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60 Jahre Mount-Everest-Erstbesteigung:"Das hat dieser Berg nicht verdient"

Vor 60 Jahren standen zum ersten Mal Menschen auf dem Gipfel des Mount Everest: Sir Edmund Hillary und Tenzing Norgay. Bis heute gilt der höchste Berg der Welt als Inspiration. Was prominente Bergsteiger über ihn sagen - mit historischen Fotos der Erstbesteigung.

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Die Eroberung des Mount Everest Sir Edmund Hillary Tenzing Norgay

Quelle: The George Lowe Collection/Knesebeck Verlag

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Vor sechzig Jahren standen zum ersten Mal Menschen auf dem Gipfel des Mount Everest. Der Neuseeländer Sir Edmund Hillary und der Sherpa Tenzing Norgay erklommen am 29. Mai 1953 den höchsten Berg der Welt. Vor 35 Jahren schafften es Reinhold Messner und Peter Habeler ohne Sauerstoffgeräte auf die 8848 Meter. Auch heute noch ist der Mount Everest für viele Inspiration: Allein im Mai 2013 gelangten eine beinamputierte Inderin, die erste Frau aus Saudi-Arabien und ein 80-Jähriger als ältester Mensch auf den Gipfel. Auf den folgenden Seiten lesen Sie, was prominente Bergsteiger über den Mount Everest sagen. Alle abgebildeten Fotos der historischen Erstbesteigung stammen aus dem Buch "Die Eroberung des Mount Everest", erschienen im Knesebeck-Verlag. Von Carolin Gasteiger

"George, wir haben den Bastard letztlich bezwungen."

Sir Edmund Hillary zu George Lowe, als er mit Tenzing Norgay vom Gipfel des Mount Everest zurückkehrte.

Im Bild: Sir Edmund Hillary und Tenzing Norgay (aus dem Himalaya-Volk der Sherpa) am Rand des schneebedeckten Gletschers im Western Cwm, dem Tal des Schweigens

Die Eroberung des Mount Everest Tenzing Norgay

Quelle: The George Lowe Collection/Knesebeck Verlag

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"Wenn es eine Schande ist, der zweite Mann auf dem Mount Everest zu sein, dann werde ich wohl mit dieser Schande leben müssen."

Tenzing Norgay, Helfer von Sir Edmund Hillary. Tatsächlich existiert kein Foto, das den Neuseeländer selbst auf dem Gipfel des Mount Everest zeigt. Dieses Bild machte Edmund Hillary damals mit einer Kodak Retina.

Die Eroberung des Mount Everest Sir Edmund Hillary Tenzing Norgay

Quelle: The George Lowe Collection/Knesebeck Verlag

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"(...) Man hat den Berg in Ketten, in Seile und Leitern gelegt, und deshalb ist er für alle zugänglich. Ob das nun richtig oder nicht richtig ist, ist mir relativ gleichgültig. Es hat mit klassischem Alpinismus nichts zu tun. Die Leute besteigen auch nicht Hillarys Everest und auch nicht meinen, sondern sie besteigen einen anderen Berg, wenn er auch geologisch derselbe ist."

Reinhold Messner bestieg gemeinsam mit Peter Habeler den Mount Everest 1978 zum ersten Mal ohne Sauerstoffgerät und 1980 als erster Mensch im Alleingang. Seine Kritik äußerte er anlässlich des 60-jährigen Jubiläums im Deutschlandfunk.

Im Bild: Hillary und Norgay am 25. Mai vor ihrem Aufbruch zur letzten Etappe. Um seinen Eispickel hat der Sherpa bereits die Fahnen für den Gipfel gewickelt.

Die Eroberung des Mount Everest

Quelle: The George Lowe Collection/Knesebeck Verlag

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"Wir halten den Everest für massiv, stabil, unveränderlich, stark, erhaben und unverletzlich. Die Wahrheit wissen nur wenige Leute: Dass die Heimat der 'Mutter des Universums' (die Nepalesen nennen den Everest 'Sagarmatha'), der "Göttinmutter des Universums" (die Sherpas nennen ihn 'Chomolungma'), einer der bedrohtesten Orte der Welt ist. Es gibt mehr als 3000 Gletscher in den höheren Regionen des Himalaya, in den letzten 50 Jahren haben sich dort fast ebenso viele Gletscherseen gebildet. In niedrigeren Höhen fällt es weniger schnell auf, wie dringlich die Lage im hohen Himalaya ist, den die Auswirkungen des Klimawandels zu einem der verletzlichsten und sich am schnellsten auflösenden Gebiete der Welt gemacht haben."

Ang Tshering Sherpa, langjähriger Präsident des Nepalesischen Bergsteiger-Verbands NMA, Chef des Expeditionsveranstalters Asian Trekking, im Deutschlandfunk

Im Bild: Lager bei der Erstbesteigung des Island Peak in der Mitte des Imja-Tals, das an der Grenze zu Tibet liegt

Die Eroberung des Mount Everest George Lowe Sir Edmund Hillary

Quelle: The George Lowe Collection/Knesebeck Verlag

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"Der Everest ist für mich, und ich glaube auch für die Welt, der physische und symbolische Beweis, Kleinigkeiten überwinden und einen Traum verwirklichen zu können."

Tom Whittaker aus Großbritannien bestieg 1998 als erster körperbehinderter Mensch den Mount Everest. Nach einem Autounfall war ihm ein Fuß amputiert worden.

Im Bild: Lowe und Hillary waren mehrmals zusammen im Himalaya unterwegs. Hier verpasst Lowe in Mana, einem Dorf unterhalb der Grenze zu Tibet, seinem neuseeländischen Gefährten einen lange nötigen Haarschnitt.

Die Eroberung des Mount Everest Sir Edmund Hillary

Quelle: The George Lowe Collection/Knesebeck Verlag

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"Die Kletterer haben den Mount Everest in die höchstgelegene Müllhalde der Welt verwandelt."

Sir Edmund Hillary (im Bild) sprach damit vor 20 Jahren ein Problem an, das auf dem höchsten Berg der Welt nach wie vor existiert.

Die Eroberung des Mount Everest

Quelle: The George Lowe Collection/Knesebeck Verlag

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"Ich habe den Mount Everest nicht erobert, er hat mich nur geduldet."

Der österreichische Bergsteiger Peter Habeler stieg 1978 zusammen mit Reinhold Messner erstmals ohne Sauerstoffgerät auf den Mount Everest

Die Eroberung des Mount Everest Basislager Nepalesen

Quelle: The George Lowe Collection/Knesebeck Verlag

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"Für mich ist der Mount Everest immer noch ein wunderschöner Berg, speziell von der Nordseite her (...). Ein faszinierender, sehr anziehender Berg. Trotzdem werde ich in nächster Zeit nicht mehr zum Everest zurückkehren. 2012 war ich gleich nebenan am Nuptse unterwegs und habe gesehen, was am Everest los war. Das hat mich sehr beschäftigt, und es tat weh zu sehen, was sich dort abspielt. Das hat dieser Berg nicht verdient."

Als erste Frau bestieg Gerlinde Kaltenbrunner aus Österreich alle vierzehn Achttausender ohne Flaschensauerstoff - dieses Zitat sagte sie im Deutschlandfunk.

Im Bild: Sherpas auf einer Weide vor dem Kangtega und dem Thamserku

Die Eroberung des Mount Everest George Lowe

Quelle: The George Lowe Collection/Knesebeck Verlag

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"Ich hätte mir nie vorstellen können, dass ich es mit 80 auf den Gipfel des Mount Everest schaffe. Das ist das beste Gefühl der Welt, obwohl ich total erschöpft bin."

Yūichirō Miura, der mit 80 Jahren als ältester Mensch auf den Mount Everest gestiegen ist

Im Bild: George Lowe läuft durcht tiefen Schnee auf der Lhotse-Wand.

Die Eroberung des Mount Everest

Quelle: The George Lowe Collection/Knesebeck Verlag

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"Man fühlt sich als eine große Lunge, als ob Atmen alles wäre, was es im Leben gibt."

Der australische Bergsteiger Mike Groom wurde 1987 beim Abstieg vom Kangchenjunga blind und verlor aufgrund von Erfrierungen seine Zehen sowie Teile seiner Beine. Nur drei Jahre später stieg er in Nepal auf den Cho Oyu und drei Jahre darauf auf den Mount Everest. 1996 war Groom beim großen Unglück am Mount Everest einer der beteiligten Bergführer. Dabei gerieten 30 Bergsteiger in einen Wetterumschwung, acht kamen ums Leben. Daraufhin wurden die kommerziellen Touren auf den Achttausender scharf kritisiert.

Im Bild: Edmund Hillary 1952 am Eishang des Nup La in Tibet

Die Eroberung des Mount Everest

Quelle: The George Lowe Collection/Knesebeck Verlag

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"Ich kann nicht verstehen, warum Männer so einen Wirbel um den Mount Everest machen - es ist nur ein Berg."

Die Japanerin Junko Tabei bestieg 1975 als erste Frau den Mount Everest, konnte die übergroße Aufmerksamkeit, die dem Berg gewidmet wird, aber nicht recht nachvollziehen.

Die Eroberung des Mount Everest George Lowe

Quelle: The George Lowe Collection/Knesebeck Verlag

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George Lowe nahm 1953 neben Sir Edmund Hillary und Tenzing Norgay an der britischen Expedition zum Mount Everest teil und fotografierte während dieser Reise. Außerdem drehte der Dokumentarfilmer "The Conquest of Everest", der für den Oscar nominiert wurde. Kurz vor Fertigstellung des Buches "Die Eroberung des Mount Everest" starb Lowe im Alter von 89 Jahren.

Die Eroberung des Mount Everest Cover

Quelle: The George Lowe Collection/Knesebeck Verlag

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George Lowe, Huw Lewis-Jones: Die Eroberung des Mount Everest. Knesebeck Verlag, München 2013. 240 Seiten, 29,95 Euro

© Süddeutsche.de/kaeb/leja

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