Wenn Politiker ihre Befugnisse überreizenVon Bonusmeilen zum fliegenden Teppich

Entwicklungsminister Niebel lässt ein Souvenir aus Afghanistan einfliegen. Der FDP-Mann reiht sich damit ein in die Reihe von deutschen Politikern, die ihre Stellung ausnutzten - manchmal kostete es sie ihr Amt.

Wenn Politiker ihre Befugnisse überreizen – Dirk Niebel, Entwicklungshilfeminister

Bonusmeilen, privat genutzte Dienstwagen und fliegende Teppiche: Entwicklungsminister Niebel lässt ein Souvenir aus Afghanistan einfliegen. Der FDP-Mann reiht sich damit ein in die Reihe von deutschen Politikern, die ihre Stellung ausnutzten - manchmal kostete es sie ihr Amt. Ein Überblick.

So ein handgeknüpfter Teppich ist eine feine Sache. Das muss sich auch Dirk Niebel vor kurzem in Kabul gedacht haben. Also schlug der Entwicklungshilfeminister zu, und kaufte ein 1400 Dollar teures Exemplar. Nun ließ er seine Ware mit einem BND-Jet nach Deutschland einfliegen - und vergaß dabei wohl, sein Souvenir dem Zoll vorzulegen. Für die SPD eine Steilvorlage: "Minister Niebel verwechselt sein Ministerium mit einem Selbstbedienungsladen für sich und die FDP", ätzt der Parlamentarische Geschäftsführer der SPD Bundestagsfraktion, Thomas Oppermann. Niebel will jetzt eine Nachverzollung einleiten. "Selbstverständlich komme ich jederzeit sämtlichen Rechtspflichten nach."

(thos)

Bild: dpa 8. Juni 2012, 16:402012-06-08 16:40:37 © Süddeutsche.de/thos/fhu/odg