Wahlen - Moskau:Russland kritisiert alte Wahlplakate in MV

Deutschland
An einer Laterne hängt ein Wahlplakat der CDU und CSU für die erste Bundestagswahl 1949. Foto: Bernd Wüstneck/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild (Foto: dpa)

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Moskau/Teterow (dpa) - Russland hat sich kritisch geäußert zu in Mecklenburg-Vorpommern aufgetauchten alten Wahlplakaten, die auch die Ostseeregion Kaliningrad (früher Königsberg) als Teil Deutschlands zeigen. "Wir haben die Berichte der Medien dazu gesehen. Unsere Reaktion ist negativ, ablehnend", sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow der Staatsagentur Tass zufolge am Freitag. Demnach geht Russland davon aus, dass die 72 Jahre alten Plakate zur Bundestagswahl 1949 nichts mit der Haltung Berlins zu tun hätten.

Nach der Niederlage im Zweiten Weltkrieg und nach der Potsdamer Konferenz von 1945 musste Deutschland den nördlichen Teil Ostpreußens an die Siegermacht Sowjetunion abgeben. Königsberg wurde in die Russische Föderative Sowjetrepublik (RSFSR) eingegliedert und 1946 in Kaliningrad umbenannt, wie die Staatsagentur Tass erinnerte.

"Selbstverständlich stellt das offizielle Berlin die territoriale Unversehrtheit der Russischen Föderation nicht in Frage. Aber natürlich ist es auch wichtig, die territorialen Bestrebungen bestimmter politischer Kräfte in Deutschland zu verstehen", sagte Peskow mit Blick auf die Bundestagswahl am 26. September. Es ist unklar, wer die Plakate aufgehängt hat.

Im Stadtgebiet von Teterow (Landkreis Rostock) war die alte Wahlwerbung von CDU und CSU für die erste Bundestagswahl 1949 aufgetaucht. Auf den Plakaten ist eine Landkarte mit den Grenzen Deutschlands vor dem Zweiten Weltkrieg zu sehen. "An einigen Stellen sind historische Wahlplakate von verschiedenen Parteien entdeckt worden", hatte eine Sprecherin der Polizei Güstrow am Dienstag gesagt.

Die Polizei habe Kontakt zum Fachkommissariat Staatsschutz bei der Kriminalpolizei-Inspektion in Rostock aufgenommen. Dort hieß es, die historischen Plakate seien in ganz Mecklenburg-Vorpommern aufgetaucht. Über die Plakatierung hatte zuerst der "Nordkurier" berichtet.

© dpa-infocom, dpa:210827-99-994314/2

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