Gepäck im Wandel der ZeitSchrank? Koffer? Schrankkoffer!

Rund, eckig, riesengroß: Was Reisende früher alles mitschleppten und warum Weltenbummlern ihre Kofferaufkleber so wichtig waren.

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Clemens Kirchner, Deutsches Technikmuseum Berlin/GNM

Handlich sieht anders aus: Um 1910 waren Reisende, die es sich leisten konnten, mit übergroßem Gepäck wie diesem Schrankkoffer und der entsprechenden Zahl an Kofferträgern unterwegs. Wer selbst schleppen musste, reiste hingegen bescheidener, schließlich waren unter den Koffern noch keine Rollen angebracht. Das Reisen mit großem Gepäck zelebrierte ...

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Richard Fleischhut, Ingrid Peckskamp-Lürßen, Dt Kinemathek - Marlene Dietrich Collection Berlin

... Marlene Dietrich, hier an Bord der Bremen im Jahr 1931: Sie war mit bis zu 80 Koffern und Hutschachteln unterwegs. Ihre großen, schweren Schrankkoffer nannte sie "Elefanten". Besonderen Wert legte Marlene Dietrich auf ...

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M. Runge/GNM

... die früher üblichen Kofferaufkleber. Während heute die Stempel in den Pässen die Weitgereisten auszeichnen, konnten diese ihre Weltgewandheit früher offensiver zur Schau stellen, wie mit dem Aufkleber des Hotels Schweizerhof in Zürich (um 1925). Drohte ein Aufkleber von einem Gepäckstück der Dietrich abzufallen, leimte sie ihn umgehend wieder fest - oder füllte eine Lücke mit einem eigens mitgeführten Ersatzaufkleber (siehe auch das Interview mit Kuratorin Dr. Claudia Selheim: "Marlene Dietrich reiste mit 'Elefanten'").

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Germanisches Nationalmuseum

So lautete das Motto: Zeige mir Deinen Koffer und ich weiß, wo Du abgestiegen bist. Die Hotels freuten sich über die kostenlose Werbung. Der Besitzer dieses Stückes aus dem Jahr 1930 nächtigte unter anderem im Hotel Excelsior in Montreux.

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M. Runge/GNM

Wertvolle Erinnerung: Mit diesem truhenartigen Bahnkoffer reiste Thomas Mann 1952 in die Schweiz, es steht noch seine Züricher Adresse darauf. Im Koffer ist ein Etikett aus dem Jahr 1885 zu finden - früher wurden Gepäckstücke so lange wie möglich genutzt.

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G. Janßen/GNM

Für die jeweiligen Moden gab es das passende Gepäckstück in jeder Größe: Um 1900 bedeckten Mann wie Frau bei zahlreichen Gelegenheiten ihre Häupter - dank der Schachteln bewahrten die Hüte die Form.

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G. Janßen/GNM

Ob in der Bahn oder auf dem Schiff, auch früher war es nicht gerne gesehen, wenn vierbeinige Begleiter den Passagieren zwischen den Beinen umhersprangen: Davor bewahrte dieser geflochtene Hundekorb aus dem ersten Viertel des 20. Jahrhunderts.

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G. Janßen/GNM

Noch wichtiger waren Reiseapotheken: Die helfenden Tinkturen wurden in einem Holzkästchen geschützt - schließlich war das Reisen in den Kutschen des 18. Jahrhunderts noch weitaus unkomfortabler, je nach Strecke wurden die Insassen mehr oder weniger durchgeschüttelt.

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Museen der Stadt Nürnberg/Spielzeugmuseum/GNM

Das Servicepersonal auf Reisen hielt auch in die Welt des Spielzeugs Einzug, wie dieser "Express-Dienstmann Nummer 12". Alle Bilder und Exponate stammen aus der Ausstellung "Reisebegleiter. Koffer-Geschichten 1750 bis heute" des Germanischen Nationalmuseums in Nürnberg (9. Dezember 2010 bis 1. Mai 2011).

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