Flugreisen: Gepäck-Gebühr Einer muss reichen

Passagiere sind verunsichert: Welche Airline verlangt eine Gebühr für den zweiten Koffer, welche rechnet weiterhin nach Kilogramm ab? Ein Überblick über die verschiedenen Koffer-Regelungen.

Wie viel Gepäck darf ich bei welcher Airline auf meinen Flug mitnehmen? Was kostet mich ein Kilogramm Übergepäck? Diese Fragen plagen viele Reisende, noch bevor der Urlaub losgeht. Die Regelungen der Fluggesellschaften sind meist sehr uneinheitlich.

Die Lufthansa will das für ihre Kunden vereinfachen und folgt dabei dem Trend des sogenannten Stückkonzepts, das vor allem bei Flügen in die USA verbreitet ist. Ab Juni können Passagiere auf allen Flügen der Lufthansa 3 Kilogramm mehr Gepäck mitnehmen. Im Gegenzug müssen sie aber alles in einen Koffer bekommen. Darüber hinaus wird es kostenpflichtig.

Damit folgt die Airline dem Beispiel anderer großer Fluggesellschaften. Bisher war auf Lufthansa-Flügen das "Gewichtskonzept" verbreitet: Der Fluggast konnte bis zu 20 Kilogramm Freigepäck mitnehmen - in wie viele Koffer und Trolleys er es verteilte, war unerheblich. Nun sind bis zu 23 Kilogramm in einem Koffer erlaubt.

Das neue Konzept übernimmt auch die Austrian Airlines, eine Tochter der Lufthansa. Bei beiden gilt: Kunden der Business- und First-Class dürfen künftig gebührenfrei zwei beziehungsweise drei Koffer aufgeben, die jeweils nicht mehr als 32 Kilogramm wiegen dürfen. Bisher galt eine Gewichtsbeschränkung von 30 und 40 Kilogramm je nach Klasse. Will der Kunde über das Freigepäck hinaus einen weiteren Koffer bis zu 23 Kilogramm aufgeben, so zahlt er dafür in der Economy Class künftig 50 Euro. Beim Handgepäck gibt es keine Änderungen: 8 Kilogramm darf die Tasche nicht überschreiten. In der Business Class sind zwei Taschen erlaubt.

Das Stückkonzept hat die Air France/KLM bereits seit März 2010 für die meisten Verbindungen übernommen. Auch hier gilt in der Economy Class: Ein Gepäckstück mit maximal 23 Kilogramm bei Flügen innerhalb Europas oder in die USA ist kostenfrei. Mitglieder des Vielfliegerprogrammes etwa mit Goldstatus können auch ein zweites Gepäckstück ohne Gebühren aufgeben. Eine Airline-Sprecherin erklärte den Trend zum Stückkonzept als einen Schritt zu mehr Kundenfreundlichkeit. "Wenn der Kunde weiß, dass so gut wie alle Airlines 23 Kilogramm zulassen, dann ist das für ihn einfacher."

Bei Air France/KLM ist in den teuren Klassen die Zahl der Gepäckstücke auf bis zu drei begrenzt. Aber die Kunden können dafür insgesamt bis zu 39 Kilogramm mehr Reisegepäck aufgeben als vor der Neuregelung. Tief wird der Griff in den Geldbeutel bei weiterem Gepäck: Kunden der Zwischenklassen und der teuersten Klassen müssen für jeden zusätzlichen Koffer 200 Euro zahlen, in der Economy Class kostet das zweite Gepäckstück 55 Euro. Für Übergepäck gibt es beim Online-Check-in 20 Prozent Rabatt. Handgepäck darf in der Economy Class 12 und in der Business Class 18 Kilogramm schwer sein. Auch bei Flügen mit American Airlines ist in der Economy Class ein Gepäckstück bis zu 23 Kilogramm erlaubt. Für einen weiteren Koffer werden nach Angaben der Fluggesellschaft im Internet 60 US-Dollar fällig (etwa 42 Euro).

Gepäck im Wandel der Zeit

Schrank? Koffer? Schrankkoffer!