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Alternativen zu bekannten Skigebieten:Über den Pistenrand geschaut

In der Hochsaison platzen die bekannten Skiorte aus allen Nähten. Doch nicht weit davon gibt es ruhigere, aber genauso attraktive Skigebiete, wo der Brettlspaß sogar noch günstiger ist - sechs Alternativen.

Von Daniela Dau

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Quelle: Mark Junak/Sainte Foy Tourisme

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Es gibt Skigebiete, die kennt jeder, und jeder fährt hin. Und es gibt Gebiete, die sind wesentlich ruhiger, aber genauso attraktiv - und günstiger noch dazu. Von Daniela Dau

Statt Val d'Isère: Sainte-Foy-Tarentaise (Frankreich)

Wer sich auf den Weg nach Val d'Isère macht, kommt kurz vor dem Ziel durch Sainte Foy - und kann eigentlich ebenso gut gleich dort bleiben. Die kleine Ortschaft hat ihren dörflichen Charme weitgehend behalten und sich nicht zu den in vielen Skiorten der Gegend verbreiteten Beton-Bausünden hinreißen lassen. Die Stimmung in Sainte-Foy ist entspannt, was zum einen an den wenig bevölkerten Pisten, zum anderen an den leichten bis mittelschweren Abfahrten liegen mag. Zu Adrenalin-Ausschüttungen kann es dagegen abseits der Pisten kommen: Lange, unberührte Hänge machen Neuschneetage besonders erinnernswert.

Tagesskipass Erwachsene: Sainte-Foy € 27,70, Val d'Isère € 47

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Quelle: PR

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Statt Courmayeur: La Thuile (Italien)

Courmayeur auf der italienischen Seite des Mont Blanc gehört zu den international beliebtesten Skiorten in Italien. Stolz heißt es auf der Website courmayeur.com, dass auf den hiesigen Pisten mehr Sprachen zu hören wären als bei den Vereinten Nationen, dementsprechend groß ist der Trubel im Ort. Direkt friedlich geht es dagegen in La Thuile zu, nur etwa 30 Autominuten Richtung Kleiner-Sankt-Bernhard-Pass: Warteschlangen an den Liften und übervölkerte Pisten gibt es hier so gut wie  nicht. Ja, manchmal kann man sich direkt einsam fühlen in dem Gebiet, etwa auf der Nummer sieben, einer elf Kilometer langen Abfahrt mit grandiosen Aussichtspunkten. Freerider werden rund um Monte Miravidi, Mont Ouille und Mont Freduaz fündig, Anfänger kommen auf den Pisten rund um die kleine Almsiedlung Les Suches gut zurecht. Und wer es dann doch ein wenig internationaler mag, der quert die grüne Grenze und fährt weiter auf der französischen Seite im Skigebiet La Rosiere.

Tagesskipass Erwachsene: La Thuile € 38,00, Courmayeur € 44,00

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Quelle: SZ

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Statt Arlberg: Nordkette (Österreich)

Zugegeben, direkt um die Ecke liegt Innsbruck nicht vom Arlberg - zumindest nicht für die aus Süddeutschland anreisenden Skifahrer. Wohl aber für Skitouristen, die bis Innsbruck das Flugzeug nehmen, um sich von dort aus mit dem Auto auf den Weg nach St. Anton oder Lech zu machen. Das Skigebiet Nordkette, oberhalb der Tiroler Landeshauptstadt gelegen, blieb so bisher Einheimischen und Insidern vorbehalten - dabei lohnt sich zumindest ein Tagesaufenthalt in dem kleinen Areal unbedingt. Schon die Auffahrt aus dem Stadtzentrum Innsbrucks mit der Hungerburgbahn ist etwas Besonderes: Die britische Star-Architektin Zaha Hadid hat einen Teil der Bahnstationen gestaltet. Weiter hinauf geht es mit der Seegruben- und der Hafelekarbahn.

Anfänger könnten auf den steilen Abfahrten Probleme bekommen: Nordkette gehört zu den anspruchsvolleren Skigebieten der Alpen. Nur wenige der Pisten mit einem Gefälle von bis zu 70 Prozent sind präpariert, der Großteil bleibt sich selbst überlassen und zieht viele Freerider an. Im Funpark auf der Seegrube können sich Boarder und Skifahrer auf Kickern und in mehreren Pipes austoben - den grandiosen Blick auf Innsbruck immer vor Augen.

Tagespass für Erwachsene: € 35, Arlberg-Skipass € 47

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Quelle: SZ

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Statt Mayrhofen: Kaltenbach (Österreich)

Wie an einer Perlenkette reihen sich die Skiorte entlang der Bundesstraße durch das Zillertal: Von hier aus erschließen sich gleich mehrere Skigebiete mit Hunderten von Pistenkilometern. Wer im Skiurlaub viel Action braucht und auf ein ausgiebiges Nachtleben fast genauso viel Wert legt wie auf das Abfahrtsvergnügen, der fährt durch bis Mayrhofen und hat von hier aus Zugang zum "Ski Zillertal 3000". Die kürzere Anfahrt, den gleichwertigen Skispaß und das etwas urigere Tiroler Ambiente bietet Kaltenbach: Der Heimatort des früheren österreichischen Ski-Helden Stephan Eberharter ist der Ausgangspunkt für das Skigebiet Hochzillertal/Hochfügen. Kenner schätzen die vielfältigen Möglichkeiten abseits der Pisten, die kurzen Wartezeiten an den Liften und die grandiosen Panoramablicke. Skifahren kann man hier sogar in der Nacht: Der untere Teil der nach dem ehemaligen Olympia-, Weltcupsieger und Weltmeister Eberharter benannten acht Kilometer langen "Gold Piste" liegt zweimal pro Woche unter Flutlicht.

Tagespass für Erwachsene: Kaltenbach € 45,50, Mayrhofen € 45

Lenzerheide bietet allen Skihungrigen 155 km Pisten.

Quelle: SZ

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Statt Davos: Lenzerheide (Schweiz)

Knapp 45 Autominuten vom Mega-Skiort Davos entfernt, präsentiert sich das gemütlichere Lenzerheide als Alternative: Der Besucheransturm verteilt sich gut auf dem 155 Kilometer langen Pistennetz, 34 Lifte und Bergbahnen sorgen für kurze Auffahrtszeiten, dazu fällt aufgrund der günstigen Lage viel Sonnenschein auf die beiden Talseiten. Rund um das Rothorn findet man einige der besten Freeride-Abfahrten der Region, und auf den präparierten Pisten sorgen schwarze Strecken sowie die Weltcup-Abfahrt für sportliche Herausforderungen. Doch keine Sorge: Weniger Geübten stehen genügend Anfängerhänge zur Verfügung.

Tagesskipass Erwachsene: CHF 65,00 = ca. € 52,00, Davos CHF 66,00 = ca. € 52,00

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Quelle: SZ

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Statt Chamonix: Les Houches (Frankreich)

Das 15 Kilometer lange Tal von Chamonix in Frankreich beherbergt gleich mehrere Skiorte, der bekannteste und dementsprechend bestbesuchte ist Chamonix selbst. Wer gar nicht erst soweit ins Tal vorstoßen möchte, der stoppt gleich zu Beginn in Les Houches. Auf den vielen leichten Abfahrten fühlen sich Anfänger und fortgeschrittene Skifahrer gleichermaßen wohl, Geübtere testen ihre Rennfahrer-Qualitäten auf der Weltcup-Abfahrt Kandahar. Im Snowpark Area 43 können Freestyler gewagte Sprünge und Drehungen ausprobieren - vielleicht hilft ja nach den vielen Rotationen der allgegenwärtig Blick auf das Mont-Blanc-Massiv bei der Orientierung.

Tagesskipass Erwachsene: Les Houches € 36,50, Chamonix Mont Blanc Unlimited € 54,00

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Quelle: SZ

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Statt Bansko: Dobrinishte (Bulgarien)

Skifahren in Osteuropa ist schon lange kein Geheimtipp mehr: Die Namen von Wintersportgebieten wie Zakopane (Polen) und Kranjska Gora (Slowenien) gehen vielen Skifahren inzwischen flüssig von der Zunge, bei abenteuerlustigen Tiefschneefahrern stehen Helikoptertouren im Kaukasus hoch im Kurs. Auch Bansko im Südwesten Bulgariens kann bereits auf eine kurze Tradition zurückblicken: In den neunziger Jahren begann hier die Entwicklung des Skitourismus, zuletzt gehörte der Ort in den Pirin-Bergen zu den am schnellsten wachsenden Resorts mit allem, was an Skirummel dazugehört - 75 Kilometer schneesichere, hauptsächlich mittelschwere Pisten, Berggastronomie inklusive Après-Ski und turbulentem Nachtleben in zahlreichen Diskotheken.

Wem nach dem neuen Wintersportreichtum der Sinn nach ein bisschen Ostalgie steht, der weicht für einen Tagesausflug ins zehn Minuten entfernte Dobrinishte aus. Ein einziger Doppelsessellift mit Hartschalensitzen schaukelt die übersichtliche Anzahl von Enthusiasten auf die 2500 Meter hoch gelegene Bergstation. Hier offenbart sich der wahre Schatz von Dobrinishte: Vier mittelschwere Abfahrten ziehen sich hinunter bis zur Talstation auf 1550 Meter, auf denen man weitgehend ungestört schwingen kann. Dazu kommen gute Möglichkeiten, um auch abseits der Piste Spaß zu haben, schöne Waldstrecken und für das innere Wohlbefinden ein paar Schluck aus der Mineralwasserquelle, für die das jahrhundertealte Dorf berühmt ist.

Tagesskipass Erwachsene: ca. € 13, Bansko ca. € 29,70

© Süddeutsche.de/dd/boen
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