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Gewalt in Ägypten:Was Ägypten-Reisende jetzt wissen müssen

Ägypten Nil Nil-Kreuzfahrt Luxor Kairo

Von Nil-Kreuzfahrten rät das Auswärtige Amt derzeit dringend ab.

(Foto: dpa-tmn)

In Ägypten gilt der Notstand für das ganze Land. Welche Regionen sind sicher, welche sollten Reisende meiden? Können geplante Urlaube jetzt kostenlos storniert werden? Wie reagieren die Touristikunternehmen? Die wichtigsten Fragen und Antworten.

Immer neue Auseinandersetzungen in Kairo, Hunderte Tote, jetzt der Notstand: Ägypten steckt in einer tiefen politischen Krise. Das nordafrikanische Land ist gleichzeitig jedoch eines der wichtigsten Urlaubsziele der Deutschen - gerade in der anstehenden Wintersaison. Was Reisende jetzt wissen müssen.

Wie schätzt das Auswärtige Amt die Lage ein?

"Mit Blick auf den muslimischen Freitag und weiteren für den 16.8.2013 angekündigten Demonstrationen von Anhängern der Muslimbrüder wird nochmals zu erhöhter Vorsicht geraten", heißt es bei den aktualisierten Reise- und Sicherheitshinweisen des Auswärtigen Amtes. Von Reisen in große Teile des Landes wird dringend abgeraten. Das gilt auch für die Touristenzentren in Oberägypten (Luxor und Assuan) sowie für Kreuzfahrten auf dem Nil. Nicht betroffen davon sind die Urlaubsregionen am Roten Meer auf der Festlandseite Ägyptens und auf dem Sinai im Küstenstreifen zwischen Scharm el Scheich und Nuweiba. Da die Auswirkungen der Unruhen in anderen Teilen des Landes nicht absehbar seien, sollten Reisende aber auch dort besondere Vorsicht walten lassen und die Medienberichterstattung verfolgen.

Unbedenklich ist laut Auswärtigem Amt ein Transitaufenthalt am Flughafen Kairo. Dieser funktioniere normal und sei gut gesichert. Für die anderen Teile von Kairo sei zu befürchten, dass sich die Sicherheitslage weiter verschlechtert. Im ganzen Land ist laut Auswärtigem Amt weiterhin mit Demonstrationen und Einsätzen der Sicherheitskräfte zu rechnen, die auch einen gewalttätigen Verlauf nehmen können. Die Lage bleibe im Moment sehr unübersichtlich.

Hat der Ausnahmezustand Auswirkungen auf die Touristen?

Teil des Ausnahmezustands ist eine nächtliche Ausgangssperre. Diese gilt dem Auswärtigem Amt zufolge jedoch nicht für die Urlaubsorte auf der Festlandseite des Roten Meeres. Betroffen ist davon auch die Provinz Süd-Sinai. Die Regierung beschloss am Donnerstag eine Ausnahme: Die Ausgangssperre in der Provinz gilt nicht für den Badeort Scharm el Scheich. Das entschied das Kabinett nach Angaben aus Sicherheitskreisen in Kairo. Am Donnerstag gab es auch den ersten Bericht von Zusammenstößen in Hurghada, bei denen demnach ein Mensch ums Leben kam. Die Reiseveranstalter sagen jedoch, dass die Situation für Touristen am Roten Meer unverändert ruhig sei.

Welche Rechte habe ich, wenn ich eine Ägyptenreise gebucht habe?

Laut Rechtsanwalt Paul Degott aus Hannover müssen Touristen nicht mit Stornierungskosten rechnen, wenn sie jetzt eine Reise nach Ägypten - egal in welchen Teil des Landes - absagen möchten. "In so einer Situation kann man niemandem mehr zumuten, dass er noch in Ägypten Urlaub macht. Ein flächendeckender Notstand heißt: Es kann alles zusammenbrechen, es ist gefährlich." Das gilt nach Degotts Einschätzung zunächst nur ungefähr für die kommenden zwei Wochen.

Je weiter der Abreisetermin in der Zukunft liegt, desto weniger sicher ist, dass Touristen keine Stornierungskosten tragen müssen. "Denn entscheidend ist die Situation heute, und zwar nicht subjektiv nach Angstgefühl, sondern objektiv", sagt Degott. Im Moment sei die Situation auch objektiv gefährlich. Stornieren Urlauber jetzt schon Reisen, die erst Mitte oder Ende September beginnen sollten, müssten sie unter Umständen damit rechnen, dass sie die Kosten selber tragen müssen.