Die Lauberhornabfahrt in Wengen

Eiger, Mönch und Jungfrau, die drei berühmten Schweizer Bergriesen, sind ein Magnet für Besucher aus aller Welt. Insbesondere Asiaten lieben die aus Filmen, Büchern und Postkarten weltbekannte Szenerie. Nicht zuletzt, weil das Jungfraujoch auf 3454 Meter Höhe dank Zahnradbahn relativ komfortabel erreichbar ist. Vom "Top of Europe", dem höchstgelegenen Bahnhof Europas, lässt sich ein umwerfendes Gipfelpanorama samt Blick auf den größten Gletscher der Alpen, den Aletsch, genießen. Für Wintersportler spielt sich das Leben jedoch eine Etage tiefer ab: auf den großartigen Pisten zwischen Grindelwald und Wengen.

Vor der hochalpinen Kulisse finden Familien, Genießer, Extremsportler und die Ski-Elite perfekte Bedingungen vor. Letztere vor allem oberhalb von Wengen, beim Lauberhorn-Rennen im Januar. Die Abfahrtsstrecke gilt neben der Streif als die anspruchsvollste und schwierigste Piste des alpinen Ski-Weltcups.

Dafür gibt es drei Gründe: 1. Die Länge. Mit rund viereinhalb Kilometern und Fahrzeiten um die zweieinhalb Minuten ist sie absoluter Rekordhalter im Weltcupzirkus.

2. Die Geschwindigkeit. Bis zu 150 Stundenkilometer schaffen dort regelmäßig die Profis - höchste Maximalgeschwindigkeit im Wettbewerb. Bei der Lauberhornabfahrt 2013 erreichte der Franzose Johan Clarey mit 161,9 km/h gar die höchste je gemessene Geschwindigkeit im alpinen Skiweltcup.

3. Die tückischen Passagen. Sie fordern echtes skifahrerisches Können, allen voran die Passagen Ziel-S, Minsch-Kante und der Hundschopf-Sprung. Hier geht es zwischen zwei Felsen 15 Meter in die Tiefe. Laienfahrer sind gut beraten, an dieser die Saison über unpräparierten Stelle einen kontrollierten Kurzschwung zu versuchen, anstatt wie die Profis über die haarsträubende Kante zu fliegen.

Kurzprofil der Strecke

Start: 2315 m

Ziel: 1287 m

Höhenunterschied: 1028 m

Länge: 4480 m

Besondere Herausforderungen:

Am "Hundschopf" sollten die meisten Fahrer besser auf den gewagten Felssprung verzichten; beim "Hanneggschuss" wurde die Weltcup-Höchstgeschwindigkeit von 161 Km/h erreicht; kurz vor dem Schluss muss noch das "Ziel-S" bewältigt werden - eine extrem schwierige Stelle.

Mehr zum Skigebiet Grindelwald finden Sie hier.

Text: Outsides, eine Sonderveröffentlichung in der Süddeutschen Zeitung

Bild: Archivfoto: AP 20. Februar 2014, 11:082014-02-20 11:08:11 © Christian Haas/Outsides, eine Sonderveröffentlichung der Süddeutschen Zeitung/kaeb