenberger kümmern sich um vieles selbst, suchen ständig den Kontakt zu ihren Gästen - man entkommt ihrer Herzlichkeit nicht. Überdies sind etliche Angestellte seit Jahren im Haus, die Seniorchefin führt nach wie vor Urlauber durchs Karwendel. Die Gäste können übrigens öffentlich anreisen: 70 Minuten dauert die Zugfahrt von München nach Lenggries. Von dort fährt der Bergbus Eng werktags zwei- und wochenends siebenmal täglich in einer weiteren Stunde bis direkt vors Hotel.

Die Eng: Straße Eng 1 + 2, A-6215 Hinterriß, Übernachtung mit Frühstück ab 110 Euro pro Person. Im Bergsteigerlager: 40 Euro mit Frühstück. Tel.: 0043/52 45 / 231, E-Mail: info@eng.at, eng.at

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