Wenn Politiker ihre Befugnisse überreizen – Kurt Biedenkopf, ehemaliger Ministerpräsident von Sachsen

Kurt Biedenkopf überstand drei Amtsperioden als Ministerpräsident von Sachsen, bevor er im Januar 2002 zurücktrat. Die Liste der privaten Vorteile, die der CDU-Politiker sich während dieser Zeit durch seine einflussreiche Position verschaffte, ist lang. Gratisgefälligkeiten seitens sächsischer Unternehmer, Rabatte bei Karstadt und dem schwedischen Möbelkonzern IKEA bilden nur die Spitze der "Petitessen", wie Biedenkopf sie nannte. Darüber hinaus nutzte der Politiker staatliches Dienstpersonal in mehreren Fällen privat, etwa zur Bewachung seines Sommerhauses am Chiemsee. Die geleistete Nachzahlung von 123.000 DM deckte nur einen Bruchteil der vom Sächsischen Rechnungshof geforderten Wiedergutmachung.

(fhu)

Bild: SEYBOLDTPRESS 8. Juni 2012, 16:402012-06-08 16:40:37 © Süddeutsche.de/thos/fhu/odg