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Städtereise:Bunte Bauten gegen den Blues

Es gibt Städte weltweit, in denen Nebel, Wüstensand oder lange Wintertage die Aussicht trüben. Doch diese Häuser hellen die Stimmung auf: Sie sind wahrlich farbenfroh.

Von Eva Dignös und Katja Schnitzler

13 Bilder

Bunte Häuser Städte Städtereise coloured houses city Tourism color Urlaub Tourist travel

Quelle: Alberto Cocchi/Unsplash

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Quindío, Kolumbien

Unter den Provinzen Kolumbiens ist Quindío die kleinste, sie besteht nur aus zwölf Gemeinden - ist aber dennoch dicht besiedelt, jedenfalls für kolumbianische Verhältnisse. Wenn man sich diesen faulen Hund anschaut, der im schmalen Schattenstreifen döst, könnte man nicht darauf kommen, dass hier vor allem ein belebendes Gut kultiviert wird: Kaffee. Etwas mehr in Schwung kommen Besucher daher im Parque Nacional del Café in Montenegro: in Achterbahnen namens "Kráter" für die Großen oder "Barón Rojo" für die nicht zu geschichtsbewussten Kleinen, die in winzigen roten Doppeldecker-Flugzeugen kreisen; ein Mythen-Pfad vermittelt südamerikanische Sagen und natürlich gibt es ein Kaffeemuseum. Ach ja, getanzt wird auch, zumindest in Shows.

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Quelle: Héctor Martinez/Unsplash

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Praia da Costa Nova, Gafanha da Encarnação, Portugal

Etwa auf halber Strecke zwischen Coimbra im Süden und Porto im Norden stehen diese Häuser im Streifenlook an einer besonders schönen Stelle: Im Westen brandet der Atlantik an den Sandstrand, doch direkt hinter der schmalen Landzunge erstreckt sich die Lagune Ria de Aveiro. Wer seine Ruhe sucht oder erst einmal Wind- oder Kitesurfen üben will, bevor er sich auf den Atlantik wagt, ist hier richtig. Hat der Urlauber dann genug aufs Wasser geblickt, fährt er ein paar Kilometer nach Osten in die Stadt Ílhavo und schaut sich im Museu Maritimo an, was sich unter der Wasseroberfläche verbirgt und wie Fischer ihre Beute - vor allem Kabeljau - früher an Land brachten. Der moderne Erweiterungsbau des Museums ist ebenfalls sehenswert, er hat einige Architekturpreise abgeräumt.

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Quelle: Toa Heftiba/Unsplash

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Durham, Großbritannien

Kein Wunder, dass die Menschen in Durham im Nordosten Englands warme Farben mögen: Die Durchschnittstemperatur erreicht selbst im Hochsommer nur 19 Grad Celsius, manchmal aber auch nur zwölf. Doch das schreckt weder Touristen ab noch Studenten, die sich nach Oxford und Cambridge gerne für Durham entscheiden. Schließlich windet sich der Fluss Wear so formschön um die romanische Kathedrale, die Altstadt mit ihren ebenfalls alten Pflastersteinen und um die Burg, dass diese eigentlich auf einer Halbinsel liegen. In der Burg ist übrigens die Universität untergebracht - wohl auch ein Grund, weshalb sie bei Studenten so beliebt ist.

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Quelle: Joshua Hanks/Unsplash

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"Painted Ladies", San Francisco

Diese viktorianische Häuserzeile kommt einem irgendwoher bekannt vor? Das stimmt, schließlich hat sie in Filmen, Serien und auf unzähligen Urlaubsfotos ihren großen Hintergrundauftritt. Vom kleinen Alamo Square Park (Steiner & Hayes Street) aus hat man übrigens nicht nur einen schönen Blick auf die bunten alten Damen und auf Downtown San Francisco. Hier polieren auch gerne Besitzer neuer und alter Auto-Kostbarkeiten ihre Prachtstücke und sonnen sich in deren Glanz, wie Autorin Beate Wild beobachtet hat.

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Quelle: Steve Douglas/Unsplash

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Santana, Madeira

Sie sehen aus wie eine Mischung aus Wikingerdorf und Villa Kunterbunt, doch diese Häuser stehen nicht im Norden, sondern in Santana auf der portugiesischen Insel Madeira, die weit vor der marokkanischen Küste im Atlantik liegt. Die vermeintlich harmlose Aussage "Wir wohnen alle unter einem Dach", klingt beim Anblick dieser reetgedeckten Häuschen, deren Dächer fast bis zum Boden reichen, nicht mehr ganz so harmonisch: In den "Casas de Como" war es eng und vielleicht nicht immer friedlich, wenn sich eine Familie darin drängte. Die meisten Originale in Santana sind verfallen, doch zum Beispiel im Themenpark von Madeira sind Nachbauten zu besichtigen - dann sind die meisten Urlauber mit Kindern froh, dass bei ihnen nur im Hotelzimmer der Raum knapp wird.

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Quelle: Victor Garcia/Unsplash

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Reitdiephaven, Groningen, Niederlande

Wer im städtischen Yachthafen Reitdiep anlegt, würde gerne länger bleiben und am besten in die bunten Häuser einziehen, die in den Wasserweg ragen. Dann könnte man Gespräche führen wie: "Schatz, nimmst du heute das große oder das kleine Boot?" Weiter als nur bis zur Arbeit kommt man von hier aus auch: Die Route auf dem Wasser führt bis nach Friesland, zum Lauwersmeer und zum Wattenmeer. Oder man bleibt in der Nähe, leiht sich am Hafen ein Fahrrad und radelt in einer Viertelstunde ins Zentrum von Groningen.

Dort bleibt es bunt am Wasser, dieses Mal im Zuiderhavens zwischen Altstadt und Hauptbahnhof: Das Museum für Kunst und Kulturgeschichte ist selbst ein Kunstwerk in Goldgelb, Orange und Buntgemustert. Architekt war der italienische Designer Alessandro Mendini, der andere Künstler zum Mitgestalten einlud, darunter den italienischen Designer Michele de Lucchi, Philippe Starck aus Paris und das Wiener Architekturbüro Coop Himmelb(l)au.

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Quelle: Tiago Rosado/Unsplash

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Kathmandu, Nepal

In Nepals Hauptstadt Kathmandu konzentriert sich der Tourismus auf ein einziges Geschäftsviertel: In Thamel kommen die Urlauber günstig unter und frühmorgens gut weg zu Tagesausflügen in die Gegend. Sie finden an jeder Ecke Restaurants und Bars, es gibt Internetshops und natürlich Souvenirs. Auch die buddhistischen Gebetsfahnen flattern überall im Wind und sollen so die Gebete in den Himmel tragen. Wer aber das echte Nepal sehen will, muss ein paar Straßen weiter gehen und Thamel hinter sich lassen. Und ist dann mittendrin statt nur dagewesen.

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Quelle: Andreas Dress/Unsplash

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Kopenhagen, Dänemark

Kopenhagen ist berühmt für sein Möbeldesign, für die gute Küche, überhaupt ist es drinnen so "hygge", dass im Winter die Kopenhagener ihr Haus am liebsten gar nicht mehr verlassen würden - trotz solch schöner Fassadenfarben. Wenn die Leute doch rausgehen, nehmen sie natürlich auch bei Eiseskälte das Rad und nennen das "Viking Biking". Was Kopenhagener noch an ihrer Stadt lieben - und was sie wahnsinnig macht - lesen Sie hier.

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Quelle: Josh Withers/Unsplash

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Melbourne, Australien

Die Metropole hat einen großen Vorteil für Städtereisende: Es gibt weitaus mehr als nur einen Strand, an dem sich die Urlauber nach langen Märschen zu Sehenswürdigkeiten und Museen die Füße kühlen können. Besonders nah am Zentrum ist St. Kilda, und auch wenn es schönere, einsamere Strände gibt, so ist doch das Wesentliche vorhanden: Sand und Wellen. Einige Kilometer weiter weg, aber mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut erreichbar, ist der meistfotografierte: Brighton Beach. Nur wird hier der Fokus nicht wie sonst aufs Meer gerichtet, sondern landeinwärts. Dort stehen seit mehr als hundert Jahren hölzerne Umkleidekabinen, jede in ihrem eigenen Farbmuster. Erst zum Sonnenuntergang drehen die Fotografen den Hütten wieder den Rücken zu.

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Quelle: Ali Hegazy/Unsplash

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Assuan, Ägypten

Während viele Straßenzüge und auch die Landschaft in Ägypten geprägt sind von Staub und sonnenverbrannten Lehmhäusern, leuchten diese nubischen Häuser geradezu. Der älteste Teil von Assuan aber befindet sich auf der Insel Elephantine, schon 3500 vor Christus hinterließen Siedler ihre Spuren. Hier stand auch der Tempel des Gottes Chnum, erkennbar an seinem Widderkopf: Der Beschützer der Insel kontrollierte von hier aus die Nilfluten - hofften zumindest die Gläubigen. Noch älter sind zum Teil die Exponate, die im Nubischen Museum gezeigt werden, etwa mehr als 6000 Jahre alte Keramikschalen.

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Quelle: Freestocks/Unsplash

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Sighişoara, Rumänien

Den gruseligen Ahnherr hätte das Städtchen in Transsilvanien gar nicht nötig: Sighişoara wäre auch sehenswert, wenn es nicht die vermutete Geburtsstadt von Vlad III. Drăculea wäre, genannt "der Pfähler" und Vorbild für den berühmtesten Vampir der Literaturgeschichte. Denn das Dracula-Geburtshaus ist nur eines von vielen in einer der am besten erhaltenen mittelalterlichen Altstädte, die seit 1999 zum Unesco-Welterbe gehört. Lediglich die Farbe der jahrhundertealten Häuschen wird ab und an aufgefrischt.

Siebenbürger Sachsen, vor allem Handwerker und Kaufleute, ließen sich dort im 12. Jahrhundert nieder und errichteten eine bewohnte Festung. Schäßburg hieß die Stadt damals, die Mauer, die die Altstadt umgibt, ist noch fast vollständig erhalten, ebenso einige der Befestigungstürme, allen voran der mächtige Stundturm. Sehenswert ist auch die Schülertreppe: Damit die Schüler trockenen Fußes zum Unterricht kamen, wurde eine 172-Stufen-Treppe komplett überdacht.

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Quelle: Robert Brands/Unsplash

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Chefchaouen, Marokko

Der Farbe Blau wird eine beruhigende Wirkung nachgesagt. Vielleicht liegt es daran, dass es in Chefchaouen im Norden Marokkos etwas weniger laut und trubelig zugeht als in anderen Städten des Landes, vielleicht auch am Cannabis, das in den Tälern des Rif-Gebirges angebaut wird. Schattierungen von Blau gibt es auf den Hauswänden, auf Türen und Fensterrahmen in den verwinkelten Gassen der Altstadt jedenfalls zur Genüge, vom pastelligen Himmelblau bis zum knalligen Königsblau. Die Farbe sollte vor bösen Blicken schützen, so heißt es. Den besten Blick auf die blaue Stadt haben Besucher von der etwas außerhalb gelegenen Spanischen Moschee; am schönsten leuchten die Farben, kurz bevor die Sonne untergeht.

Nach Chefchaouen fahren Busse aus mehreren marokkanischen Städten, beispielsweise aus Fès mit seinem faszinierenden Gassen-Labyrinth: Die älteste der vier Königsstädte hat die größte arabische Altstadt der Welt.

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Quelle: Olivier Chatel/Unsplash

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Valparaíso, Chile

Der Vorteil an Valparaíso: Die Stadt zieht sich rings um den Hafen die steilen Hügel hinauf - so sieht man von fast jedem Punkt aus die vielfarbigen Häuser, jedes von ihnen bekommt seinen optischen Auftritt, da dank der Hanglage keines völlig verdeckt ist. Am buntesten treiben es die Hausbesitzer auf den Hügeln (Cerros) Alegre und Concepcion. Damit der Anstieg für die Bewohner und Besucher nicht zu beschwerlich wird, gibt es 15 Bergbahnen, die selbst zu Touristenattraktionen geworden sind. Die Altstadt ist Teil des Unesco-Kulturerbes, doch wer genug von der Schönheit der Stadt hat, wendet sich der Natur zu: Etwa 60 Kilometer westlich spazieren Ausflügler im Nationalpark La Campana durch den "Palmenhain von Ocoa", einem der letzten natürlichen Wälder, in denen die endemische Chilenische Palme (Honigpalme) gedeiht. Wanderer wählen zwischen elf Routen, die von einer bis zu fünf Stunden dauern.

© SZ.de/kaeb/edi/dd
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