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USA:"Ein bisschen wie Kim Jong Un"

Dem Wahlkampf mangelt es entsprechend nicht an folkloristischen Elementen. Das hängt auch mit Bushs Rivalen Patterson zusammen. Der ehemalige Marinesoldat leitete die Behörde von 2003 bis 2015 und trägt nicht nur standesgemäß einen Cowboyhut, sondern versteckt auch stets griffbereit eine Pistole im Stiefel.

Im Wahlkampf tratd er 71-Jährige gemeinsam mit den beiden anderen Bush-Gegenkandidaten vor dem Alamo in San Antonio auf und erklärte mit großem Pathos, sie hätten die Stätte niemals politisieren wollen. "Aber wir tun es und wir müssen es. Weil wir als Texaner unser Alamo verteidigen müssen." Eine weniger patriotische Erklärung für Pattersons Comeback: Er hatte den Posten als Landbeauftragter aufgegeben, um Vize-Gouverneur zu werden und war dabei gescheitert. Nun hat er eine Gelegenheit entdeckt, sich seinen alten Posten wiederzuholen.

Weil Bush keine öffentlichen Wahlkampf-Auftritte absolviert und sich auf Wahlwerbespots und Marketing-Kampagnen beschränkt, hat Patterson ihm attestiert, "ein bisschen wie Kim Jong Un" zu sein. "Er geht nicht viel vor die Tür, außer wenn er in sicherer Umgebung ist." Auch die konservative Zeitung Dallas Morning News hat Republikanern zu seiner Abwahl geraten.

Bush hat dennoch prominente Empfehlungen in der Tasche, von Trump über dessen Sohn Donald Jr. bis Senator Ted Cruz. Dies könnte genügen, um über 50 Prozent zu gelangen. Sollte er darunter bleiben, kommt es zur Stichwahl und seine drei Gegenkandidaten könnten sich hinter dem Rivalen, voraussichtlich Patterson, vereinigen.

Goldene Gänse, gerupfte Hühner

Die Bush-Dynastie begründete bereits George P.'s Urgroßvater Prescott, der 1952 zum Senator für Connecticut gewählt wurde. Seitdem sind Vermögen und Einfluss der Familie stetig gewachsen. "George P. Bush wurde schon sein Leben lang auf etwas Größeres vorbereitet", beschrieb der texanische Journalist Ryan Poppe Bushs Lebenslauf. Weil seine Mutter Columba aus Mexiko kommt, spricht er spanisch. Angesichts eines wachsenden Anteils texanischer Latinos sei er für die Republikaner "wie eine goldene Gans", so Poppe.

Allerdings entpuppte sich zuletzt manch goldene Gans als gerupftes Huhn. Das klägliche Vorwahl-Aus von Bushs Vater Jeb 2016 signalisierte ebenso wie die spätere Wahlniederlage Hillary Clintons gegen Donald Trump, dass die beiden wichtigsten Politik-Familien der vergangenen Jahrzehnte ihre beste Zeit hinter sich haben. Der Name Bush ist unter Republikanern nicht mehr zwangsläufig ein politisches Qualitätsmerkmal, in dem Hardcore-Trumpismus nahestehenden Kreisen sogar das Gegenteil.

Was sein Familienname noch wert ist, wird George P. Bush in den Vorwahlen am heutigen Dienstag erfahren. Ausgerechnet am 182. Jahrestag der Schlacht vom Alamo.

© SZ.de/ghe/irm
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