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US-Wahl:Nur Trumps Mauer steht fest

Republican Presidential Candidate Donald Trump Holds Rally In Mesa, Arizona

Donald Trump weist seine Vorstellungen von der Politik der Staaten deutlich aus.

(Foto: AFP)
  • Donald Trump hat bei einer Wahlkampfveranstaltung erneut bekräftigt, als Präsident eine Mauer entlang der US-Grenze zu Mexiko bauen zu wollen.
  • Bezahlen soll den Bau die mexikanische Regierung.
  • Seine kompromisslose Haltung gegenüber illegalen Einwanderern hat der Präsidentschaftskandidat der Republikaner geändert. "Schlechte Leute" will er abschieben, mit einigen Illegalen werde man arbeiten.

Donald Trump hat durchaus die Absicht, eine Mauer zu bauen. "Wir werden eine Mauer bauen, macht euch keine Sorgen", versprach der republikanische Präsidentschaftskandidat bei einer Wahlveranstaltung am Mittwoch. "Wir werden eine Mauer bauen. Wir werden eine Mauer bauen, und Mexiko wird dafür bezahlen, zu hundert Prozent. Und es wird eine große Mauer sein. Es wird eine Mauer sein, so wunderschön wie eine Mauer eben sein kann, aber es wird eine Mauer sein."

Mauer, Mauer, wunderschön, Mauer - das ist typische Trump-Diktion. Doch vielleicht betonte der Kandidat seine geplante Mauer entlang der US-Grenze zu Mexiko auch deswegen so sehr, weil er andere Wahlkampfversprechen gerade zu kassieren versucht.

Seine früheren Ankündigungen, hart und schonungslos gegen alle vorzugehen, die ohne Papiere ins Land gekommen sind, haben Trump zum rechtspopulistischen Helden und Präsidentschaftskandidaten gemacht. Nun spricht er plötzlich davon, dass eine "Aufweichung" seiner Linie möglich wäre, und man mit einigen der Illegalen "arbeiten werde".

Trumps Wende zieht sich mittlerweile schon einige Tage hin, und sie könnte auch noch einige Tage dauern. Und ob am Ende dann tatsächlich ein echter neuer Kurs steht, ist offen. Der Kandidat selbst und andere Leute aus dem Trump-Orbit haben in den vergangenen Tagen alle möglichen Positionen vertreten, von ganz hart bis ganz versöhnlich. Einige von Trumps sehr konservativen Unterstützern warnen ihn offen davor, einzuknicken und seine radikalen Pläne abzuschwächen.

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"Mörder müssen raus"

Klar ist: Trump hält daran fest, eine Mauer an der Grenze zu Mexiko bauen zu wollen, die illegale Einwanderer stoppen soll. Bezahlen soll für das Bauwerk die mexikanische Regierung. Klar ist auch: Trump will alle straffällig gewordenen illegalen Einwanderer abschieben, all die Mörder, Vergewaltiger und Drogenhändler aus Lateinamerika, die nach seiner Darstellung das friedliche Amerika terrorisieren. "Sie müssen raus, sie müssen raus", ist sein Urteil über diese "schlechten Leute".

Unklar ist im Moment: Was soll mit den Millionen Immigranten passieren, die seit Jahren in den USA leben, dort arbeiten und Familien gegründet haben und sich nichts haben zuschulden kommen lassen, außer, dass sie einst illegal eingereist sind? Das dürfte auf den allergrößten Teil der geschätzt elf Millionen illegalen Immigranten in Amerika zutreffen. Bisher galt aus Trumps Sicht auch für diese Menschen: "Sie müssen gehen."

Doch der Kandidat scheint gemerkt zu haben, dass diese Forderung unhaltbar ist. Zum einen wäre es logistisch und humanitär unmöglich, elf Millionen Menschen einzusammeln und aus dem Land zu bringen.