bedeckt München 21°
vgwortpixel

Von der Leyens Pläne gegen Altersarmut:DGB erteilt Zuschussrente Absage

DGB-Vorstand Annelie Buntenbach hält nichts vom Vorschlag der Arbeitsministerin, Geringverdiener mit einer Zusatzrente vor der Altersarmut zu bewahren - denn die bedrohe längst die breite Mittelschicht. Auch in der Koalition und Opposition reißt die Kritik an von der Leyens Projekt nicht ab.

Nach der Veröffentlichung alarmierender Zahlen zum Armutsrisiko im Alter herrscht weiter Streit über den richtigen Weg zu einer ausreichenden Rente für Millionen von Arbeitnehmern.

Armutsrisiko für Rentner größer als gedacht

Mit der geplanten Zuschussrente sollen geringe Altersbezüge von Rentnern auf maximal 850 Euro aufgestockt werden, wenn diese mindestens 40 Versicherungsjahre vorweisen können - und weitere Voraussetzungen erfüllen: Von 2018 an wäre etwa der Nachweis einer langjährigen privaten Altersvorsorge notwendig.

(Foto: dpa)

DGB-Vorstand Annelie Buntenbach hat der von Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) angestrebten Zuschussrente für Geringverdiener eine Absage erteilt. "Wenn die Bundesregierung den Sturzflug des Rentenniveaus nicht aufhält, droht Altersarmut längst nicht nur Geringverdienern, sondern der breiten Mittelschicht", sagte die Gewerkschafterin der Passauer Neuen Presse. "Da hilft auch keine Zuschussrente."

Nach den Plänen von der Leyens sollen geringe Altersbezüge von Neurentnern auf maximal 850 Euro aufgestockt werden, wenn der Rentner mindestens 40 Versicherungsjahre vorweisen kann. Grund für das steigende Armutsrisiko ist die beschlossene Absenkung des Rentenniveaus bis 2030.

Bei der Zuschussrente seien die Hürden so hoch, dass sie kaum jemand in Anspruch nehmen könne, kritisiert Buntenbach. Nach den Plänen der Ministerin wäre von 2018 an unter anderem der Nachweis einer langjährigen privaten Altersvorsorge zusätzlich nötig.

Die beschlossene Senkung des Rentenbeitrags nannte Buntenbach "absolut unvernünftig". Es sei klar: "Wer heute die Beiträge senkt, kürzt die Rente von morgen". Buntenbach forderte stattdessen eine "solidarische Demografie-Reserve".

Nach Berechnungen des Bundesarbeitsministeriums droht allen Arbeitnehmern mit weniger als 2500 Euro brutto im Monat ab 2030 eine Rente unter dem Grundsicherungsbedarf von 688 Euro. Diese Menschen, die 35 Jahre in die Rentenkasse eingezahlt und keine weitere private Vorsorge betrieben hätten, müssten "mit dem Tag des Renteneintritts den Gang zum Sozialamt antreten", schrieb von der Leyen in einem Brief an ihre Kritiker in der Union.

In der Koalition stoßen von der Leyens Pläne auf Vorbehalte. Die FDP-Spitze bekräftigte am Wochenende ihre Ablehnung einer Zuschussrente. Von der Leyens Konzept würde Milliarden kosten, sagte Parteichef Philipp Rösler.