Wolfgang Schäuble im Interview "Gabriels Argumentation ist gefährlich"

Wolfgang Schäuble, 74, ist seit sieben Jahren Angela Merkels Finanzminister und hat mal wieder einen Haushaltsüberschuss.

(Foto: Regina Schmeken)

Man dürfe nicht die Flüchtlinge vorschieben, wenn man ums Geld streite, warnt der Finanzminister. Er wirft SPD-Chef Gabriel indirekt vor, den Populisten zu helfen. Beim Thema Steuerreform möchte Schäuble flexibel bleiben.

Interview von Cerstin Gammelin und Nico Fried

SZ: Herr Minister, Sie melden erneut noch höhere Staatseinnahmen. Dürfen die Steuerzahler nun auf eine kräftige Entlastung hoffen?

Schäuble: Die Steuereinnahmen sind erfreulich, auch im vergangenen Jahr haben wir einen ausgeglichenen Haushalt geschafft. Aber vergessen Sie nicht, schon 2018 fehlen uns in der Finanzplanung noch viereinhalb Milliarden Euro.

Das hört sich nicht nach großer Steuerentlastung an.

Wir müssen in der nächsten Legislatur an das Steuersystem ran: Sowohl an die Lohn- und Einkommensteuer als auch die Unternehmensteuer. Das wird eine große ...