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Argentinien:Touristen-Tango in Buenos Aires

In Buenos Aires tanzt jeder Tango? Vielleicht nicht überall und jederzeit - aber immer wieder sonntags auf einem malerischen Markt im Stadtteil San Telmo. Mit ein bisschen Vorbereitung kriegen das sogar Urlauber hin.

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Buenos Aires Tango

Quelle: Christian Ender, cender.de

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In Buenos Aires tanzt jeder Tango? Vielleicht nicht überall und jederzeit - aber immer wieder sonntags auf einem Markt im Stadtteil San Telmo. Mit ein bisschen Vorbereitung kriegen das sogar Urlauber hin.

In Argentinien wird überall und jederzeit Tango getanzt - was sich anhört wie ein nur zu bekanntes Klischee trifft für Buenos Aires tatsächlich zu, zumindest in bestimmten Gegenden wie in San Telmo, einem der ältesten Viertel der Stadt: An jeder Ecke wird Tango getanzt, sei es nur auf Papier oder sogar ...

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... auf den Säulen eines Parkplatzes. In San Telmo wird heute allerdings weniger zum eigenen Vergnügen getanzt als für die Touristen: So bieten zahlreiche Restaurants abendliche Tangoshows.

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Jeden Sonntag wird unter freiem Himmel auf der Plaza Dorrego getanzt. Nicht nur zum Spaß, denn schließlich flaniert an der Tango-Tanzfläche spendierfreudiges Publikum vorbei. Am siebten Tag der Woche findet stets die "Feria de San Petro Telmo" statt. Die 260 Marktbuden sind auf und rings um den Platz aufgestellt, die Angebote reichen von Souvenirs bis hin zu Antiquitäten. Den malerischen Hintergrund des Marktes bilden Häuser aus dem 19. Jahrhundert.

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Weil das Viertel größtenteils denkmalgeschützt ist, blieb die alte Bausubstanz erhalten. San Telmo gehört zum ursprünglichen Zentrum der heutigen Metropole. Schon seit 1970 findet auf der Plaza Dorrego der sonntägliche Markt statt, zu dem die stolzen Tangokünstler gehören - nicht einmal ein Riss in der Strumpfhose trübt den eleganten Auftritt.

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Am Marktsonntag sind die Straßen und der Platz selbst überfüllt - wer mehr als Bummeln möchte, kommt gleich um zehn Uhr morgens, um ernsthafte Kaufgespräche zu führen. Alle anderen genießen bis 17 Uhr die Stimmung, den Anblick der Tänzer und das Spiel auf der Gitarre, dem traditionellen Begleitinstrument des Tangos.

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Wer gerade nicht spielt, tanzt ein wenig - wenn es sein muss, auch ohne Partnerin. Oft ist der Tanz eine Hommage an den nationalen Tangostar Carlos Gardel, "Gardel lebt!" steht auf dem Schild des Mannes, der mit der Musik der Legende Geld verdient. Das Markenzeichen des Sängers war sein breitkrempiger Hut. Das Modell ist in Buenos Aires in allen Ausführungen zu kaufen, wird beim Tanz aber meist nur noch auf der Bühne getragen. In den 1940er-Jahren hingegen nahmen die Herren ihre Hüte weder beim Tanz noch an der Bar ab.

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Bilder von Carlos Gardel (1890-1935) findet man überall in Buenos Aires, sogar auf Dosen, in denen der von den Argentiniern heißgeliebte Mate-Tee aufbewahrt wird. Gardel war als Charles Romuald Gardès in Frankreich geboren worden, aber als Kind mit seiner Mutter nach Argentinien ausgewandert. Dort prägte der Sänger und Komponist die Tangomusik, bis er bei einem Flugzeugabsturz ums Leben kam. Doch er lebt weiter: "Jeden Tag singt er besser", ist ein geflügeltes Wort in Argentinien (Hörproben auf Youtube: Carlos Gardel singt "Por una cabeza" und "Mi Buenos Aires querido - mein geliebtes Buenos Aires").

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Touristen zahlen in abendlichen Dinner-Shows für Essen und Tanz, manchmal ist ein wenig Tango-Unterricht für das Publikum im Preis inbegriffen. Gerne wird an die Glanzzeit des Tango in Argentinien erinnert, die 1940er-Jahre, aber auch ...

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Quelle: Christian Ender

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... in modernem Gewand bleibt dieser Tanz reizvoll.

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Wer davon inspiriert selbst die hohe Kunst des Tangotanzes erlernen möchte, findet auf dem sonntäglichen Markt in San Telmo die passenden Schuhe.

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Quelle: Reinhard Berg

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Bei einer Milonga, was sowohl Tanzlokal als auch -veranstaltung bedeutet, werden oft vor dem Beginn Übungsstunden angeboten, so dass sich Urlauber beim späteren Tanz mit Argentiniern keine zu große Blöße geben.

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Auch wenn der Film in eine ganz andere Weltgegend führt, das Plakat zu "Casablanca" passt auf jeden Fall zu den Themen und dem Lebensgefühl, das die "Porteños" im Tango ausdrücken: die Kraft der Liebe, Anziehung und Distanz.

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Informationen

Den Tango Argentino erleben Besucher zum Beispiel im Viertel San Telmo jeden Sonntag beim Markt auf der Plaza Dorrego von 10 bis 17 Uhr. Einen Überblick über die 260 Stände verschafft die spanischsprachige Seite feriadesantelmo.com: Unter "Puestos" ist ein Plan zu finden, der hinter den Standnummern gleich das Warenangebot zeigt.

Eine professionelle Tangoshow mit Dinner bietet beispielsweise Tango Porteño.

Eine Milonga inklusive Tanzunterricht findet zum Beispiel jeden Sonntag von 21 Uhr an in der Straße Perú 571 in San Telmo statt, anschließend ist von 22.30 Uhr an öffentlicher Tanz mit dem Orchester "Típica Andariega".

Mehr Fotos aber auch Film-Projekte von Fotograf Christian Ender finden Sie auf seiner Homepage cender.de.

© Süddeutsche.de/kaeb/dd

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