bedeckt München

Glasboden der Tower Bridge in London:Der ganze Stolz - ein Scherbenhaufen

London Tower Bridge Themes

So soll es eigentlich aussehen auf dem neuen "Glass Walk" der Tower Bridge in London.

(Foto: dpa)

Die Betreiber der Tower Bridge laden zum "Tanz über die Themse", um für den neuen, schicken Glasboden zu werben. Leider haben sie vergessen, den Besuchern die Bierflaschen abzunehmen.

Von Katja Schnitzler

Es ist ein Ratschlag, den viele erst nach schlechten Erfahrungen beherzigen: Passt auf, wen ihr zu eurer Party einladet - und was die Leute mitbringen. Sonst gehen Dinge zu Bruch, die euch wichtig sind: Weinflaschen im Keller der Eltern (natürlich nur die teuersten), Beziehungen (natürlich nur die sowieso angeknacksten) oder auch Glasböden (natürlich nur die neuesten).

An diesem Wochenende haben auch die Verantwortlichen für die Tower Bridge in London dazulernen müssen. Noch am Freitag luden sie großspurig per Twitter zum Tanz auf dem neuen Glasboden, der mehr Touristen auf die Brücke locken soll und erst vor zwei Wochen eröffnet worden war:

"Macht es wie Schauspieler Ian McKellen, tanzt über die Themse!" Was bei dieser großzügigen Einladung an jeweils neun Pfund zahlende Gäste nicht bedacht wurde: Zu einer richtigen Party gehören Bier und Stöckelschuhe. Nun tragen aber britische Ladys ihre Stöckelschuhe nicht glasbodenschonend in der Hand, sondern am Fuß; und ein Partygast wiederum hielt seine Bierflasche zwar in der Hand, aber nicht fest genug.

Die Flasche entglitt ihm just über dem neuen Glasboden (ob wegen des Anblicks einer stöckelbeschuhten Dame ist nicht bekannt).

Die Flasche prallte auf die Glasscheibe. Die Flasche splitterte. Die Glasscheibe auch. Und dann stöckelte auch noch die Frau mit ihren spitzen Absätzen darüber.

Die gute Nachricht: Keiner der Besucher verließ die Brückenparty unvorhergesehenerweise durch den geborstenen Boden - darunter kommen noch fünf Scheiben.

Die zweite gute Nachricht: Die Scheibe kann offenbar leicht ausgetauscht werden.

Die Lektion: "Da waren wir wohl etwas kurzsichtig", sagte Chris Earlie, Marketingmanager der Tower Bridge, zu ITV News. Für ihn sei es eine "herbe Enttäuschung", dass so etwas in den ersten Wochen nach der Eröffnung passierte.

Und die schlechte Nachricht zum Schluss: Vor dem Tanz über die Themse müssen Besucher künftig wohl ihre Bierflaschen abgeben. Was mit den Stöckelschuhen passiert, ist noch nicht klar.

© SZ.de/olkl/rus
Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema