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Hans Brinker Hotel in Amsterdam:Wo lauert das Ungeziefer?

Vorurteil 4: In dem Hotel halten es nur junge Leute aus. Sehr junge Leute.

Die spartanische Einrichtung ist zwar auf junge Menschen ausgerichtet, für die Übernachtungskosten von 25,50 Euro für ein Bett im Viererzimmer einen Großteil des Reisebudgets ausmachen. Ältere Gäste sollte das nicht abschrecken: Sie können sich davon inspirieren lassen, wie ein Raum kreativ genutzt wird. Was nicht Platz im schmalen, scheppernden Metallspind hat, bleibt im Koffer oder wird nonchalant auf und unter die Stockbetten geschleudert (meist nur von den unten Schlafenden) oder auf dem Fensterbrett verteilt. Dieses benötigen nur unsportlichere Naturen als Aufstiegshilfe ins obere Bett: Das Management hat nicht zu viel versprochen, für Gesundheit und Fitness ihrer Gäste tut es einiges. Sogar die Leitern lässt es weg.

Vorurteil 5: Auf dem Zimmer geht die Party weiter.

Das hängt wohl von der Besetzung ab. In diesem Zimmer ist das Aufregendste, darauf zu warten, dass das Bad frei ist. Immerhin werden Gäste zu Limbo-Tänzern (schon wieder ein längst vergangener Hype, alles so retro hier): Der Duschstrahl prallt in 1,60 Meter Höhe auf die gegenüberliegende Wand; wer einen trockenen Kopf bewahren will, muss sich mit der Hüfte voran unter den Strahl schieben und den Oberkörper nach hinten biegen, bis der Kopf an die andere Wand stößt. So werden die Haare nur feucht, dafür steht der Rest vom Bad unter Wasser - hier eignet sich das fleckige Hotelhandtuch als idealer Bademattenersatz.

Vorurteil 6: Überall lauert Ungeziefer.

Hotelgäste hatten von Spinnen berichtet und Fotos von Bettwanzen-Bissen gepostet. Zur Sicherheit habe ich meinen Koffer auf den Spind gepackt und das Bettlaken auf Hinterlassenschaften der fiesen Biester untersucht - keine Spur. Nicht einmal eine Mücke fliegt umher. Die klebt tot an der Wand.

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