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Reaktionen auf den Friedensnobelpreis:Viel Lob und leise Kritik

Burkina Faso, Kaya (Sanmatenga province), World Food Programm, WFP

Helfer des World Food Programms in Kaya in Burkina Faso

(Foto: Mahamady Ouedraogo/WFP)

Der Einsatz des Welternährungsprogramms rette Millionen Menschen vor Hunger und Mangelernährung, erklärt Bundesaußenminister Maas. Im Netz ist vereinzelt von einer "nicht sehr mutigen" Entscheidung die Rede.

Die Verleihung des Friedensnobelpreises an das Welternährungsprogramm (WFP) der Vereinten Nationen ist weltweit überwiegend auf Zustimmung gestoßen. Bundesaußenminister Heiko Maas begrüßte die Entscheidung. "Das Welternährungsprogramm steht für die Verantwortung der Weltgemeinschaft für jedes einzelne Menschenleben", erklärte der SPD-Politiker auf Twitter.

Der Einsatz des WFP rette jeden Tag Millionen Menschen vor Hunger und Mangelernährung. "Seine MitarbeiterInnen sind an den gefährlichsten Orten der Welt." Maas verwies darauf, dass Deutschland zweitgrößter Geber des WFP sei. Die stellvertretende Regierungssprecherin Ulrike Demmer erklärte für Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), man gratuliere herzlich.

Das WFP selbst sprach von einem "stolzen Moment". Der Preis sei eine Anerkennung sowohl für die Mitarbeiter als auch die vielen freiwilligen Helfer und Helferinnen in aller Welt, sagte WFP-Sprecher Tomson Phiri in Genf. Das WFP habe trotz der weltweiten Reisebeschränkungen Hungrige versorgt. "Wir waren zu einem bestimmten Zeitpunkt die größte Fluggesellschaft der Welt", sagte er. Das WFP hat Flugzeuge gechartert, nachdem kommerzielle Flüge, die sonst viel Material für das WFP befördern, nicht mehr geflogen waren. Der Direktor des WFP, der US-Amerikaner David Beasley, der gerade in Afrika unterwegs ist, erklärte: "Ich glaube, es ist das erste Mal in meinem Leben, dass ich keine Worte habe. Ich bin einfach so schockiert und überrascht."

Auch in den sozialen Netzwerken gab es viel Lob für das norwegische Nobelkomitee. Vereinzelt sprachen User von einer "nicht sehr mutigen" Entscheidung und erinnerten an Kandidaten wie Julian Assange oder Greta Thunberg. Auch eher ironisch gemeinte Erleichterung war zu lesen, dass der Preis nicht US-Präsident Donald Trump zuerkannt wurde, der sich selbst als Kandidaten ins Spiel gebracht hatte.

© SZ.de/dpa/AP/kit
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