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Vor G-7-Außenministertreffen:Tillerson: USA wollen Unschuldige schützen - "überall auf der Welt"

  • Es sieht nach einem deutlichen Kurswechsel in der Politik von US-Präsident Trump aus: Dessen Außenminister Tillerson verkündet, die USA wollten "jeden und alle" zur Rechenschaft ziehen, die Verbrechen an Unschuldigen verübten.
  • Zuvor hatte Tillerson bereits gesagt, der US-Luftschlag auf einen syrischen Militärstützpunkt am Freitag sei auch als Warnung an Länder wie Nordkorea zu verstehen.
  • Assads Verbündete warnen Washington vor weiterer Aggression gegen Syrien.

An einem historischen Weltkriegsort in Italien hat US-Außenminister Rex Tillerson erklärt, dass sich sein Land wieder dem Schutz unschuldiger Menschen zuwenden werde. Die USA wollten "jeden und alle zur Rechenschaft ziehen, die Verbrechen gegen Unschuldige verüben, überall auf der Welt", sagte Tillerson in Sant'Anna di Stazzema.

In dem italienischen Ort hatten die Nazis im Jahr 1944 ein Massaker verübt und dabei mehr als 500 Zivilisten getötet. Für Tillerson hat der Platz deshalb symbolische Wirkung. Ähnliche Gräueltaten wollten die USA in Zukunft verhindern. Sant'Anna di Stazzema werde "uns allen als Inspiration dienen", sagte Tillerson. Der US-Außenminister nimmt an diesem Montag am Treffen der G-7-Außenminister im italienischen Lucca teil.

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Die europäischen Teilnehmer Deutschland, Italien, Großbritannien und Frankreich hoffen darauf, mit den USA eine klare Strategie für den weiteren Kurs in Syrien festlegen zu können. Washington hatte am Freitag einen syrischen Militärstützpunkt bombardiert, nachdem einige Tage zuvor ein Giftgasangriff auf die Stadt Khan Sheikun verübt worden war. Die USA machen dafür das Regime des syrischen Machthabers Baschar al-Assad verantwortlich.

Ein Treffen der G7-Energieminister endete am Montagnachmittag indessen ohne die sonst übliche Abschlusserklärung. Italiens Minister für wirtschaftliche Entwicklung, Carlo Calenda, sagte, der Grund dafür sei die US-Energiepolitik, deren Neuausrichtung noch nicht abgeschlossen sei.

Die Partner der USA haben somit wohl auch nach dem G7-Gipfel keine absolute Gewissheit, wohin das Land unter Donald Trump steuert. Sein Angriff auf den syrischen Militärstützpunkt wurde weithin als Kurswechsel angesehen. Bislang hatte für Trump ein Sturz Assads keinen Vorrang. Zudem hatte der US-Präsident sich mit seiner "America first"-Doktrin bislang eher aus Konflikten in anderen Ländern heraushalten wollen.

In einem Interview mit dem Sender ABC am Sonntag sandte US-Außenminister Tillerson zuvor schon eine Warnung an andere Länder wie Nordkorea. Eine amerikanische Antwort sei wahrscheinlich, wenn von anderen Staaten eine Gefahr ausgehe. "In Bezug auf Nordkorea haben wir sehr klar gemacht, dass unser Ziel eine denukliarisierte koreanische Halbinsel ist."

Russland und Iran sehen "rote Linien überschritten"

Die Verbündeten des syrischen Machthabers Baschar al-Assad reagierten mit harschen Worten auf den US-Luftschlag auf den syrischen Militärstützpunkt. Die Aggression der USA habe "rote Linien überschritten", teilten Russland, Iran und unterstützende Milizen in einem gemeinsamen Statement mit, wie unter anderem der britische Guardian meldet.

Die Verbündeten kündigten demnach an, einen weiteren Übergriff nicht dulden zu wollen. "Von jetzt an werden wir mit Nachdruck auf jeden Angreifer oder irgendeine Überschreitung der roten Linien antworten", hieß es weiter. Mit dem Bild der überschrittenen roten Linien hatte US-Präsident Donald Trump seinerseits den Angriff in Syrien begründet.

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US-Außenminister Rex Tillerson äußerte die Ansicht, der Giftgasangriff sei erst durch die Passivität Russlands ermöglicht worden. Moskau habe es versäumt, auf die Einhaltung der Vereinbarungen von 2013 zu pochen, sagte er in mehreren Interviews. Damals war unter internationaler Vermittlung verabredet worden, alle in Syrien befindlichen Chemiewaffen sicherzustellen und zu vernichten.