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US-Wahl 2020:New Yorks Bürgermeister will Präsident werden

New Yorks Bürgermeister Bill de Blasio verkündet 2019 seine Präsidentschaftskandidatur

New Yorks Bürgermeister Bill de Blasio am Donnerstagmorgen bei "Good Morning America".

(Foto: AFP)
  • New Yorks Bürgermeister Bill de Blasio kandidiert für das Amt des US-Präsidenten.
  • Er ist bereits der 23. Kandidat der Demokraten - das sind so viele wie noch nie.
  • De Blasios Beliebtheitswerte sind in Umfragen regelmäßig eher niedrig.

New Yorks Bürgermeister Bill de Blasio will US-Präsident werden. Der Demokrat stieg per Videobotschaft in das Rennen um die Kandidatur als demokratischer Präsidentschaftsbewerber ein. Das rund dreiminütige Video trägt den Titel "Arbeiter an erster Stelle". Darin erklärt der 58-Jährige, er werde sich mit den Reichen und großen Konzernen "anlegen" und für die Arbeiter eintreten: "Es gibt viel Geld in dieser Welt. Es gibt viel Geld in diesem Land. Es ist nur in den falschen Händen." US-Präsident Donald Trump nennt er einen "Bully". "Ich weiß, wie man mit ihm umgehen muss."

De Blasio hat sich in New York unter anderem für kostenlose Kindergartenjahre starkgemacht und gilt politisch als links der Mitte. Er ist seit 2014 Bürgermeister der Millionenmetropole, inzwischen in der zweiten Amtszeit. Umfragen zeigen, dass er noch viel Überzeugungsarbeit bei den Wählern leisten muss. Bei einer Umfrage der Monmouth University unter demokratischen Wählern in Iowa hatte de Blasio eines der schwächsten Ergebnisse. Der US-Bundesstaat hat erfahrungsgemäß einen hohen Einfluss bei der Kandidaten-Auslese. Laut einer Umfrage der Quinnipiac University sind 76 Prozent der New Yorker der Meinung, dass er nicht antreten solle.

Das Feld der demokratischen Präsidentschaftsbewerber wächst mit de Blasios Kandidatur auf 23 - das größte in der Geschichte der Partei. Zu den Kandidaten gehören unter anderem der frühere US-Vizepräsident Joe Biden, die Senatorinnen Elizabeth Warren und Kamala Harris, der Bürgermeister von South Bend im US-Bundesstaat Indiana, Pete Buttigieg und der unabhängige Senator Bernie Sanders, der bereits 2016 gegen Hillary Clinton antrat.

Das große Bewerberfeld könnte nach Meinung von Experten zur Gefahr für die Partei werden, falls es zu langen Auseinandersetzungen unter den vielen Kandidaten kommen sollte. Parteiinterne Gefechte zehren Ressourcen auf. Auch bei den Republikanern gab es 2016 ein großes Feld, was den Aufstieg des politischen Außenseiters Donald Trump mit begünstigte.

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