US-Präsident:Biden genehmigt 100 Millionen Dollar für afghanische Flüchtlinge

US-Präsident: Joe Biden bewilligt Geld, um gefährdete Afghanen zu unterstützen.

Joe Biden bewilligt Geld, um gefährdete Afghanen zu unterstützen.

(Foto: BRENDAN SMIALOWSKI/AFP)

Die Notfallhilfen sollen auch für Einwanderungsvisa von Afghanen genutzt werden, die für die US-Regierung gearbeitet haben. Noch in diesem Monat könnten die ersten in die USA kommen.

US-Präsident Joe Biden hat bis zu 100 Millionen Dollar an Hilfsgeldern aus einem Notfallfonds für afghanische Flüchtlinge bewilligt. Das aus einem Notfallfonds kommende Geld solle eingesetzt werden, um "unerwartet dringende Bedürfnisse" von Menschen zu erfüllen, die wegen der Situation in dem Land gefährdet seien, hieß es in einer Mitteilung aus dem Weißen Haus.

Die Notfallhilfen sollen auch für afghanische Antragsteller von Sondervisaanträgen genutzt werden. Tausende Afghanen, die zuvor als Übersetzer oder in anderen Jobs für die US-Regierung gearbeitet haben, befürchten seit dem Abzug der amerikanischen Truppen Vergeltungsmaßnahmen der Taliban. Sie dürfen nun mit Hilfe von speziellen Einwanderungsvisa (SIVs) in die USA einreisen.

Es wird erwartet, dass die erste Gruppe von Afghanen mitsamt ihrer Familien noch vor Ende des Monats nach Fort Lee, einem US-Militärstützpunkt in Virginia, geflogen wird, wo sie auf die endgültige Bearbeitung ihrer Visaanträge warten werden. Die US-Regierung prüft derzeit weitere Einrichtungen in den Vereinigten Staaten und in Übersee, in denen SIV-Antragsteller untergebracht werden könnten.

18 000 Visa-Anträge

Am Donnerstag verabschiedete das US-Repräsentantenhaus ein Gesetz, das die Anzahl der zu vergebenden SIVs um 8000 erhöht, was alle potenziell in Frage kommenden Anträge abdecken würde. Insgesamt sind laut der US-Regierung derzeit etwa 18 000 solcher Visaanträge in Bearbeitung.

Trotz des Vormarsches der Taliban hatte Biden angekündigt, dass der Afghanistan-Einsatz am 31. August enden werde - nach knapp 20 Jahren. Dann sollen nur noch US-Soldaten zum Schutz der Botschaft in Afghanistan verbleiben. Nach Einschätzung von Fachleuten droht den Helfern nach dem Abzug der Truppen die Rache der militant-islamistischen Taliban.

© SZ/mri
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